Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Erster Korintherbrief

Der erste Brief des Paulus an die Korinther

1 Kor 12,1-11

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

Wenn Sie diese Bibliographie zum ersten Mal nutzen, lesen Sie bitte die Hinweise zum Gebrauch.

Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

1 Kor 12,1-11

 

 

Übersetzung

 

1 Kor 12,1-11:1 Über die Geistesgaben, Geschwister, will ich euch nicht in Unkenntnis lassen. 2 Ihr wisst, dass ihr, als ihr Heiden wart - wie ihr da, [gleichsam] fortgerissen, zu den stummen Götzen hingezogen wurdet. 3 Darum tue ich euch kund: Niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: "Verflucht [ist] Jesus!“, und niemand kann sagen: "Herr ist Jesus!“, außer im heiligen Geist. 4 Es gibt [unterschiedliche] Zuteilungen von Gnadengaben, aber [es ist] derselbe Geist; 5 und es gibt [unterschiedliche] Zuteilungen von Diensten, aber [es ist] derselbe Herr; 6 und es gibt [unterschiedliche] Zuteilungen von Wirkungen, aber es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt. 7 Einem jeden aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben. 8 Dem einen nämlich wird durch den Geist Weisheitsrede gegeben, dem anderen Erkenntnisrede gemäß demselben Geist, 9 einem anderen Glaube in demselben Geist, einem anderen Heilungsgaben in dem einen Geist, 10 einem anderen aber Machttaten, einem anderen aber Prophetie, einem anderen aber Unterscheidung(en) von Geistern, einem anderen verschiedene Arten Zungenreden, einem anderen aber Deutung der Zungenreden. 11 Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der einem jeden gesondert zuteilt, wie er will.

 

 

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V. 1

 

Beobachtungen: Paulus kommt nun in einem längeren Abschnitt (12,1-14,40) auf die Geistesgaben im Gottesdienst zu sprechen. In 12,1-3 befasst sich Paulus aber noch nicht mit den Geistesgaben im Einzelnen, sondern mit dem grundsätzlichen Wirken des heiligen Geistes.

 

Der Begriff "pneumatikôn“ kann sowohl als Maskulinum als auch als Neutrum gedeutet werden. Als Maskulinum ist er mit "geistliche Menschen“ ("Pneumatiker“), als Neutrum mit "Geistesgaben“ zu übersetzen. Welche Übersetzung hier vom Zusammenhang her eher passt, ist fraglich.

 

"Geschwister“ meint hier nicht leibliche Geschwister, sondern Glaubensgeschwister, nämlich Christinnen und Christen. Bei dem Substantiv "adelphoi“ handelt es sich zwar um eine maskuline Form, die zunächst mit "Brüder“ zu übersetzen ist, jedoch sind hier vermutlich auch die "Schwestern“ eingeschlossen. Dass diese unkenntlich bleiben, liegt an der männerzentrierten Sprache, die gemischtgeschlechtliche Gruppen als reine Männergruppen erscheinen lässt.

 

Wenn Paulus von der Unkenntnis der Korinther spricht, so ist anzunehmen, dass er sich auf eine Anfrage bezieht, die die Korinther in einem Brief an ihn geäußert haben.

 

Weiterführende Literatur: J. F. M. Smit 1989, 325-343 bietet eine rhetorische Analyse von 1 Kor 12. Bezüglich des Aufbaus kommt er zu dem Ergebnis, dass drei Abschnitte vorliegen: a) V. 1-3: "exordium“, in dem Paulus die Adressaten vorsichtig an das brisante Thema "Zungenrede“ heranführt; b) V. 4-6: dreiteilige "partitio“, die auf die Zuteilungen eingeht; c) V. 7-30: dreiteilige "confirmatio“, die sich mit der Bedeutung der Zungenrede und des Aposteldienstes und schließlich mit der Rangordnung in der Kirche befasst. Demnach seien die Gnadengaben zwar nützlich, die Dienste jedoch notwendig. Deshalb seien die Gnadengaben den Diensten untergeordnet. Die Zungenrede werde als geringste der Gnadengaben, der Aposteldienst (ironisch) als höchster der Dienste angesehen. Folglich komme den Aposteln der erste und den Zungenrednern der letzte Platz in der kirchlichen Hierarchie zu. 1 Kor 12 propagiere nicht − wie oftmals angenommen − die Gleichheit der Gemeindeglieder, sondern den Führungsanspruch des Apostels Paulus.

