Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Erster Korintherbrief

Der erste Brief des Paulus an die Korinther

1 Kor 2,6-16

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

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Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

1 Kor 2,6-16

 

 

Übersetzung

 

1 Kor 2,6-16: 6 Weisheit aber reden wir unter den Vollkommenen, Weisheit freilich nicht dieser Weltzeit, auch nicht der Herrscher dieser Weltzeit, die zunichte werden. 7 Vielmehr reden wir Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die (der) Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat; 8 die keiner von den Herrschern dieser Weltzeit erkannt hat; denn wenn sie [die] erkannt hätten, dann hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 9 Vielmehr [reden wir] wie geschrieben steht: "Was ein Auge nicht gesehen hat und ein Ohr nicht gehört hat, und was in ein Menschenherz keinen Eingang gefunden hat, was (der) Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ 10 Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen (des) Gottes. 11 Denn wer von den Menschen kennt das [innerste Wesen] des Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch das [innerste Wesen] (des) Gottes niemand erkannt, außer der Geist (des) Gottes. 12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus (dem) Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von (dem) Gott geschenkt worden ist. 13 Davon reden wir auch, nicht mit Worten, wie sie von menschlicher Weisheit gelehrt werden, sondern mit vom Geist gelehrten [Worten], indem wir mit Geistlichem Geistliches deuten. 14 Der irdisch gesinnte Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist (des) Gottes kommt; denn es ist ihm Torheit und er kann es nicht verstehen, weil es geistlich beurteilt werden muss. 15 Der geisterfüllte Mensch aber beurteilt alles; er selbst aber wird von niemandem beurteilt. 16 "Denn wer hat [den] Sinn [des] Herrn erkannt, so dass er ihn belehren könnte?“ Wir aber haben [den] Sinn Christi!

 

 

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V. 6

 

Beobachtungen: Paulus spricht nun nicht mehr wie in 2,1-5 von sich selbst, sondern benutzt wieder die erste Person Plural. Das es um das Reden, vermutlich die Verkündigung, geht, ist anzunehmen, dass er sich, den (offiziellen) Mitautor Sosthenes und vielleicht auch die anderen Missionare meint.

 

Sinngemäß könnte V. 6 mit "Und dennoch:..“ eingeleitet werden, weil 2,1-5 ja gerade deutlich gemacht haben, dass die Predigt des Paulus keine Weisheitspredigt war. Und dennoch hat er Weisheit geredet, allerdings keine menschliche, sondern göttliche. Die menschliche Weisheit ist "dieser Weltzeit“ zugeordnet.

Was ist mit "dieser Weltzeit“ gemeint? Wenn es "diese Weltzeit“ gibt, so ist anzunehmen, dass es auch mindestens eine andere Weltzeit geben. Die Apokalyptik des 1. und 2. Jhs. n. Chr. kennt zwei Weltzeiten. Liest man den paulinischen Text auf dem Hintergrund dies apokalyptischen Zeitverständnisses, muss es auch eine "kommende Weltzeit“ geben. Von dieser spricht aber Paulus nirgends in seinen Briefen. Wenn er aber von den "Weisheit dieser Weltzeit“ spricht, so erscheint dieses in einem negativen Licht. Das würde durchaus apokalyptischem Denken entsprechen, wonach die gegenwärtige Weltzeit die gottlose, die kommende dagegen die durch Gottes ungebrochene Macht geprägte ist. Mit "diese Weltzeit“ ist die Vorläufigkeit und insbesondere auch die vorläufige menschliche Weisheit verbunden.

Auch die Herrscher gehören dieser Weltzeit an. Auch sie sind nur vorläufig und werden zunichte. Wann sie genau zunichte werden, wird nicht gesagt. Auch bleibt offen, wie sie zunichte werden. Das spielt hier auch keine Rolle. Wichtig ist die herrschaftskritische Aussage, dass die Herrscher zwar in dieser Weltzeit Weisheit besitzen, diese jedoch menschlich ist und nicht mit der göttlichen Weisheit übereinstimmt. Möglicherweise werden die Herrscher mit den Weisheit in Verbindung gebracht, weil die Weisheit in erster Linie Gedankengut der Oberschicht wiedergab. Auch konnten die Gesetze durchaus dieses Gedankengut widerspiegeln und die Herrscher konnten es in ihren Reichen für jeden verbindlich durchsetzen. Neben der politischen Deutung ist im Hinblick auf die "Herrscher“ auch die eher unwahrscheinliche dämonologische Deutung möglich. Sie geht davon aus, dass überirdische dämonische Mächte gemeint seien.

 

Vermutlich ist die Missionspredigt des Paulus nicht mit seiner Weisheitsrede gleichzusetzen, denn er hat sie nicht zu Heiden geredet, sondern zu den "Vollkommenen“. Bei den "Vollkommenen“ kann es sich, da Paulus die Christen als "Heilige“, die den Geist Gottes empfangen haben, ansieht, nur um Christen handeln. Möglicherweise greift Paulus eine Selbstbezeichnung der korinthischen Gemeindeglieder auf.

Folgende zeitliche Reihenfolge bezüglich Missionspredigt und Weisheitsrede ist anzunehmen: Paulus ist nach Korinth gekommen und hat dort - wie auch anderswo - das Wort vom Kreuz gepredigt. Nachdem sich eine christliche Gemeinde gegründet hat, hat er ihren Mitgliedern göttliche Weisheit vermittelt. Ob Paulus alle Gläubigen als Vollkommene ansieht oder nur einen Teil von ihnen, bleibt offen.

 

Weiterführende Literatur: M. Bünker 1984, 55-56 befasst sich unter rhetorischen Gesichtspunkten knapp mit 1,18-2,16 als "narratio“.

 

Laut J.-C. Kim 1987 beruhe die Unterschiedlichkeit der Auslegung des Abschnittes 2,6-16 auf den verschiedenen Verständnissen zunächst seines religionsgeschichtlichen Hintergrundes und dann seines Verhältnisses zu seinem Kontext. Er erkundet zunächst die Forschungslage dieses Abschnittes, behandelt dann dessen Kontext, Einzelfragen zur theologischen Wende des Paulus im Horizont seiner neuen Christuserkenntnis vor Damaskus, zum religionsgeschichtlichen Hintergrund, zu Berührungen mit der Jesus-Tradition und zur Diskussionssituation in Korinth und bietet dann eine Exegese von 2,6-16. Die Dissertation schließt mit einer Schlussbesinnung über die Bedeutung der pneumatischen Erkenntnis für die Schriftauslegung.

