Auslegung und Bibliographie zur Bibel

Erster Korintherbrief
Der erste Brief des Paulus an die Korinther
1 Kor 7,25-38

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

Wenn Sie diese Bibliographie zum ersten Mal nutzen, lesen Sie bitte die Hinweise zum Gebrauch.

Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

1 Kor 7,25-38

 

 

Übersetzung

 

1 Kor 7,25-38: 25 Bezüglich der Jungfrauen aber habe ich keine Weisung des Herrn; ich sage aber [meine] Meinung als einer, dem vom Herrn die Barmherzigkeit widerfahren ist, glaubwürdig zu sein. 26 Ich meine also: Dies ist gut wegen der gegenwärtigen Bedrängnis, dass es für einen Menschen gut ist, so zu sein. 27 Bist du an eine Frau gebunden, so suche keine Trennung; bist du von einer Frau gelöst, so suche keine Frau [mehr]. 28 Wenn du aber doch heiratest, sündigst du nicht; und wenn die Jungfrau heiratet, sündigt sie nicht. Doch werden solche in Bedrängnis für das Fleisch kommen; ich aber möchte euch schonen. 29 Das aber sage ich, Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; 30 und die, die weinen, als weinten sie nicht; und die, die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die, die kaufen, als behielten sie nicht; 31 und die, welche die Welt nutzen, als benutzten sie sie nicht. Denn es vergeht die Gestalt dieser Welt. 32 Ich möchte aber, dass ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle. 33 Der Verheiratete aber sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er [seiner] Frau gefalle; 34 und [so] ist er gespalten. Auch die unverheiratete Frau und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, dass sie heilig seien an (dem) Leib und an (dem) Geist. Die Verheiratete aber sorgt sich um die Dinge der Welt, wie sie [ihrem] Mann gefalle. 35 Dies sage ich zu eurem eigenen Nutzen, nicht, um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern mit dem Ziel des Anstandes und der Beharrlichkeit dem Herrn gegenüber, ohne Ablenkung. 36 Wenn aber jemand meint, er handele unrecht an seiner Jungfrau, wenn sie "überreif“ ist und es so geschehen muss, so tue er, was er will. Er begeht keine Sünde, sie sollen heiraten. 37 Wer aber in seinem Herzen fest steht und keine Not hat, sondern Gewalt über seinen eigenen Willen besitzt [und] dies in seinem eigenen Herzen beschlossen hat, seine Jungfrau zu bewahren, wird gut handeln. 38 Also, wer seine Jungfrau heiratet, der handelt gut, wer sie aber nicht heiratet, der wird besser handeln.

 

 

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V. 25

 

Beobachtungen: Paulus scheint sich deshalb zu den Jungfrauen zu äußern, weil die Korinther in einem Brief an ihn diesbezüglich nachgefragt haben. Für die Beantwortung der Anfrage kann er allerdings nicht ein Herrenwort als Grundlage heranziehen, so dass er seine eigene Meinung sagen (wörtl.: geben) muss. Wie die Anfrage genau gelautet haben mag, muss aus den folgenden Versen erschlossen werden.

 

Paulus unterscheidet zwischen Aussagen, die auf Geboten des "Herrn“ beruhen, und auf eigenen Stellungnahmen (vgl. 1 Kor 7,10.12). Wenn kein Gebot des "Herrn“ vorliegt, so sagt Paulus seine eigene Meinung. Diese entwickelt er vermutlich von ihm bekannten Herrenworten und von Aussagen der hebräischen Bibel aus. Damit die eigene Meinung als Weisung für christliche Gemeinden akzeptiert werden kann, bedarf es einer Legitimation. Paulus bezieht seine Legitimation daher, dass ihm vom "Herrn“ die Barmherzigkeit widerfahren ist, glaubwürdig zu sein.

Wann und bei welcher Gelegenheit Paulus die Barmherzigkeit widerfahren ist, sagt er nicht. Aus der Tatsache, dass das Partizip in der Zeitform Perfekt steht, lässt sich erschließen, dass es Paulus weniger auf ein vergangenes Ereignis ankommt, als vielmehr auf die andauernde Konsequenz des Ereignisses: Paulus ist glaubwürdig.