Auch B. Frid 1995, 95-113 befasst sich mit der Argumentation und Struktur von 1 Kor 12. Seine Gliederung ist wie folgt: V. 1-3: "exordium“, worin Paulus deutlich mache, dass Gottes Geist und dessen Äußerungen unter den geistlichen Menschen durchaus im Einklang ständen. Alles, was geistlich getan und gesagt wird, gehe auf den heiligen Geist zurück. Über diesen hätten die Korinther keine Verfügungsgewalt. V. 4-11: "narratio“, in der Paulus seine These entfalte und (in der "propositio“ V. 11) verdichte. V. 12-26: "argumentatio“, in der Paulus das Wirken des Geistes auch in der aktuellen Situation als gegeben sehe und als Analogie das bei antiken Denkern und Schriftstellern beliebte Bild vom Leib heranziehe. V. 27-30: "peroratio“, in der Paulus den Korinthern zu zeigen versuche, dass das Gesagte auch für sie selbst von Belang ist. V.31: "transitus“, der Übergang zum Folgenden.

 

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V. 2

 

Beobachtungen: Paulus erinnert an die Vergangenheit. Dabei fällt auf, dass er alle Adressaten als ehemalige Heiden anspricht, obwohl sie früher teilweise Juden waren (vgl. u.a. Apg 18,7-8; 1 Kor 1,14; 7,18). Daraus ist zu schließen, dass die Mehrheit der Adressaten Heide war. Diese Mehrheit ist es, die nun konkret angesprochen ist.

 

Als die Heidenchristen noch Heiden waren, da wurden sie zu den stummen Götzen hingezogen. Das Imperfekt zeigt, dass dies über längere Zeit oder immer wieder geschah, in gewisser Weise einen Zustand darstellte. Dabei scheinen sie ihres Willens nicht mächtig gewesen zu sein, denn sie wurden fortgerissen, wie ein die starke Strömung eines Flusses einen Schwimmer fortreißt. Wer oder was die Heiden zu den stummen Götzen fortgerissen hat, sagt Paulus nicht.

Ob die stummen Götzen die Heiden zu sich gerissen haben, ist fraglich. Die Götzen erscheinen zwar als stumm, sind damit jedoch nicht unbedingt auch handlungsunfähig. Es scheint Paulus nicht darauf anzukommen, wer die Heiden zu den stummen Götzen fortgerissen hat. Es ist ihm nur wichtig, dass dies geschehen ist. Das Fortgerissenwerden lässt an Ekstase denken, wie sie in den heidnischen Kulten vorkommt. Es ist fraglich, ob Paulus die Ekstase an sich ablehnt, zumal die Ekstase ja auch ein christliches Phänomen ist. Es lässt sich nur feststellen, dass Paulus die Ekstase heidnischer Kulte ablehnt.

Paulus scheint beim Schreiben bzw. Diktieren von V. 2 emotional berührt zu sein, worauf der etwas komplizierte Satzbau mit seinem erneuten Ansatz hinweist.

 

Dass die Sprachlosigkeit der heidnischen Götter betont wird, weist darauf hin, dass die Verehrer der Götzen bei ihrem religiösen Tun, speziell bei ihrem religiösen Reden, auf eine - wie auch immer beschaffene - Antwort hoffen. Diese Hoffnung ist jedoch vergebens, weil die Götzen sich nicht äußern können.