 

M. Widmann 1979, 44-53 geht der Frage nach, wie sich 2,6-16 zum Kontext verhält und ob der Abschnitt echt ist. Er geht davon aus, dass es sich bei 1 und 2 Kor um eine Briefsammlung handele. Im Hinblick auf 2,6-16 kommt er zu dem Ergebnis, dass eine Glosse vorliege. Sie sei eine Reaktion der korinthischen Enthusiasten auf Paulus’ Unterstellung, dass ihre Weisheit "menschlich“ sei. Er begründet seine These mit sprachlichen und terminologischen Besonderheiten des Abschnitts, mit sachlichen Gegensätzen zum Kontext und der Besonderheit und Fremdheit der Form. J. Murphy-O’Connor 1986, 81-84 geht auf diese These ein, hält jedoch die Argumente angesichts der Komplexität des Abschnittes für nicht überzeugend. Er ist der Ansicht, dass M. Widmann zwar eine mögliche Erklärung der Eigenheiten des Abschnitts biete, jedoch wahrscheinlicher sei, dass Paulus die Denkweise und Begriffe der korinthischen Enthusiasten aufgenommen hat. E. E. Ellis 1986, 490 dagegen meint, dass die literarische Form des Abschnitts einem Midrasch späterer rabbinischer Schriften ähnele. Die Eigenheiten ließen annehmen, dass Paulus die literarische Einheit nicht selbst verfasst, sondern vorgefertigt aus einem apostolischen und/oder prophetischen Kreis übernommen habe. W. O. Walker 1992, 75-94 kommt zwar zum gleichen Ergebnis wie M. Widmann, teilt jedoch J. Murphy-O’Connors Kritik an dessen Rekonstruktion der Einfügung der Interpolation, die rein hypothetisch sei. Vielmehr nimmt W. O. Walker an, dass 2,6-16 nach Paulus’ Tod in den Brief eingefügt worden sei. In dieser späteren Zeit habe gnostisches Gedankengut vorgeherrscht, so dass man Paulus als Pneumatiker habe darstellen wollen. Die These von M. Widmann stützt W. O. Walker mittels weiterer Argumente, die er aus Beobachtungen an Kontext, Sprache und Gedankengut herleitet.

 

G. Theißen 1983, 341-389 bietet bezüglich 2,6-16 eine Textanalyse, Traditionsanalyse und psychologische Analyse und geht abschließend auf kognitive Aspekte ein.

 

R. Hoppe 1994, 64-99 meint, dass 1,18-25 als Kernstück der Kreuzestheologie in 1 Kor 1-4, wenn nicht der paulinischen Kreuzestheologie insgesamt, zu gelten habe. Die Disposition von 1 Kor 1-4 lasse erkennen, dass 2,6-16 der zweite "Grundpfeiler“ ist, der die paulinische Darlegung − wenn auch mit ganz eigenem Charakter − trägt. Seine Auslegung des Textes gliedert sich in folgende Abschnitte: Problembeschreibung; Blick in die Forschung; zur Disposition von 2,6-16; Kreuzestheologie in 1 Kor 2; exegetische Auswertungen; Konsequenzen.

H.-C. Kammler 2001, 164-218 befasst sich mit 2,6-16, wobei sich seine Ausführungen in folgende Abschnitte untergliedern: Die Beurteilung des Verhältnisses von 1 Kor 2,6-16 zu 1 Kor 1,18-2,5 in der Paulusforschung; grundsätzliche Erwägungen zum Verhältnis von 2,6-16 zu 1,18-2,5; Strukturanalyse; Exegese; Übersetzung.

J. Reiling 1988, 200-211 legt 2,6-16 aus und kommt zu dem Ergebnis, dass Paulus drei Ziele verfolge: a) Er wolle zeigen, dass sich das Heilsgeschehen nur mittels des Geistes Gottes verstehen lasse. b) Paulus nehme die Sprache der Korinther auf und führe sie auf diese Weise zum Lob des "Pneumatikers“. Die korinthischen Gemeindeglieder hätten sich selbst als "Pneumatiker“ bezeichnet, doch Paulus mache ihnen deutlich, dass diese Selbstbezeichnung nicht angemessen sei, solange bei ihnen Eifersucht und Zank herrschen. c) Paulus lege seine eigene Position aus rhetorischen Gründen nicht so ausdrücklich wie in 1,18-2,5 dar, doch werde sie mittels des wiederholt gebrauchten Personalpronomens "wir“ deutlich.

 

S. Vollenweider 2002, 43-58 behandelt das theologische Programm von 1 Kor 1-2: Er versteht Paulus’ Kreuzestheologie als Auseinandersetzung mit dem in seiner Zeit dominierenden griechisch-hellenistischen Denken. Innerhalb seines eigenen Horizontes apokalyptisch-weisheitlicher Theologie stelle Paulus das Kreuz als Infragestellung jeglicher Denkform, die sich nicht ihrer Begrenztheit in Zeit und Raum bewusst ist, heraus. Auf S. 53-55 befasst sich S. Vollenweider konkret mit 2,6-16.

U. Wilckens 1980, 43-81 befasst sich mit dem Kreuz als Tiefe der Weisheit Gottes. Zunächst geht er auf den Zusammenhang von 2,1-5 mit den vorhergehenden Versen ein, dann legt er den Abschnitt 2,1-5 kurz aus und kommt anschließend auf den S. 48-59 auf 2,6-16 zu sprechen. Im letzten Abschnitt befasst er sich mit dem Problem des korinthischen Selbstverständnisses von "Weisheit Gottes“, mit dem Problem gnostischer Herkunft der Motive in 2,6-16 und mit der Interpretation der Archonten (Herrscher). Auf den Aufsatz folgen Diskussionsbeiträge.

J. S. Lamp 2000, 158-161 geht den Fragen nach, ob Paulus in 2,6 von der gleichen göttlichen Weisheit spricht wie in 1,24.30 u. a. und wer die "Vollkommenen“ sind. Ergebnis: Paulus spreche von der schon thematisierten göttlichen Weisheit des Kreuzes Christi, die "Vollkommenen“ seien wie auch die später erwähnten "Pneumatiker“, die geisterfüllten Menschen, nichts weiter als eine andere Bezeichnung für "Christen“. Auf den S. 161-167 geht J. S. Lamp dann auf weitere terminologische Aspekte des Abschnittes 2,6-9 ein.

G. Sellin 1982, 79-86 vertritt die Meinung, dass die "Weisheit für Vollkommene“ von 2,6ff. im Sinne des Paulus identisch mit Gottes Weisheit, dem "Wort vom Kreuz“, sei. Dabei sei das "Wort vom Kreuz“ als Verkündigung keine Weisheit. Als Weisheit lasse es sich erst auf der theologischen Ebene verstehen.