 

Weiterführende Literatur: H. Merklein 1987, 385-408 bietet zunächst eine eigene Übersetzung von 1 Kor 7 und geht dann auf die Probleme heutiger Leser ein. Dann geht er der Frage nach, wie V. 1b zu verstehen ist und gliedert 1 Kor 7 grob. Es folgt eine knappe Auslegung der einzelnen Abschnitte. Danach untersucht er, ob die Ehe als "remedium concupiscentiae“ zu verstehen ist, und geht auf folgende Aspekte ein: die paulinische Regel und ihre Handhabung; der Grund für die paulinische Regel; die Bevorzugung der Ehelosigkeit. Zuletzt befasst er sich mit der Frage, ob die Frau abgewertet wird.

 

G. J. Laughery 1997, 109-128 geht der Frage nach, ob Paulus Ehe und Sexualität als gottwidrig angesehen hat. Er verneint dies und kommt stattdessen zu dem Ergebnis, dass Paulus eine angesichts des nahen Weltendes übertrieben asketische Einstellung der Adressaten korrigiert habe.

 

W. Wolbert 1981, 118-132 befasst sich mit den Jungfrauen (7,25-28), dem eschatologischen Vorbehalt (7,29-31), den Verheirateten und Unverheirateten (7,32-35) und mit den Verlobten (7,36-38).

N. Baumert 1986, 161-310 setzt sich mit 7,25-38 auseinander. Es handele sich um die Antwort des Paulus auf die Anfrage von jungen Männern, die verlobt sind oder waren und die einen Weg der Enthaltsamkeit suchen. Tendenz: Die Fragesteller würden zur Ehelosigkeit ermutigt und es würden die für sie spezifische Schwierigkeit der Ehe und Hilfen dafür aufgezeigt. Es seien vorwiegend junge Leute in der Gemeinde im Blick. Vgl. N. Baumert 1991, 78-117.

 

M. Navarro Puerto 1991, 353-387 setzt sich mit dem Begriff "Jungfrau“ auseinander. Die christliche Jungfrau, die sich um die Sache des "Herrn“ kümmert, sei ein eindringliches prophetisches Zeichen innerhalb der Gemeinschaft der Glaubenden. In der existenziellen Dimension der Gegenwart eingefügt sei sie eine Sichtbarmachung der neuen Welt und des eschatologischen Schattens, den sie vorauswirft.

 

R. A. Ramsaran 1995, 531-541 setzt sich kritisch mit der Meinung auseinander, dass Paulus in V. 25-26 seine Meinung äußere. Vielmehr sei anzunehmen, dass Paulus einen Grundsatz darlegt.

K. G. E. Dolfe 1992, 115-118 legt dar, dass (wie in 2 Kor 8,10) Paulus möglicherweise einen Rat gebe und geht auf Parallelen in der antiken Literatur ein.

 

W. J. Houston 1982, 261-264 macht deutlich, dass 1 Kor 7 nicht zur Klärung der Frage herangezogen werden könne, ob die frühen Christen zwischen den Worten des irdischen Jesus und den durch die Propheten vermittelten Worte des auferstandenen "Herrn“ einen Unterschied gemacht haben. Weder finde sich in dem Kapitel Prophetie noch lasse es sich unter dem Gesichtspunkt der Prophetie behandeln. Die Unterscheidungen, die Paulus bezüglich der Autorität mache, seien charakteristisch für verschiedene Typen der Rede. Wenn Paulus auf die Autorität des "Herrn“ verweise, so handele es sich um eine Berufung auf die eigentliche Autorität, den "Herrn“. Das heiße aber nicht, dass Paulus eine Aussage des irdischen Jesus zitiert. Im Hinblick auf die Diskussion um die Authentizität bestimmter Sprüche in den Evangelien sei 1 Kor 7 irrelevant.

 

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V. 26

 

Beobachtungen: Paulus legt nun seine Meinung dar. Dabei wählt er jedoch einen komplizierten Satzbau, so dass sich der Hinweis auf das Gutsein gleich zweimal findet.

 

Worauf sich "dies“ bezieht, ist unklar. Sollte Paulus auf Vorhergehendes verweisen, so käme die Aussage "Worin ein jeder berufen wurde, Brüder, darin bleibe er bei Gott.“ in 7,24 in Frage. Ein solcher Rückbezug ist allerdings schon deswegen nicht wahrscheinlich, weil Paulus mit V. 25 zu einer neuen Anfrage, die sich nur auf "Jungfrauen“ bezieht, übergegangen ist. Eher ist anzunehmen, dass Paulus den Jungfrauenstand gutheißt. Dabei nennt er zunächst die Begründung für seine Meinung, dann das, was er gutheißt.