 

Weiterführende Literatur: T. Paige 1991, 57-65 vertritt die Ansicht, dass in 12,2 nicht von ekstatischen Erscheinungen im Rahmen des heidnischen Kultes die Rede sei, an denen die Korinther vor der Bekehrung nach Meinung mancher Ausleger teilgenommen hätten. Vielmehr gehe es um die Teilnahme an einer kultisch-religiösen Prozession, der "pompê“. Die richtige Übersetzung laute "… whenever you were led [in the processions] you were [really] being carried away captive“.

 

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V. 3

 

Beobachtungen: Paulus legt nun das Kriterium dar, das einen im Geist Gottes Redenden auszeichnet: das Bekenntnis zu Jesus. Nur wer im Geist Gottes redet, kann Jesus als "Herrn“ anerkennen. Dagegen ist es ihm unmöglich, Jesus zu verfluchen. Die Verfluchung Jesu ist also Kennzeichen für jemanden, der nicht im Geist Gottes redet.

Doch warum ist Paulus daran gelegen, an dieser Stelle das Kriterium für einen im Geist Gottes Redenden einzuschärfen? Es hat den Anschein, als wolle Paulus verdeutlichen, wie man wahre geistliche Rede erkennen kann. Möglicherweise lässt sich die Unsicherheit bezüglich wahrer geistlicher Rede damit erklären, dass sich die christliche Gemeinde in Korinth mit einer Vielzahl verschiedener Kulte konfrontiert sieht. Da ekstatisches oder inspiriertes Reden nicht auf das Christentum beschränkt ist, stellt sich manchen Gemeindegliedern vielleicht die Frage, wie man erkennen kann, ob jemand im Geist Gottes redet. Solche Verunsicherung ist allerdings insofern verwunderlich, als die christlichen Gottesdienste räumlich getrennt von denjenigen der heidnischen Religionen stattfinden. Gibt es vielleicht unter denen, die im Gottesdienst der korinthischen Gemeinde reden, "schwarze Schafe“? Es ist möglich, aber keineswegs sicher, dass es korinthische Gemeindeglieder gibt, die Jesus in ihren Reden verfluchen. Doch warum sollten sie dies tun, wo sie doch an ihn glauben? Möglicherweise gibt es in der Gemeinde erste gnostische Tendenzen, die zu einer Ablehnung von allem Materiellen führt und nur das Geistliche wertschätzt. Dann würde auch der Mensch Jesus abgelehnt und verflucht. Allerdings ist die Formulierung "Verflucht [ist] Jesus“ doch sehr allgemein und es findet keine Unterscheidung zwischen dem körperlichen und dem geistlichen Jesus statt. Außerdem ist die Gnosis als Bewegung erst nach Abfassung des Ersten Korintherbriefes nachzuweisen. Auch nicht wahrscheinlich ist, dass Paulus auf jüdische Verfluchungen im Rahmen des synagogalen Gottesdienstes anspielt, denn Paulus spricht ja ausschließlich ehemalige Heiden an. Doch wie könnte man eine Verfluchung Jesu sonst erklären? Eine plausible Erklärung ist dann nicht nötig, wenn man davon ausgeht, dass die von Paulus erwähnte Verfluchung fiktiv ist. Dann ginge es Paulus nur darum, den Korinthern eine grobe inhaltliche Richtlinie für die wahre geistliche Rede im Gottesdienst zu geben.

 

Dass Paulus das Kriterium nennt, das einen geistlichen Menschen auszeichnet, spricht dafür, dass in V. 1 pneumatikôn mit "geistliche Menschen“ zu übersetzen ist. Möglicherweise haben sich korinthische Gemeindeglieder selbst als "Pneumatiker“ bezeichnet.