 

T. Söding 1997, 71-92 befasst sich mit dem Geheimnis Gottes im Kreuz Jesu. Dabei stellt er das Geheimnis Gottes gemäß den "Pneumatikern“ in Korinth der geheimnisvollen Weisheit Gottes im Kreuz Jesu Christi gegenüber. Die "Pneumatiker“ verträten eine präsentische und deshalb auch individualistische Theologie. Zwar stehe auch für die Korinther das Rätsel des Todes Christi im Mittelpunkt, doch glaubten sie, mittels des durch pneumatische Eingebungen und besondere Offenbarungen erworbenen Wissens das Rätsel gelöst zu haben. Dabei hätten sie die Skandalösität des Kreuzestodes entschärft: Das Kreuz stehe nicht für den schmählichen Verbrechertod, auf dem nach Dtn 21,23 der Fluch Gottes liegt, sondern für den Hinübergang aus der Sphäre des Vergänglichen in die Ewigkeit Gottes. Jesus Christus sei der "Herr der Herrlichkeit“, ein Himmelswesen, dessen Identität jenseits des Irdischen besteht. Für den korinthischen "Pneumatiker“ stehe offenbar ganz am Anfang der präexistente Jesus Christus als der wahre, der göttliche Mensch. Seine Identität sei eine ganz und gar pneumatische. Mit der irdischen Welt habe er dem Wesen nach nichts zu tun. Für Paulus dagegen sei das Kreuz das grausame und schmähliche Ende Jesu. Doch gerade in dieser Schmach, in dieser Schwäche, zeige sich Gottes Stärke. Die Torheit des Kreuzes erweise sich als Weisheit Gottes. Das Kreuz zeige in voller Klarheit, wie es einerseits um die erbärmliche Wirklichkeit menschlichen Lebens und andererseits um die alles überragende Größe der Gnade Gottes bestellt ist. Das Geheimnis Gottes sei die Macht seiner Liebe, die sich durch den gekreuzigten Christus den Menschen gnädig zuwende.

F. W. Burnett 2002, 324-340 fragt nach der christologischen Rolle der Weisheit angesichts der Tatsache, dass ihr meist keine oder nur geringe Bedeutung beigemessen werde. Er geht auf R. Bultmanns Interpretation von 1 Kor 1-2 ein und liest Diskussionsbeiträge zu 2,6-16 poststrukturalistisch.

 

J. L. Kovacs 1989, 217-236 bestreitet die ihrer Meinung nach verbreitete Annahme, dass Paulus den Text als Reaktion auf gnostische (oder proto-gnostische) Gegner in Korinth geschrieben habe. Vielmehr sei 2,6-16 von der charakteristischen Theologie des Paulus geprägt, seiner apokalyptischen Deutung des Todes Christi. Der Abschnitt könne nicht mittels späterer gnostischer Parallelen, sondern nur mittels anderer Passagen aus paulinischen Briefen gedeutet werden, wobei jüdisch-apokalyptische Texte den paulinischen Gedankenhorizont verdeutlichten.

K. O. Sandnes 1991, 77-116 geht der Frage nach der Funktion und kommunikativen Rolle von 2,6-16 in der korinthischen Situation nach. Dabei geht er nicht in erster Linie von religionshistorischen Parallelen aus − auch wenn er sie durchaus berücksichtigt -, sondern von dem Rahmen des Ersten Korintherbriefes, insbesondere 1 Kor 12-14. Ergebnis: Das "Geheimnis“ sei das Evangelium vom gekreuzigten "Herrn“, das es zu erkennen gelte. 2,6-16 beinhalte angesichts der korinthischen Gemeindesituation, die von Parteiungen und vom Gefühl der Vollkommenheit geprägt gewesen sei, einen ermahnenden Appell. Paulus’ Prophetie sei grundlegend, vor langer Zeit empfangen. Sie gehe über die von den Korinthern geübte Prophetie hinaus, wie auch das "Geheimnis“ grundlegend sei und über die korinthischen Geheimnisse hinausgehe. Paulus versuche die durch das Streben nach geistlicher Weisheit aufgekommenen Probleme zu lösen, indem er das "Wort vom Kreuz“ als Grundlage für alle authentischen Geisteingebungen heraushebt.

S. Grindheim 2002, 689-709 vertritt die These, dass die Korinther aufgrund ihres Versuchs, sich gegenseitig nach weltlichen Maßstäben zu übertreffen, Gefahr laufen, sich zu den Menschen zu gesellen, denen das Evangelium verborgen ist, und damit das Heil zu verspielen. Paulus stelle die Korinther vor die Wahl, ob sie sich den menschlich Weisen oder aber den "Vollkommenen“, den Christen, die die Maßstäbe der Welt ablehnen, anschließen wollen.

 

Der Aufsatz von A. Klostergaard Petersen 2002, 405-432 basiert auf Literatur von E. P. Sanders u. a. zum jüdischen und christlichen Selbstverständnis. Er fokussiert zwei Aspekte: a) das Schaffen des Anderen, d. h. eines von der eigenen religiösen Gruppierung Unterschiedenen, als Strategie der Selbstdefinition; b) kognitive Aspekte religiöser Texte. Dabei vergleicht er das Mysterienbuch aus Qumran mit 1 Kor 1-2 und geht auf S. 426-431 konkret auf 2,6-16 ein.

 

P. Stuhlmacher 1987, 133-158 geht der hermeneutischen Relevanz von 2,6-16 nach. Dabei geht er davon aus, dass der Text bei den Reformatoren höchstes Gewicht gehabt habe. Ergebnis: Der Text habe hohe biblische Bedeutung, denn in ihm gehe es um das Grundproblem christlichen Verständnisses der Offenbarung Gottes in Christus überhaupt und seine paulinische Lösung.

 

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V. 7

 

Beobachtungen: Paulus redet, d. h. verkündet, zwar Weisheit, doch ist es nicht menschliche, sondern Gottes Weisheit. Sie ist nicht offenbar, sondern im (wörtl.: in) Geheimnis verborgen. Da das Geheimnis nicht mittels eines Artikels bestimmt ist, lässt es sich wohl nicht mit einem konkreten Heilsereignis wie dem Kreuzestod Christi identifizieren. Vielmehr ist anzunehmen, dass es Paulus um die generelle Aussage geht, dass Gottes Weisheit ein Geheimnis ist, das vielen Menschen - denen, die nicht zum Glauben kommen - auch nach dem Kreuzesgeschehen verborgen bleibt.