Paulus begründet mit einer Bedrängnis. Zunächst könnte man dabei an eine bevorstehende endzeitliche Bedrängnis denken. Dagegen spricht das Perfekt Partizip enestôsan, das "gegenwärtige“ bedeutet. Es handelt sich also um eine nicht näher bestimmte Bedrängnis, die in der Vergangenheit hereingebrochen ist und gegenwärtig andauert. Ist an eine Christenverfolgung zu denken?

Paulus heißt das So-Sein, d. h. das Jungfrau Sein, gut. Dabei spricht er jedoch nicht nur von Frauen, sondern generell von "Menschen“. Er befürwortet also grundsätzlich die Enthaltsamkeit von Frauen und Männern und damit auch den Verzicht auf die Ehe. Unklar ist jedoch, warum gerade die gegenwärtige Bedrängnis für die Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit sprechen sollte. Geht Paulus davon aus, dass sich eine Christenverfolgung alleine eher ertragen lässt als in Mitverantwortung für Ehepartner und Kinder?

 

Aus V. 26 ist zu schließen, dass die Frage der Korinther lautet, ob es gut ist, enthaltsam zu leben und nicht zu heiraten. Dass die Frage nur auf Jungfrauen beschränkt gewesen sein sollte, ist angesichts der Einbeziehung der Männer in Paulus’ Antwort eher unwahrscheinlich. Schon in 7,1-9 (v. a. 7,1) hat Paulus die Frage der Enthaltsamkeit behandelt, ist dabei aber nicht konkret auf Jungfrauen und Junggesellen eingegangen, sondern hat grundsätzlich Ehelosigkeit und Ehe thematisiert.

 

Weiterführende Literatur: B. W. Winter 1989, 91-94 sieht die "Bedrängnis“ mit einer Hungersnot in Zusammenhang, die als Anzeichen eschatologischer "Geburtswehen“ interpretiert worden sei. Sie habe es nicht als angebracht erscheinen lassen, noch Kinder in die Welt zu setzen.

 

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V. 27

 

Beobachtungen: Paulus knüpft an 7,24, wonach ein jeder in seiner Berufung (bei Gott) bleiben solle, an.

 

Er wendet sich konkret an Männer, und zwar an Männer, die an eine Frau gebunden sind, und an Männer, die von einer Frau gelöst sind. Da Paulus schon in 7,10-16 auf Ehescheidung und Wiederverheiratung eingegangen ist, wird er sich damit wohl kaum erneut auseinandersetzen. So ist davon auszugehen, dass die Bindung eine Verlobung - und nicht eine Ehe! - meint, und die Lösung die Auflösung einer Verlobung.

Daraus ist zu schließen, dass Männer, die verlobt sind oder eine Verlobung gelöst haben, von Paulus wissen wollen, wie sie sich nun verhalten sollen. Sollen sie unverheiratet bleiben bzw. die Verlobung wieder lösen oder sollen sie heiraten? Eine solche Anfrage passt jedoch nicht recht zu dem in V. 25 erwähnten Thema "Jungfrauen“. Kommen diese im Zusammenhang mit der Verlobung in den Blick?

V. 25-27 lassen keine eindeutige Aussage darüber zu, wie die Formulierung der Frage seitens der Korinther gelautet haben könnte, auf die Paulus antwortet. Das Problem ist, dass Paulus sich nicht nur zu "Jungfrauen“ äußert, er aber auch nicht nur jungen verlobten und von der Verlobung gelösten Männern Empfehlungen gibt. Und grundsätzliche Aussagen zur Ehelosigkeit und Ehe hat er schon in 7,1-9 gemacht.

 

Paulus plädiert für eine Fortführung der Bindung, die schließlich von der Verlobung in die Ehe übergehen dürfte. Ist die Verlobung aber schon gelöst, so soll der ehemals Verlobte keine erneute Bindung eingehen.

 

Weiterführende Literatur: J. C. Laney 1982, 283-294 versteht Paulus als Ausleger der Aussagen Jesu zur Ehescheidung. Seiner Meinung nach gehe Paulus − ohne Ausnahmeklausel − davon aus, dass die Ehe unauflöslich sei. Beendet werde die Ehe allein durch den Tod.