 

Weiterführende Literatur: J. S. Vos 1993, 251-269 geht auf folgende Fragen ein: 1) Woran denkt Paulus in V. 2 konkret? Damit zusammenhängend: wie ist das Verhältnis zwischen V. 2 und V. 3 zu bestimmen? 2) Welche Funktion hat V. 3? Damit zusammenhängend: wie ist das Verhältnis zwischen V. 3b und 3c zu sehen? 3) Wie verhält sich 12,1-3 zu 12,4-31 bzw. zu 12,4-14,40? Zunächst geht J. S. Vos auf die Auslegungsgeschichte ein, dann legt er seine eigene Sicht dar. Die zusammenfassende rhetorische Analyse bietet folgendes Bild: V. 1 sei eine Einleitung und als "praefatio“ zu bezeichnen. V. 2 habe die Funktion einer verkürzten "narratio“. Sie sei hier als Darlegung von Tatsachen zu verstehen, die in weiterem Sinne mit der Sache in Beziehung stehen. V. 3 habe die Funktion einer "propositio“. V. 3 sei ja die Hauptthese, die einerseits aus der "narratio“ folgt und andererseits den Ausgangspunkt für die folgende Darlegung bietet.

 

Der Frage, wie die Verfluchung Jesu zu interpretieren ist, geht V. Subilia 1981, 151-155 nach. Handelt es sich um einen hypothetischen und absurden Fall, oder stellt sich die Sachlage komplizierter dar? V. Subilia erklärt die Verfluchung Jesu damit, dass sich in der korinthischen Gemeinde zwei Positionen gegenüber ständen: Konvertiten gnostischer Herkunft und Mentalität verstünden die Erlösung als Erlösung von der Welt und bezögen sie daher auf Christus Geist. Paulus dagegen gehe von der Geschichtlichkeit des Menschen Jesus aus und meine die Erlösung der Welt. Diesen irdischen und körperlichen Jesus − nicht den geistigen! − verfluchten die gnostisch Gesinnten, wobei sie sich auf die paulinische Aussage berufen konnten, dass Jesu als am Pfahl Gehängter, d. h. Gekreuzigter, verflucht sei (vgl. Gal 3,13 auf Basis von Dtn 21,23).

Eine andere These vertritt J. M. Bassler 1982, 415-421: Paulus, der als gesetzestreuer Jude Christen verfolgt hatte, habe V. 3 aus eigener Erfahrung heraus formuliert.

 

Laut A. Mehat 1983 werde in 1 Kor 12,1-3 nicht auf "orgiastische“ heidnische Mysterienkulte angespielt. Nicht mögliches Wiederaufkeimen des Heidentums sei im Blick, sondern es gehe Paulus darum, besorgte Gemeindeglieder zu beruhigen. Diese Gemeindeglieder seien bestimmten "Gnadengaben“ gegenüber sehr kritisch eingestellt und würden deren Ausübung am liebsten untersagen. Bevor es jedoch zu einer Einschränkung der Ausübung kommt, versuche Paulus die Bedenken zu zerstreuen, indem er das Kriterium für Rede im Geist Gottes darlegt.

 

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V. 4

 

Beobachtungen: V. 4 spricht allerdings gegen eine Übersetzung von pneumatikôn in V. 1 mit "geistliche Menschen“, denn in V. 4 und den folgenden Versen geht es eindeutig um Geistesgaben. Demnach ist pneumatikôn wahrscheinlich mit "Geistesgaben“ zu übersetzen.

 

V. 4 bezeichnet diese Gaben als "Gnadengaben“ (charismata), eben weil die Gläubigen sie nicht aus eigener Kraft bewirken können, sondern weil sie von göttlicher Gnade abhängen. Die Gnadengaben werden jedem ganz unterschiedlich zugeteilt.

 

Paulus stellt der Unterschiedlichkeit die Einheit gegenüber. So werden zwar die Gnadengaben unterschiedlich zugeteilt, aber es ist nur ein Geist. Dass der Geist die Gnadengaben bewirkt, wird zwar an dieser Stelle nicht ausdrücklich gesagt, ist aber wahrscheinlich (vgl. V. 11). Daher kommt es, dass die Gnadengaben auch als "Geistesgaben“ bezeichnet werden.

 

Weiterführende Literatur: F. B. Craddock 1983, 417-425 bietet zu 1 Kor 12,4-6 eine kurze Auslegung und eine daraus entwickelte Predigt.