 

Gottes Weisheit ist zu "unserer Herrlichkeit“ vorherbestimmt. Sind alle Menschen in "unserer Herrlichkeit“ inbegriffen oder nur die Christen? Streng genommen spricht Paulus nur von den korinthischen Gemeindegliedern und von sich und seinem Begleiter Sosthenes, die allesamt Christen sind, so dass ein Bezug nur auf Christen anzunehmen ist. Dann wäre die Herrlichkeit nur eines Teils der Menschheit vorherbestimmt - dem anderen Teil bliebe die Herrlichkeit aufgrund der Vorherbestimmung vorenthalten. Die Herrlichkeit der Christen resultiert wohl aus dem Glauben an den stellvertretenden Tod Christi am Kreuz.

 

Der Plural "Weltzeiten“ beweist, dass Paulus mindestens zwei Weltzeiten kennt, wobei Paulus sich und seine Zeitgenossen in "dieser Weltzeit“, eben der menschlich geprägten, vorläufigen, wähnt.

 

Weiterführende Literatur: G. Dautzenberg 1999, 68-70 geht davon aus, das Paulus in 2,6-16 von Prophetie spreche. Zwar werde der Begriff "Prophetie“ selbst nicht erwähnt, doch lasse die Terminologie eine solche Deutung annehmen. Ähnlich T. W. Gillespie 1990, 151-166, der die Meinung vertritt, dass die Prophetie die Funktion habei, die apostolische Verkündigung zu deuten.

 

G. Schimanowski 1985, 315-317 nennt verschiedene Traditionen, an die die paulinischen Worte erinnerten. So habe Gott die Weisheit "vor allen Zeiten“ vorausbestimmt, d. h. ähnlich wie in den rabbinischen Texten die präexistente Tora zum universalen Schöpfungsplan Gottes geworden sei, deren endgültige Verwirklichung in der Geschichte noch nicht abgeschlossen sei. Ansonsten erinnere die paulinische Sprache in 2,6-16 an apokalyptische Traditionen. Im Hinblick auf die Frage, inwieweit traditionsgeschichtlich gerade die Bedeutung des Todes Jesu für die Ausbildung der Präexistenztheologie die entscheidende Rolle gespielt hat, werde man erst die paulinischen Aussagen zur Präexistenz des Messias/Christus hinzuziehen müssen. Zu bedenken sei jedoch, dass diese in die aktuelle Auseinandersetzung einer Gemeinde hineingeschrieben worden sind und keine grundlegende paulinische "Belehrung“ liefern.

R. J. Morales 2010, 54-72 legt zunächst den biblischen Hintergrund der in der Weisheit Salomos (oder: Buch der Weisheit) behandelten Themen dar und geht dann auf die komplexen Beziehungen zwischen Gott, der Weisheit und dem Geist in diesem biblischen Buch ein, wobei er insbesondere Schlüsselstellen der Kapitel 1,7 und 9 in den Blick nimmt. Schließlich versucht er zu zeigen, dass es zwischen der Weisheit Salomos und der Argumentation des Paulus in 1 Kor 1-2 eine enge Beziehung gebe.

 

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V. 8

 

Beobachtungen: Die Herrscher "dieser Weltzeit“ haben die Weisheit Gottes nicht erkannt, deshalb haben sie ihn gekreuzigt. Wenn sie die Weisheit Gottes erkannt hätten, hätten sie dies nicht getan. Diese Aussage macht deutlich, dass Paulus unter der "Weisheit Gottes“ mehr versteht als allein den Kreuzestod Christi zur Vergebung der Sünden. Wenn nur der Kreuzestod gemeint gewesen wäre, hätten auch - und erst recht! - die gläubigen Herrscher Jesus gekreuzigt, denn sonst hätten sie ja das gnadenvolle Ereignis verhindert. Vielmehr ist als Weisheit Gottes zu sehen, dass Gottes Sohn auf die Erde herniedergekommen ist. Die Christen haben Gottes Sohn erkannt, die anderen Menschen samt den Herrschern nicht. Weil nicht alle Menschen zum Glauben und damit zur Herrlichkeit vorherbestimmt sind, war Gott von vornherein bewusst, dass sein Sohn gekreuzigt werden würde. In dieser größten Erniedrigung des Gottessohnes liegt aber zugleich dessen Erhöhung.

Jesus Christus ist der "Herr“ der Herrlichkeit. Dies ist er als Sohn Gottes, des Heiligen, wobei sich die Herrlichkeit nicht nur, aber doch insbesondere in dem gnadenvollen Kreuzestod zeigt. So wie Gott herrlich ist, ist es auch dessen Sohn, Jesus Christus. Die Christen treten mit der Taufe in dessen Machtbereich ein und sind daher der göttlichen Herrlichkeit zugeordnet. Gottes Weisheit und damit insbesondere das heilsvermittelnde Kreuzesgeschehen sind - wie V. 7 besagt - den Christen zu deren Herrlichkeit vorherbestimmt.

 

Die Herrscher haben Jesus gekreuzigt. Somit handelt es sich bei den Herrschern mit großer Wahrscheinlichkeit um politische Machthaber und nicht um überirdische dämonische Kräfte. Paulus nennt bezüglich der Herrscher keine Namen. Paulus kann sowohl Pilatus als auch Kaiphas oder die Oberen des Synhedriums im Blick haben.

 

Weiterführende Literatur: J. Freeborn 2000, 188-189 geht der Frage nach, an welche Art "Herrlichkeit“ Paulus bei der Formulierung "Herr der Herrlichkeit“ gedacht haben könnte. Ergebnis: Paulus − wie auch Jakobus (2) − sei es um die Ehre der Armen gegangen, um die wahre Weisheit, die zum unparteiischen Gericht führe und ein Geschenk Gottes sei, nicht ein menschlicher Verdienst. Es gebe Ähnlichkeiten im Hinblick auf Jak 2, doch benutze Paulus manchmal apokalyptische Bilder. Beide hätten die Assoziationen, die mit dem Titel "Herr der Herrlichkeit“ verbunden sind, gekannt und beide hätten das "Puzzleteil“ richtig eingesetzt.

 

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V. 9

 

Beobachtungen: Es fehlt, ein Verb, das zu ergänzen ist. Parallel zu V. 7 ist wohl "Vielmehr reden wir...“ zu lesen, wobei im Folgenden gesagt wird, was geredet wird.

Die Formulierung "wie geschrieben steht“ lässt ein Zitat annehmen. Wörtlich lässt es sich im Alten Testament nicht nachweisen, doch klingt es an Jes 64,3 LXX an. Möglicherweise hat Paulus das Zitat aus einer außerbiblischen Schrift oder er hat einen mündlich kursierenden Spruch aufgeschnappt, dessen Herkunft uns heute - und vielleicht auch schon Paulus - unbekannt ist. Es ist also eine ungeklärte Frage, woher das Zitat stammt.