 

D. Instone-Brewer 2001, 101-116 vergleicht die Sprache und den gesellschaftlichen Hintergrund von 1 Kor 7 mit griechischen und lateinischen Heirats- und Scheidungsurkunden. Mittels dieses Vergleichs erhellt er, was es mit der Scheidung durch Trennung, die Paulus in V. 10-15 thematisiert, auf sich hat, warum Paulus das Verb aphiêmi für "scheiden/entlassen“ benutzt und warum er in 1 Kor 7 nicht auf erneutes Heiraten eingeht. Hinter 7,10-15 stehe die Annahme, dass eine Ehe einfach dadurch geschieden werden könne, dass die Mitgift zurückgegeben wird und sich das Paar trennt. Nach der Trennung könnten beide Partner eine neue Ehe eingehen. Paulus rate aber nicht zur Trennung, weil er die eheliche Bindung als Verpflichtung ansehe. Daher gebrauche er auch die Verben aphiêmi ("scheiden/entlassen“) und douloô ("binden“; 7,27). Dass Paulus nicht für die Ehe plädiert, sei nicht mit asketischer Tendenz zu begründen, sondern mit der Schwierigkeit, in Zeiten der Hungersnot eine Familie zu ernähren.

 

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V. 28

 

Beobachtungen: Auch wenn Paulus die Ehelosigkeit favorisiert, so sieht er eine Heirat nicht als Sünde an. So kann sich auch jemand, der eine Verlobung gelöst hat, eine neue Frau suchen. Ebenso kann eine Jungfrau - sei sie ungebunden oder durch eine Verlobung gebunden - heiraten und ihre Jungfräulichkeit aufgeben.

 

Paulus sieht "Bedrängnis für das Fleisch“ auf diejenigen zukommen, die heiraten. Was ist mit der Bedrängnis gemeint? Die Bedrängnis kann von innen oder außen kommen und betrifft auf jeden Fall das Fleisch, also den Körper. Eine Bedrängnis, die von innen kommt, könnte sexuelle Begierde sein, die den Körper bedrängt. Allerdings dürfte diese gerade in einer Ehe kein Problem sein, denn gemäß 7,1-9 ist die Ehe ja gerade für die Kanalisation der Sexualität gedacht. Außerdem wäre zu fragen, welches der Zusammenhang zwischen der Bedrängnis durch sexuelle Begierde und der Bedrängnis durch äußere Verfolgung sein sollte. Somit ist eher davon auszugehen, dass Verheiratete im Rahmen äußerer Verfolgung wegen ihrer Mitverantwortung für den Ehepartner und/oder die Kinder verstärkt körperlicher Drangsal ausgesetzt sein werden, beispielsweise beim Versuch, den Ehepartner und/oder die Kinder zu schützen. Vor solch verstärkter körperlicher Drangsal möchte Paulus die Adressaten verschonen.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 29

 

Beobachtungen: Paulus setzt neu an und betont, dass die Zeit kurz ist. Sie ist zusammengedrängt, und zwar vermutlich durch das nahe bevorstehende Ende der Welt.

 

Die "Zeit“ (kairos) bezeichnet nicht einfach nur die Zeitspanne, sondern eine ganz besonders geprägte Zeit. Es ist die rechte Zeit, die es zu nutzen gilt, und zwar vermutlich im Hinblick auf das nahende Ende der Welt. Das gilt für Verheiratete und Unverheiratete. Die Orientierung hinsichtlich des Verhaltens soll aber nicht an denen, die eine Frau haben, erfolgen, sondern umgekehrt sollen diejenigen, die eine Frau haben, sein, als hätten sie keine.

 

Unklar ist die Bedeutung von to loipon hina. Die Bedeutung von to loipon ist gewöhnlich "zukünftig“ oder (als Substantiv) "Zukunft“. Folglich wäre die Übersetzung "fortan“ nahe liegend. Allerdings ist auch ein konsekutiver Sinn möglich. Dann wäre "daher/deshalb/dementsprechend“ zu übersetzen.

 

V. 29 ist aus Männersicht geschrieben: Männer "haben“ Frauen, nicht umgekehrt.

 

Weiterführende Literatur: Zu den stoischen und kynischen Elementen in 7,25-35 äußert sich W. Deming 1995, 173-205.

Im Hinblick auf 7,29-31 schließt G. M. M. Pelser 1996, 715-733 einen stoischen Einfluss zwar nicht aus, hält ihn aber nicht für wahrscheinlich. Vielmehr liege dieser Passage die Vorstellung vom unmittelbar bevorstehenden Weltende und die paulinische Annahme, dass die Einheit des Gläubigen mit Christus jede andere Beziehung belanglos mache, zugrunde. Was das Leben des Christen in der Welt angeht, so empfehle Paulus weltliche Aktivität nicht, allerdings lehne er sie auch nicht ab.