 

S. Schatzmann 1987, 1-13 befasst sich mit dem Begriff "Gnadengaben“, wobei er über die Etymologie, den Wortgebrauch, die Synonyme informiert und eine Definition liefert.

 

S. Schatzmann 1987, 29-47 thematisiert die Gnadengaben gemäß 1 Kor 12-14. Dabei geht er auf die korinthische Situation, die christologische Prüfung der geistlichen Begabung, das grundsätzliche Wesen der Gaben, auf die Charismen-Listen 12,8-10.28.29-30 und auf die Funktion der Gaben ein.

Den biblischen Hintergrund der Gnadengaben hat O. Betz 1990, 252-274 zum Thema. Knapp befasst sich mit den Gnadengaben auch D. Zeller 1990, 185-189.

 

K. Kertelge 1986, 184-202 fragt nach dem "Ort des Amtes“ in der "Ekklesiologie des Paulus“, wobei er die damit zusammenhängenden Problemstellungen erörtert. Auf S. 192-197 befasst er sich mit dem Apostel und den Gemeindediensten. Paulus bestätige das Modell der christlichen Gemeinde, in der die Glaubenden ihre vom Geist gewirkten Fähigkeiten ("Gaben“ und "Dienste“) mit einbringen. Dabei würden in die "geistliche“ Grundstruktur der Gemeinde auch Dienste einbezogen, die nicht einfach mit der persönlichen Tüchtigkeit des Einzelnen gegeben sind, sondern die für die Führung und Förderung des geistlichen Lebens der Gemeinde unverzichtbar sind. Hierzu zähle Paulus die kerygmatisch-katechetischen und die kybernetischen Dienste, die in der zweiten Charismenliste von 1 Kor 12 − in V. 28 − betont und in kritischer Absicht herausgestellt würden. Das Charisma (Gnadengabe) und Amt bei Paulus hat auch N. Baumert 1986, 203-228 zum Thema, der auf S. 210-213.218-222 konkret auf 1 Kor 12 eingeht.

A. Winterer 2000, 77-87 geht der Frage nach, welches Verständnis von Gemeinde und "Amt“ der Apostel Paulus eigentlich hatte. Zunächst einmal stellt sie klar, dass die Charismentafeln aus 1 Kor 12 vermutlich nicht die tatsächlichen Verhältnisse in den paulinischen Gemeinden widerspiegelten, sondern eine Zusammenstellung von all dem, was Paulus in den frühchristlichen Gemeinden vorfand (Ansätze zu Ämtern, Äußerungen geistgewirkter Ekstase, in unterschiedlicher Weise praktizierte Nächstenliebe) darstellten. Diese Annahme werfe die Frage auf: Liegt eine paulinische Gemeindeverfassung vor? A. Winterer verneint dies. Sie begründet die Einführung der Charismenlehre stattdessen wie folgt: Auch im Gemeindeleben müsse der Geist einerseits als belebendes Prinzip wirksam werden, was er nur bei freier Entfaltung in vielerlei Ausprägung könne, andererseits aber müsse das Leben der einzelnen Gemeindeglieder gleichzeitig auch als ein Leben im Geist identifizierbar sein.

R. Y. K. Fung 1980, 195-214 wendet sich gegen die These, dass Gnadengaben und kirchliches Amt im Gegensatz zueinander stünden. Vielmehr lasse sich die zunehmende Betonung des institutionalisierten kirchlichen Dienstes seitens Paulus damit erklären, dass Paulus persönliche und eher öffentliche Gaben sowie wundersame und nichtwundersame Gaben unterscheidet. Dies lasse sich wie folgt erklären: Als sich das apostolische Zeitalter dem Ende nahte und die Apostel und Propheten (und die Lehrer als eigene Gruppe von "Charismatikern“) allmählich mitsamt den besonders wundersamen Gaben von der Bühne verschwanden, seien die Ältesten-Bischöfe und Diakone als Leiter der Gemeinden zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Diese hätten zwar bisher schon die notwendigen Gaben besessen, seien jedoch im Vergleich zu den Aposteln, Propheten und Lehrern nur von zweitrangiger Bedeutung gewesen.