 

Das Zitat besagt, dass Gottes Weisheit nicht erkannt wurde. Das Auge und das Ohr sind Erkenntnisorgane und im Herz hat nach biblischer Vorstellung der Verstand seinen Sitz. Nun besagt das Zitat allerdings nicht - wie oft übersetzt wird -, dass kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und dass [Gottes Weisheit] in kein Menschenherz Eingang gefunden hat. Es wird also nicht ausgesagt, dass kein Mensch die göttliche Weisheit in irgendeiner Weise verstandesmäßig verinnerlicht hat, sondern Kern der Aussage ist, dass Menschen die göttliche Weisheit verborgen bleibt. Dabei sind gemäß V. 6 konkret diejenigen Menschen im Blick, die der Weisheit "dieser Weltzeit“ verhaftet sind, wozu auch die Herrscher gehören. Wenn völlig unbestimmt ein Auge nicht gesehen und ein Ohr nicht gehört hat, so ist konkret mit Blick auf V. 8 zu interpretieren, dass ein Auge eines (jeden) Herrschers und ein Ohr eines (jeden) Herrschers nicht gehört hat. Das, was Gott denen, die ihn lieben, bereitet hat, hat in das Herz eines Herrschers keinen Eingang gefunden. Hätte kein Mensch das von Gott Bereitete wahrgenommen und verstanden, so wäre kaum erklärlich, wie Paulus und andere Missionare das völlig Verborgene und Unverstandene predigen und dazu noch theologisch deuten können.

 

Der Aorist macht deutlich, dass das, was Gott bereitet hat, mit einem einmaligen Ereignis verbunden ist. Dabei ist an den Kreuzestod Christi zu denken, durch den Gott Sündenvergebung bewirkt.

 

Bei denjenigen Menschen, die Gott lieben, dürfte es sich um Christen handeln. Es fällt auf, dass implizit die Gottesliebe mit dem Glauben an Jesus Christus gleichgesetzt wird. Dass es Menschen gibt, die Gott lieben, lässt annehmen, dass in diese die göttliche Weisheit Eingang gefunden hat.

 

Weiterführende Literatur: B. Frid 1985, 603-611 geht der Frage nach, wie das Wort alla zu Beginn des Verses zu deuten ist. Dabei unterstreicht er, dass der V. 9 einleitende Satz unvollständig ist, da ihm Subjekt und Prädikat fehlen. Zwar werde von allen Auslegern der adversative Charakter des alla gesehen, doch würden die falschen Schlüsse aus der Beobachtung gezogen. B. Frid geht auf die seiner Meinung nach abwegigen Interpretationen ein und kommt zu folgendem Schluss: In V. 8-10a setze Paulus seinen Hauptgedanken in auffälliger, aber nicht unverständlicher Weise fort. Paulus lasse den ausdrücklichen Hinweis, dass "wir“ − im Gegensatz zu den Herrschern − "erkennen/wissen“, in seiner Lebendigkeit aus und springe zum mit gar ("denn“) eingeleiteten V. 10, der begründe, warum es tatsächlich möglich ist, die verborgene göttliche Weisheit zu erkennen. Die Übersetzung von V. 9-10 sei: "…but, as the words of Scripture say, […], [we do know], because to us God revealed them through the Spirit.”

 

D.-A. Koch 1986, 36-41 befasst sich mit der unklaren Herkunft des Zitates, wobei er auf weitere Literatur verweist. Es ständen sich zwei Erklärungsmöglichkeiten gegenüber: Die Herleitung des Zitats aus Jes 64,3 und die Annahme eines Zitats aus einer (nicht mehr erhaltenen) apokryphen Schrift. D.-A. Koch plädiert für folgende Lösung: 2,9 sei als eigenständige paulinische Bildung anzusehen, deren Entstehung jedoch nicht ohne Kenntnis und bewusste Orientierung an Jes 64,3 erfolgt sei. H. Ponsot 1983, 229-242 sieht Jes 64,3; 65,16 (oder Jer 3,16) als Hintergrund des Zitates an. Speziell widmet er sich der traditionsgeschichtlichen Entwicklung von Jes 64,3 hin zu 1 Kor 2,9, die er als wesentliche offene Frage ausmacht. Ergebnis: Es sei von einer Vielzahl weisheitlicher, apokalyptischer und liturgischer Einflüsse auszugehen.

A. Lindemann 1996, 199-225 merkt an, dass es nicht verwundere, dass Paulus alttestamentliche Texte zitiere, denn er sei pharisäischer Jude gewesen. Erstaunlich und erklärungsbedürftig sei aber, dass der Erste Thessalonicherbrief als der älteste der uns erhaltenen Paulusbriefe biblische Zitate oder auch nur Anspielungen gar nicht enthält. Tatsächlich bedürfe es aber auch beim entgegengesetzten Befund einer Erklärung: Warum zitiert Paulus in Briefen an überwiegend heidenchristliche Gemeinden die jüdische Bibel? A. Lindemann geht im Hinblick auf diese Frage auf zwei Gesichtspunkte ein: auf die Perspektive des Autors Paulus und auf die Bedeutung der biblischen Zitate aus der (zu vermutenden) Perspektive der Rezipienten des Briefes in Korinth. Er analysiert die biblischen Zitate des Ersten Korintherbriefes der Reihe nach und geht auf S. 205-206 auf 2,9 ein. Das Zitat diene dazu, die Aussage v. a. von V. 8, aber wohl auch diejenige von V. 7, zu bestätigen. Allerdings lasse sich schwer sagen, ob es dem Apostel im eigentlichen Sinne als Beweis diene, denn es enthalte im Grunde keine andere Aussage, als auch schon im Kontext enthalten gewesen war.

 

J. Verheyden 1996, 491-511 befasst sich mit der Annahme des Origenes, dass Paulus das Zitat aus einem (apokryphen) Buch des Propheten Elija habe und geht auf die Probleme ein, die mit dieser Auffassung verbunden sind. Insbesondere sei zu bedenken, dass die uns heute in Fragmenten erhaltene Apokalypse des Elija vermutlich erst aus dem 3. Jh. n. Chr. stammt und damit Paulus unbekannt gewesen sein dürfte. Auch fehle eine 1 Kor 2,9 entsprechende Stelle in den noch vorhandenen Fragmenten der ApkEl. Bezieht sich also Paulus auf eine andere apokryphe Elija-Schrift? J. Verheyden plädiert dafür, den Verweis des Origenes als fehlerhaft anzusehen.