 

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V. 30

 

Beobachtungen: So wie die Ehe ein weltlich Ding ist, so sind es auch Weinen, Freude - also das Auf und Ab des Lebens - und Einkauf. All dies wertet Paulus nicht ab, ist aber weltlich und angesichts des nahen Weltendes von untergeordneter Bedeutung. Wesentlich ist das Loslassen von all diesen weltlichen Dingen, wobei die Bedeutung des Loslassens besonders deutlich im Hinblick auf die gekauften Sachen wird: kaufen als behielte man (das Gekaufte) nicht.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 31

 

Beobachtungen: Die Menschen können die Welt nutzen, aber die Welt soll nicht über sie herrschen. Paulus plädiert für die Freiheit von der Welt in der Welt, nicht jedoch für einen Rückzug aus der Welt.

 

Paulus begründet diese Freiheit von weltlichen Dingen mit der Vergänglichkeit der Gestalt der Welt. Dabei dürfte der Begriff to schêma nicht nur die äußere Gestalt meinen, sondern das gesamte Wesen. Die Welt mit all ihren Erscheinungen, Ordnungen, Handlungen, Gefühlen usw. vergeht.

 

Die Gestalt der Welt vergeht, und zwar nicht erst in der Zukunft, sondern schon in der Gegenwart.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 32

 

Beobachtungen: Paulus möchte, dass seine Adressaten ohne Sorge sind. Dabei hat Paulus nicht nur finanzielle Schwierigkeiten, Krankheiten und sonstige ganz konkreten Sorgen im Blick, sondern die Sorge bezieht sich auf alle weltlichen Dinge.

 

Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache (oder: Dinge) des "Herrn“, also Jesu Christi (oder Gottes), wobei die Sorge als "sich um etwas kümmern“ zu verstehen ist. Die Aussage wirkt zunächst sehr pauschal, denn Paulus dürfte bewusst sein, dass es auch Unverheiratete gibt, die weltlichen Dingen verhaftet sind.

 

Offen bleibt, was die "Sache des Herrn“ ist. Vermutlich umfasst die Formulierung das gottgefällige Leben, doch ist darüber hinaus wohl auch Verkündigungstätigkeit im Blick, zumal Paulus aus der Sicht eines unverheirateten Missionars spricht.

 

Weiterführende Literatur: D. L. Balch 1983, 429-439 hat das Vorkommen des Adjektivs amerimnos ("ohne Sorge“; V. 32) und des Adverbs aperispastôs ("ohne Ablenkung“; V. 35) in stoischen Diskussionsbeiträgen zur Frage, ob der Mann heiraten solle, zum Thema. Aus den Befunden erschließt D. L. Balch, inwieweit sich im Text des Paulus stoische Gedanken finden. Darüber hinaus geht der Aufsatz der Frage nach, inwieweit der Gedanke der Gleichberechtigung beider Partner, wie er sich in den stoischen Texten findet, auch bei Paulus zu vermuten ist. Er sieht durchaus Übereinstimmungen zwischen stoischem Gedankengut. Im Hinblick auf die Gleichberechtigung gingen sowohl Musonius als auch Epiktet, Hierokles und Paulus von zumindest annähernder Gleichberechtigung von Mann und Frau aus. Inkonsequenterweise würden alle vier jedoch in der Praxis die Frau dem Mann unterordnen.

 

Mit der Auslegung von 1 Kor 7,32-34 in Cyprians Schrift "De habitu uirginum“ befasst sich D. Ramos-Lisson 1986, 645-654.

 

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V. 33

 

Beobachtungen: Dem Unverheirateten stellt Paulus den Verheirateten gegenüber, der sich um die Dinge der Welt kümmert, wie er seiner Frau gefalle. Von V. 33 aus lässt sich rückblickend die pauschale Aussage von V. 32 verstehen: Die Ehe ist ein typisches Beispiel für weltliche Bindung, denn statt dem "Herrn“ gefallen zu wollen, ist der Verheiratete versucht, seiner Frau gefallen zu wollen. Zwar könnte auch der Verheiratete sich um die Sache des "Herrn“ kümmern, doch ist nicht gesagt, dass dies auch seine Frau tut. Somit steht der Verheiratete vor dem Entscheidungskonflikt, ob er mit einem rechten religiösen Leben Gott zufrieden stellen will, oder mit der Sorge um Beruf, Geld, Aussehen und Familienleben seine Frau.