 

Im Thomasevangelium 17 findet sich eine Parallele zu dem Zitat in 1 Kor 2,9. F. Neirynck 1996, 154-156 befasst sich kritisch mit der These, dass das Thomasevangelium an dieser Stelle einen von den Synoptikern nicht überlieferten Spruch Jesu enthalte. Auch J.-M. Sevrin 1999, 307-324 unterstützt diese These nicht. Zwar lasse das Thomasevangelium − wie auch die Turfan-Fragmente, das Petrusmartyrium und der Brief des Pseudo-Titus − einen Spruch Jesu annehmen, doch sei die Verbindung mit Jesus am ehesten auf die Redaktion des Thomasevangeliums zurückzuführen und damit sekundär.

 

Mit der Gottesliebe bei Paulus befasst sich T. Söding 1989, 219-242, der auf S. 224-228 konkret auf 2,9 eingeht. Der Akzent des Verses liege auf der letzten Zeile. Sie betone, dass die Offenbarung der heilsgeschichtlichen Wahrheit ausschließlich die Sache Gottes ist und allein aus Gnade gerade denen zuteil wird, die ihn lieben.

O. Wischmeyer 1987, 141-144 hat die Traditionsgeschichte der Wendung "Gott lieben“ zum Thema. Es handele sich um ein traditionelles theologisches Epitheton, das in einem bestimmten theologischen Zusammenhang für den jüdischen Frommen und Gerechten benutzt werde. Paulus habe diese jüdische Tradition übernommen, jedoch nicht weitergeführt, sondern nur gezielt polemisch eingesetzt und durch die "Liebe des Geistes“ ersetzt, die im Verständnis des Paulus eindeutig und keinen Missverständnissen ausgesetzt sei.

 

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V. 10

 

Beobachtungen: Paulus und Sosthenes − vielleicht aber auch den anderen Missionaren und schließlich allen Christen - ist das, was Gott, denen, die ihn lieben, bereitet hat, durchaus offenbar. Sie haben die Erkenntnis allerdings nicht aus eigenem, menschlichem Streben nach Weisheit erlangt, sondern nur mittels des Geistes (Gottes). Denn, so Paulus, der Geist ist dazu in der Lage, alles zu erforschen und damit kenntlich zu machen, selbst die Tiefen Gottes. Die "Tiefe“ bezeichnet das, was den Menschen ohne das Wirken des Geistes Gottes verborgen ist. So wie die Tiefen der Meere nur schwer erforschbar sind, so lässt sich die Tiefe Gottes nur mittels des Geistes Gottes ergründen.

Der Aorist lässt annehmen, dass die Offenbarung einmalig in der Vergangenheit erfolgt ist. Der Zeitpunkt ist jedoch fraglich. Ist eine Verbindung mit der Taufe zu sehen?

 

Weiterführende Literatur: G. D. Fee 1992, 8-13 befasst sich ausführlich mit den textkritischen Problemen von 2,10.

 

C. M. Pate 2000, 278 nennt als außerbiblische Texte, die der 2,6-16 zugrunde liegenden Tradition angehören, dass die Weisheit nur mittels Gottes Geistes erkannt werden könne, Passagen aus Weish, Sir, 1 Hen, 1 QH, 1 QSa und CD.

J. S. Lamp 2000, 167-174 geht auf Paulus’ Pneumatologie ein und nennt wichtige Literatur zu diesem Thema. Paulus gehe von der Präsenz des Geistes in den Gläubigen aus. Grundlage für das Heil sei der Glaube an Christus, den Gekreuzigten, also Weisheit Gottes. Die Präsenz des Geistes bringe Erkenntnis und Übereinstimmung mit einer neuen existenziellen Ordnung, der Heilsordnung in Christus, mit sich. Zur pneumatischen Erkenntnistheorie des Paulus siehe auch G. Sellin 1982- 86-90.

B. Gaffin 1995, 103-124 nimmt die Diskussion zur dogmatischen Frage auf, ob Ungläubige Gott bzw. Jesus Christus erkennen können. Er kommt aus reformierter Sicht anhand von 2,6-16 zu dem Ergebnis, dass dies nicht der Fall sei.

 

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V. 11

 

Beobachtungen: Paulus zieht zur Verdeutlichung seiner Aussage eine Analogie heran. So wie der menschliche Geist das Wesen des Menschen kennt, so hat auch der der Geist Gottes das Wesen (und Geheimnis) Gottes erkannt. Gleiches wird nur durch Gleiches erkannt.

 

Aus Paulus’ Worten ist streng genommen zu schließen, dass nur der Geist des Menschen - und nicht Gott - das innerste Wesen des Menschen kennt. Allerdings ist zu beachten, dass es Paulus nicht in erster Linie um Aussagen zum menschlichen Wesen geht.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 12

 

Beobachtungen: Der Geistempfang geht vermutlich mit der Offenbarung einher. Paulus macht deutlich, dass er, Sosthenes und möglicherweise auch die anderen Missionare − mit "wir“ könnten hier auch im weiten Sinne alle Christen gemeint sein - nicht den Geist der Welt empfangen haben, sondern den Geist, der aus Gott stammt. Nur mittels des Geistes Gottes ist es nämlich möglich, das Geheimnis Gottes zu ergründen und zu erkennen, was "uns“ von Gott geschenkt worden ist. Der Geist der Welt wäre dagegen der menschlichen Weisheit verhaftet.

Was uns geschenkt worden ist, wird zwar nicht gesagt, doch weist der Plural "ta“ auf eine Mehrzahl von Dingen hin. Es ist an das mit Jesus Christus verbundene Heilsgeschehen zu denken, das letztendlich auf die Vergebung der Sünden der Menschen zielt.

 

Weiterführende Literatur: D. Zeller 1990, 181-185 legt dar, dass die in der Versöhnung mit Gott ohne Zutun des Menschen empfangene Gnade menschliches Handeln ermögliche und so im Verhalten des Christen fruchtbar werde.

 

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V. 13

 

Beobachtungen: Von dem, was den Christen von Gott geschenkt ist, redet auch Paulus. Dabei macht er deutlich, dass die Worte seiner Verkündigung nicht menschlichen Weisheitsworten entsprechen, sondern vom Geist (Gottes) gelehrt sind.

 

Bezüglich des Dativs "pneumatikois“ ist unklar, ob er maskulin oder ein Neutrum ist. In ersterem Fall wären die Pneumatiker, die Geisterfüllten, oder auch geistliche Worte gemeint, in letzterem Fall geistliche Dinge. Fraglich ist an dieser Stelle auch die Bedeutung des Verbs "synkrinô“. Es kann mit "verbinden/vergleichen“, "beurteilen/prüfen“ oder auch "deuten“ übersetzt werden. Versteht man den Dativ maskulin, so sind zwei Übersetzungen möglich: a) "indem wir Geistlichen/Geisterfüllten Geistliches/geistliche Dinge deuten“; b) "indem wir mit Geistlichem/geistlichen Worten Geistliches/geistliche Dinge verbinden/beurteilen/deuten“. Die Bedeutung wäre entweder, dass den Christen, den Geisterfüllten, geistliche Sachverhalte gedeutet werden, oder dass mit geistlichen Worten geistliche Sachverhalte bzw. Offenbarungen verbunden, beurteilt oder gedeutet werden. Problematisch ist jedoch bei diesen beiden Deutungen, dass ein Maskulinum neben einem Neutrum stände, ohne dass der plötzliche Wechsel angedeutet würde. Es wäre zur Verdeutlichung der Artikel "tois“ vor "pneumatikois“ zu erwarten. Allerdings ist zu bedenken, dass der vorhergehende Dativ "logois“ ("mit Worten“) durchaus annehmen lässt, dass mit dem Dativ "pneumatikois“ wiederum Worte gemeint sind. Versteht man den Dativ als Neutrum, dann liegt die Übersetzung "indem wir mit Geistlichem/geistlichen Dingen Geistliches/geistliche Dinge verbinden/vergleichen/beurteilen/deuten“ nahe. Das würde bedeuten, dass mit geistlichen Sachverhalten bzw. Offenbarungen (die Christen schon besitzen) geistliche Sachverhalte bzw. Offenbarungen (die Christen noch erhalten) verbunden, verglichen, beurteilt oder gedeutet werden. Gegen diese Deutung ist einzuwenden, dass es im Abschnitt 2,6-16 nicht um das Empfangen neuer Geistesgaben, sondern um Verkündigung geht.

 

Weiterführende Literatur: F. W. Horn 1992, 185-186 meint, dass sich im wesentlichen drei Übersetzungsvarianten gegenüber ständen: a) "indem wir den Pneumatikern die geistlichen Inhalte deuten“; b) "indem wir geistliche Inhalte in geistliche Formen kleiden“; c) "indem wir die Wirkungen des Geistes miteinander vergleichen“. Er hält unter Berücksichtigung des Kontextes die erste Übersetzung für am wahrscheinlichsten.

 

G. Barbaglio 2000, 190-206 gibt einen Überblick darüber, wie Paulus seine apostolische Autorität begründet und geht auf S. 203-206 auf das Argument der Eingebung des Geistes Gottes in 2,6-16 ein.

 

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V. 14

 

Beobachtungen: Aufgrund der Wesensunterschiedenheit nimmt der irdisch gesinnte Mensche Dinge, die vom Geist Gottes kommen, nicht an. Aufgrund seines Unverständnisses hält er sie für Unsinn. Was vom Geist Gottes kommt, wird geistig erkannt (oder: muss geistig erkannt werden). Somit kann auch nur der geisterfüllte Mensch das Kreuzgeschehen beurteilen, für die irdisch gesinnten Menschen ist es Unsinn (vgl. 1,18-31).

 

Der irdisch gesinnte Mensch ist wörtlich übersetzt ein "Psychiker“ (psychikos). Diese Bezeichnung erstaunt insofern, als Paulus im Vorhergehenden den Begriff "psychê“ nicht benutzt hat. Vielmehr benutzt er in verschiedenster Weise den Begriff "pneuma“. Dieser bezeichnet nicht nur den Geist Gottes, sondern gemäß V. 11-12 auch den menschlichen Geist, der nur das menschliche Wesen und nicht das göttliche erkennt, sowie den "Geist der Welt“, der dem "Geist (des) Gottes“ entgegengesetzt ist. Von daher könnte auch ein irdisch gesinnter Mensch "Pneumatiker“ ("pneumatikos“) genannt werden. Den Korinthern scheint der Begriff "Psychiker“ geläufig zu sein, denn sonst würde Paulus ihn erklären. Vielleicht hat Paulus ihn - und auch den Begriff "Pneumatiker“ - von den Korinthern übernommen.

Paulus kennt gemäß 1 Thess 5,23 eine Dreiteilung des Menschen in "Geist“ ("pneuma“), "Seele“ ("psychê“) und "Körper“ ("sôma“). Demnach wäre die Psyche die Seele des Menschen, die nicht körperlich, aber dem Irdischen verhaftet ist.

 

Weiterführende Literatur: M. Fatehi 2000, 181-192 befasst sich mit der Kritik des Paulus an der Weisheit der Korinther und geht dabei insbesondere auf den Gegensatz Psychiker − Pneumatiker ein.

V. Branick 1982, 251-269 setzt sich mit der seiner Meinung nach irrigen These auseinander, dass Paulus von zwei Sorten Christen spreche, und zwar von den geistlich Vollkommenen und von den geistlich Unvollkommenen. Da nicht beachtet werde, dass es sich bei 1 Kor 1-3 um eine literarische Komposition handelt, gehe man davon aus, dass die geistlich Vollkommenen "feste Speise“ als Nahrung bekommen, die geistlich Unvollkommenen dagegen "Milch“ (vgl. 3,1-5). Tatsächlich handele es sich bei 1,18-31, 2,6-16 und 3,18-23 um eine sorgfältig zusammengesetzte Homilie, die ursprünglich wohl nicht an die Korinther, sondern an eine Gruppe Juden gerichtet gewesen sei. 3,1-3 hätten nicht zur Homilie gehört und somit könnten die Verse nicht unmittelbar zur Interpretation von 2,6-16 herangezogen werden. Die Homilie sei aus sich selbst heraus zu interpretieren.

 

G. E. Sterling 1995, 355-384 rekonstruiert anhand von 1 Kor 15,44-49; 2,6-3,4 und 11,7-12, wie die Korinther Gen 2,7 und 1,26-27 aufgefasst haben. Diese Rekonstruktion vergleicht er mit exegetischen Traditionen der beiden Genesis-Texte, wie sie bei Philo von Alexandrien nachweisbar seien. 1 Kor 2,6-3,4 behandelt G. E. Sterling auf S. 367-376, wobei er v. a. auf die Begrifflichkeit von 2,14-15 und 3,1-3 eingeht.