 

Weiterführende Literatur: O. L. Yarbrough 1984, 107-108 vergleicht die paulinische Einstellung zur Ehe mit der rabbinischen Tradition und hellenistischen Ansichten. Während die Rabbinen die Ehe als Erfüllung des göttlichen Gebots, fruchtbar zu sein und sich zu vermehren, angesehen hätten, sei die Ehe in der hellenistischen Welt verschiedentlich als Belastung und Ablenkung von dem der Philosophie gewidmeten Lebensstil angesehen worden. Gegen eine solche Einstellung hätten sich aber die Stoiker gewandt, die die Ehe für nützlich gehalten hätten − nützlich insofern, als die Ehefrau den Haushalt führt und der Ehemann ohne Ablenkung anderen Geschäften nachgehen kann, und zudem die Kinder helfen und im Alter die Versorgung der Eltern übernehmen können. Paulus dagegen betone, dass Ehelosigkeit nützlich sei, weil sie den Christen nicht von der Sache des "Herrn“ ablenke.

Ausführlich zur stoisch-kynischen Debatte zur Bewertung der Ehe siehe W. Deming 1995, 50-107.

 

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V. 34

 

Beobachtungen: Dieser Entscheidungskonflikt stellt eine Spaltung des Herzens dar: der verheiratete Mann ist hin und her gerissen.

 

Für die unverheiratete Frau und die Jungfrau gilt das gleiche wie für den unverheirateten Mann, und für die verheiratete Frau gilt das gleiche wie für den verheirateten Mann; Paulus schildert die Sorge statt aus der Sicht des männlichen nun aus der Sicht des weiblichen Geschlechts.

Dass Unverheiratete gefährdet sind Unzucht zu begehen, kommt hier nicht in den Blick.

 

Bei der unverheirateten Frau muss es sich nicht unbedingt um eine Frau handeln, die noch nicht verheiratet ist, sondern es kommt auch eine Geschiedene, möglicherweise auch eine Witwe (chêra) in Frage.

 

Was es bedeutet, an Leib und an Geist heilig zu sein, sagt Paulus nicht, doch gibt der Zusammenhang Aufschluss darüber. Wer am Leib heilig ist, enthält sich von illegitimer Sexualität, besser noch von jeglicher Sexualität. Wer am Geist heilig ist, gibt dem heiligen Geist Raum und kümmert sich um die Sache des "Herrn“. Die Formulierung "an Leib und Geist heilig sein“ zieht Paulus im Hinblick auf die unverheirateten Frauen und Jungfrauen vermutlich deshalb dem Verb "gefallen“ vor, weil er jede mögliche Anzüglichkeit vermeiden will.

 

Weiterführende Literatur: A. R. Guenther 2002, 33-45 vertritt die Meinung, dass parthenos ("keusch“ / "Jungfrau“) in V. 34 nicht als Substantiv, sondern als Adjektiv zu verstehen sei. Es sei also in diesem Vers nicht von einer unverheirateten Frau (agamos) und einer Jungfrau − also zwei Personen − die Rede, sondern von einer unverheirateten, keuschen Frau. Für diese Interpretation spreche u. a., dass in 7,11 das Adjektiv agamos eine geschiedene unverheiratete Frau bezeichnet.

 

M. Y. MacDonald 1990, 161-181 geht der Frage nach, ob die paulinischen Ermahnungen in 1 Kor 7 ähnlich wie die Anweisungen von 11,2-16 im Hinblick auf die Kopfbedeckung durch das Verhalten der Frauen veranlasst sind. Ergebnis: Es gehe Paulus um das Verhalten der gesamten Gemeinde, also sowohl von Männern als auch von Frauen. Allerdings würden seine Ermahnungen ein besonderes Interesse hinsichtlich des Verhaltens von Frauen zeigen, die in ihrer Ehelosigkeit danach streben, heilig an Leib und Geist zu sein (vgl. 7,34). Frauen hätten möglicherweise in besonders großer Zahl zu den Unterstützerinnen der geistliche Vervollkommnung versprechenden radikal asketischen Lehre gehört.

 

Zu den Lebensformen von Frauen im frühen Christentum siehe L. Schottroff 1995, 185-192, die insbesondere auch auf 1 Kor 7 eingeht.

 

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V. 35

 

Beobachtungen: Die Worte des Paulus sollen den Adressaten zum Nutzen sein. Dabei dürfte es nicht um einen innerweltlichen Nutzen gehen, wozu Karriere, Wohlstand oder Glücklichsein gehören, sondern um einen Nutzen im Hinblick auf den "Herrn“. Dieser wird in kurzer Zeit kommen und urteilen; darauf haben sich die Christen einzustellen. Wer sich besonders gut auf das Kommen vorbereitet, wird beim Urteil des "Herrn“ einen Vorteil haben. Dem zukünftigen Nutzen geht jedoch der unmittelbare Nutzen voraus: Paulus bietet denjenigen Menschen, die vor die Wahl zwischen Jungfräulichkeit und Ehe gestellt sind, eine Entscheidungshilfe, die zu einer möglichst optimalen Vorbereitung auf das Kommen des "Herrn“ verhilft.