 

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V. 15

 

Beobachtungen: Als "Pneumatiker“ ("pneumatikos“) wird nicht der irdisch gesinnte Mensch bezeichnet, sondern der geistlich gesinnte Mensch. Dieser kann nicht nur Menschliches beurteilen, sondern "alles“, also auch das, was vom Geist Gottes kommt, denn er ist ja vom Geist Gottes erfüllt.

 

Der "Pneumatiker“ wird von niemandem beurteilt. Bezieht sich "niemand“ nur auf die Menschen oder auch auf Gott bzw. Jesus Christus? Und: Was ist mit dem Verb "beurteilen“ gemeint? Geht man bei der Beantwortung logisch vor, so ist zunächst festzustellen, dass für das Erkennen, Verstehen oder Beurteilen eines Wesens der Grundsatz gilt, dass Wesensgleichheit vorliegen muss. Da der geisterfüllte Mensch dem Geist Gottes gleicht, kann er von diesem bzw. von Gott oder Jesus Christus beurteilt werden. Damit muss sich streng genommen "niemand“ auf Menschen beziehen. Da es jedoch nicht nur einen "Pneumatiker“ auf der Welt gibt, sondern viele, müssten sich eigentlich auch die "Pneumatiker“ alle untereinander beurteilen können, da sie ja wesensgleich sind. Streng genommen müsste es also heißen "von niemandem, außer den Pneumatikern“, was aber dem eigentlichen Wortsinn von "niemand“ widerspricht. Nimmt man "niemand“ im eigentlichen, zumindest alle Menschen umfassenden Sinn, dann kommt die Deutung in Frage, dass kein Mensch den "Pneumatiker“ endgültig beurteilen kann, sondern nur Gott (oder Gottes Geist oder Jesus Christus) allein. Eine solche Deutung lässt ein göttliches Gericht am Ende der Tage anklingen.

Das Beurteilen setzt das Erkennen und Verstehen voraus. Möglicherweise tendiert es zum Prüfen und beinhaltet eine Wertung, vielleicht bis hin zum Gericht.

 

Weiterführende Literatur: T. Söding 1997, 262-263 geht davon aus, dass der Begriff "Pneumatiker“ eine Selbstbezeichnung der Korinther sei. Sie seien geradezu überwältigt von den ekstatischen Geist-Phänomenen, die ihnen in reichem Maß zuteil werden, und fühlten sich als "Vollkommene“. Dieser pneumatische Enthusiasmus stehe im Hintergrund des Parteien(un)wesens.

 

Zur päpstlichen Interpretation von 1 Kor 2,15 im Mittelalter und zur reformatorischen Interpretation siehe J. S. Vos 2009, 777-792.

 

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V. 16

 

Beobachtungen: Paulus zitiert verkürzt Jes 40,13-14a LXX, doch führt er das Zitat nicht wie in V. 9 explizit ein. Möglicherweise war für die korinthischen Leser nicht klar, dass es sich um ein Zitat handelt. Paulus benutzt es, um zu verdeutlichen, dass niemand (von den irdisch gesinnten Menschen) den Sinn Gottes bzw. Jesu Christi erkannt hat bzw. erkennt. Denn wer irdisch gesinnt ist, kann göttliches Heilsgeschehen nicht erkennen, verstehen und beurteilen. Dies können nur Menschen, die Gott mit seinem Geist erfüllt hat, also Christen. Da Paulus und sein Begleiter Sosthenes Christen sind, sind sie geisterfüllt und haben folglich den Sinn Christi. Der Ausruf hat triumphierenden Charakter. Da Paulus hier zwar mit "wir“ alle Christen meinen kann, er jedoch wie im gesamten Abschnitt in erster Linie von sich, Sosthenes und vielleicht auch von den anderen Missionaren spricht, ist der Ausruf möglicherweise als Beleg für die Richtigkeit der nicht auf Menschenweisheit basierenden Predigttätigkeit zu verstehen.

 

Die Erwähnung Christi überrascht an dieser Stelle, denn Paulus hat im gesamten Abschnitt 2,6-16 nicht von Christus gesprochen, sondern von Gott. Möchte Paulus das Hauptaugenmerk wieder auf das Kreuzesgeschehen lenken?

 

Weiterführende Literatur: D. B. Capes 1992, 136-140 geht der Bedeutung der Formulierung "Sinn (des) Herrn“ nach. Er vertritt die Ansicht, dass Paulus Jes 40,13 aufgegriffen und nicht wie in Röm 11,34 auf Gott, sondern auf den "Herrn“ bezogen habe. Dies beweise Paulus’ Flexibilität hinsichtlich der Verwendung alttestamentlicher Texte und seine Unklarheit bezüglich des Profils Gott Vaters und des Sohnes.

F. Wilk 1998, 287-292 meint, dass Paulus das Zitat Jes 40,13 − im Konnex mit Jes 40,5f. und einzelnen Aussagen aus 40,14-25 − als prophetischen Hinweis auf den geheimnisvollen Charakter des göttlichen Heilshandelns in Christus lese. Während es Menschen an sich unbegreiflich sei, habe Gott es durch den Geist dem Apostel Paulus − und so auch den anderen Aposteln − zu erkennen gegeben; damit sei aber nun auch der Apostel in seiner Verkündigungstätigkeit menschlicher Beurteilung entzogen.

 

W. Willis 1989, 110-122 vertritt die Ansicht, dass 2,6-16 und insbesondere die Formulierung "Sinn Christi“ auf rechtes Verhalten, nicht jedoch auf rechtes Gedankengut ziele. Paulus predige den gekreuzigten Christus. Diese frohe Botschaft werde von den Korinthern durchaus geglaubt. Nicht fehlender Glaube werde von Paulus kritisiert, sondern die Tatsache, dass der Glaube nicht das richtige Verhalten, sondern Spaltungen und Selbstruhm nach sich ziehe. Folglich sei unwahrscheinlich, dass Paulus die Christen in vollkommene und unvollkommene Gläubige teilt. Vielmehr führe der Abschnitt die Ermahnung zur Einheit unter den Gläubigen fort.

 

Untersuche man direkte Mehrfachzitate der paulinischen Homologumena, so falle laut M. Tiwald 2008, 114-120 auf, dass Paulus die gleichen Textpassagen oft unterschiedlich zitiert. War Paulus einfach nur schlampig oder hat er bewusst in den Text eingegriffen, um seiner intendierten Aussage mehr Gewicht zu verleihen, oder muss man auch hier mit unterschiedlichen Textvorlagen rechnen? M. Tiwald macht anhand von 1 Kor 2,16; Röm 11,34; Gal 3,11 und Röm 1,17 deutlich, dass häufig eine eindeutige Antwort nicht möglich sei.

 

 

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