 

Paulus möchte den korinthischen Gemeindegliedern keine Schlinge überwerfen, die sie (in ihrer Lebensführung) einengt, sondern er möchte sie dazu bringen, sich ohne Ablenkung der Sache des "Herrn“ widmen zu können. Dabei kennzeichnet Paulus das Verhältnis dem "Herrn“ gegenüber mit den Worten "Anstand“ und "Beharrlichkeit“. Mit dem "Anstand“ (euschêmon) ist die sittlich einwandfreie Haltung gemeint. Das mit "Beharrlichkeit“ wiedergegebene Wort euparedron ist vorpaulinisch nicht belegt und möglicherweise eine paulinische Wortschöpfung. Es setzt sich aus eu ("gut“) und paredros ("dabei sitzend“) zusammen. Gemeint ist also das "gut dabei Sitzen“. Es geht um das Bleiben bei der Sache des "Herrn“; dieses wird durch Ablenkung erschwert.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 36

 

Beobachtungen: In V. 36 kommt spricht Paulus von einem subjektiven Gefühl, einer Meinung, und nicht von einer Tatsache. Dabei kommt ein konkreter Fall in den Blick: Jemand meint, er verhalte sich seiner Jungfrau gegenüber falsch. Es geht um eine Situation in einer Verlobung, denn der Begriff "Jungfrau“ weist darauf hin, dass die Frau noch keinen Geschlechtsverkehr hatte und damit noch nicht verheiratet ist, und das Possessivpronomen weist die Jungfrau als "Besitz“ des Mannes aus. Das Problem ist, dass entweder der Mann oder die Frau - beides ist möglich - "überreif“ ist. Die Bezeichnung "überreif“ weist darauf hin, dass die rechte Zeit überschritten ist. Eine überreife Frucht gilt es zu pflücken und/oder zu essen, sonst fault sie. Doch inwiefern kann ein Mensch überreif sein? Paulus benutzt die Bezeichnung "überreif“ im Zusammenhang mit Ehelosigkeit, Verlobung und Ehe. Dabei erscheint als spezifisches Merkmal der Ehe die Sexualität, die sowohl der Ehelosigkeit als auch der Verlobung fehlt. Wenn also ein Mann meint, er oder seine Frau sei "überreif“, so ist vermutlich gemeint, dass spätestens jetzt der Geschlechtsakt vollzogen werden muss. Der Druck kann dadurch bewirkt sein, dass die Begierde des Mannes zu groß wird oder auch die der Frau. Möglich ist auch, dass der Mann Sorge hat, seine Frau könnte aufgrund zu hohen Alters gebärunfähig werden, so dass ein für alle Mal die Hoffnung auf Nachkommen, die gerade im Hinblick auf die Altersversorgung wichtig sind, zunichte sein könnte.

Wenn dieser Druck eintritt, eine Heirat also geschehen muss, dann sollen die beiden Verlobten heiraten. Eine Heirat ist in diesem Fall keine Sünde.

 

Es fällt auf, dass Paulus neben der Heirat die (nicht genannte) Möglichkeit sieht, die beiden Verlobten könnten unverheiratet zusammen bleiben. Eine solche Dauerverlobung würde allerdings ihrer eigenen Aufgabe, der Vorbereitung der Ehe, widersprechen. Sie würde auf eine geistliche Gemeinschaft ohne Geschlechtsverkehr hinauslaufen. Eine Trennung kommt in V. 36 (und auch in den folgenden Versen) nicht in den Blick.

 

Weiterführende Literatur: Einen Überblick über die verschiedenen Interpretationen des Wortes hyperakmos ("überreif“) gibt einleitend B. W. Winter 1998, 71-89. Er selbst kommt zu dem Ergebnis, dass weder die erreichte Pubertät gemeint sei, die nun zu einer Heirat zwinge, noch das Ende der Gebärfähigkeit. Vielmehr besage der Begriff, dass der Verlobte − hier liege wohl kein Bezug auf die Verlobte vor − voller sexueller Begierde sei, die nun eine Heirat angeraten sein lasse.

 

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V. 37

 

Beobachtungen : Paulus versteht sexuelle Begierde (oder Hoffnung auf Kinder) als Not, die so groß werden kann, dass sie zum Geschlechtsverkehr führen muss. Wenn er nun auf Verlobte eingeht, die keine Not haben, so heißt das nicht, dass sie keine Lust verspüren; sie wird nur nicht so groß, dass sie schließlich in den Geschlechtsverkehr münden muss.

Dementsprechend ist die Enthaltsamkeit gegenüber der eigenen Jungfrau/Verlobten ein Willensakt, ein regelrechter Beschluss, der im Herzen erfolgt ist. Um diesen Beschluss durchzuhalten, bedarf es einiger Standfestigkeit und der Macht über den eigenen Willen.

 

Nicht der Beschluss selbst ist gut, sondern das (enthaltsame) Handeln infolge des Festhaltens an dem Beschluss wird gut sein.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 38

 

Beobachtungen: V. 38 stellt ein Fazit des vorher Gesagten dar: Weder die Heirat noch das Bewahren der Jungfräulichkeit der Verlobten sind Sünde. Ganz im Gegenteil: Beides wird als "gut“ bzw. "besser“ bezeichnet, wobei in V. 36-37 die Ehe eher neutral als Notlösung bewertet wurde. Diese Verstärkung des positiven Urteils unterstreicht, dass Paulus im Hinblick auf die Verlobungsproblematik ungesetzlich urteilt.

 

Auffällig ist die unterschiedliche Zeitform der Verben: zunächst findet sich ein Präsens, dann ein Futur. Die Heirat stellt an sich eine Aktivität dar. Wer also heiratet, der handelt in diesem Augenblick gut. Wer jedoch nicht heiratet, der wird besser handeln. Das Futur weist also auf den gesamten weiteren Lebensverlauf hin, der enthaltsam besser ist. Das Nicht-Heiraten wird nicht bewertet, weil es keine an einen konkreten Zeitpunkt gebundene Aktivität ist.

 

Gewöhnlich bedeutet das Verb gamizein "verheiraten“ und nicht "heiraten“. Da jedoch bisher nicht vom Verheiraten die Rede war und es um die "eigene Jungfrau“ des Verlobten geht, ist hier sicherlich die mögliche Übersetzung "heiraten“ zu wählen.

Bliebe man bei der Übersetzung "verheiraten“, so wäre es der Vater der Verlobten, der verheiratet. Dieser - und nicht der Verlobte - wäre dann auch das Subjekt (tis = "jemand“) von V. 36. Der Inhalt der V. 36-38 spricht allerdings gegen die Interpretation, dass es nicht um die Heirat, sondern um das Verheiraten gehe.

 

Weiterführende Literatur: P. Genton 1992, 249-253 geht der Frage nach, ob V. 38 die Ehelosigkeit verteidigt. Außerdem befasst er sich mit der Begrifflichkeit von 7,25-40.

 

 

Literaturübersicht

 

Baasland, Ernst; Anagkê bei Paulus im Lichte eines stoischen Paradoxes, in: H. Cancik u. a. [Hrsg.], Geschichte − Tradition − Reflexion III, Tübingen 1996, 357-385

Balch, David L.; 1 Cor 7:32-35 and Stoic Debates About Marriage, Anxiety, and Distraction, JBL 102/3 (1983), 429-439

Baumert, Norbert; Ehelosigkeit und Ehe im Herrn: eine Neuinterpretation von 1 Kor 7 (FzB 47), Würzburg, 2., durchges. Aufl. 1986

Baumert, Norbert; Frau und Mann bei Paulus. Überwindung eines Missverständnisses, Würzburg 1992

Butting, Klara; Pauline Variations on Genesis 2.24: Speaking of the Body of Christ in the Context of the Discussion of Lifestyles, JSNT 79 (2000), 79-90

Deming, Will; Paul on Marriage and Celibacy: The Hellenistic Background of 1 Corinthians 7 (Society for New Testament Studies, Monograph Series 83), Cambridge 1995

Dolfe, K. G. E.; 1 Cor 7,25 Reconsidered (Paul a Supposed Adviser), ZNW 83/1-2 (1992), 115-118

Genton, Philippe; 1 Corinthiens 7/25-40. Notes exégétiques, ETR 67/2 (1992), 249-253

Guenther, Allen R.; One Woman or Two? 1 Corinthians 7:34, BBR 12/1 (2002), 33-45

Houston, W. J.; The Words of the Lord and Christian Prophecy: The Irrelevance of I Cor 7, Studia Evangelica VII (TU 126), Berlin 1982, 261-264

Instone-Brewer, David; 1 Corinthians 7 in the Light of the Graeco-Roman Marriage and Divorce Papyri, TynB 52/1 (2001), 101-116

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