Auch E. Nardoni 1993, 68-80 vertritt die Ansicht, dass die Bedeutung von "Charisma“ bei Paulus nicht zu einem Amt im Gegensatz stehe, sondern dass Amtsinhaber durchaus Gnadengaben innehaben könnten. Bezüglich des Begriffs "Charisma“ macht er dabei zunächst deutlich, dass es sich bei Paulus noch nicht − wie von manchen Auslegern angenommen − um einen terminus technicus handele, der ausschließlich eine direkt vom heiligen Geist verliehene Fähigkeit zugunsten der Gemeinde bezeichne. Vielmehr sei der Begriff semantisch auf verschiedenste konkrete Verkörperungen von Gottes gütigem Willen (charis) anwendbar. Dazu gehörten die Gabe der Enthaltsamkeit (vgl. 1 Kor 7,6), Heilungsgaben (vgl. 1 Kor 12,9.28.30), Befreiung aus dem Gefängnis (2 Kor 1,11), Rechtfertigung aus Glauben (Röm 5,15-16), ewiges Leben (vgl. Röm 6,23) und die religiösen Privilegien Israels (vgl. Röm 11,29).

 

J.-J. Suurmond 1998, 103-106 versteht die Geisttaufe als Erfahrung der versöhnenden Kraft Gottes in Christus., die uns vom besorgten, habgierigen Ich reinige. Dies ermögliche uns gemäß unserer wahren Identität als "Bild Gottes“ zu leben und zum unverdienten Geschenk Gottes zu werden. Es gehe weniger darum, Gaben zu haben, als vielmehr darum, selbst eine zu sein. Die u.a. in 1 Kor 12,4-11 genannten Gnadengaben seien Ausdruck unserer wahren Identität und Berufung als "Bild Gottes“ und damit von den gewöhnlichen Begabungen und von Wissen unterschieden.

 

D. G. Boyd 1983, 55-66 geht anhand der Texte 1 Kor 12 und der Apostelgeschichte der Frage nach, ob sich der (heilige) Geist auch in kirchlichen Institutionen zeigt. Ergebnis: Die extremen Meinungen, nach denen sich der Geist nur in Individuen bzw. nur in der Kirche und damit nur auf indirektem Wege in Individuen finde, ließen sich nicht halten. 1 Kor 12-14 lege nahe, dass die wichtigeren Geistesgaben moralische Eigenschaften und damit allen Christen gegeben seien. Allerdings sollten sie der Auferbauung der Gemeinde und nicht dem persönlichen Ruhm dienen. Die Apostelgeschichte wiederum mache deutlich, dass der Geist zwar Gottes Gabe an die Kirche, jedoch nicht ihren Institutionen unterworfen sei. Stattdessen solle er die Kirche liebevoll und fest den rechten Weg führen.

 

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V. 5

 

Beobachtungen: Auch gibt es unterschiedliche Zuteilungen von Diensten, aber nur einen "Herrn“, nämlich Jesus Christus.

 

Um was für Dienste es sich handelt, sagt Paulus nicht. Gemeint sind auf jeden Fall fürsorgliche Dienste zugunsten der Gemeinde, nicht auf Unterdrückung und Abhängigkeit basierende Dienste.

 

So wie die Gnadengaben vom heiligen Geist bewirkt werden, gehen die Dienste auf den "Herrn“ zurück. Jesus Christus hat ja die Hingabe schlechthin geleistet, indem er sich selbst den Menschen zur Vergebung der Sünden hingegeben hat. Auch die Dienste werden jedem einzelnen verschiedenartig zugeteilt.

 

Weiterführende Literatur: J. N. Collins 1993, 79-91 befasst sich mit dem Verhältnis der Gnadengaben, Dienste und Wirkungen zueinander. Er wendet sich gegen die These, dass die Begriffe untereinander austauschbar und folglich alle Christen zu Diensten (diakoniai) gerufen seien. Linguistische und rhetorische Erwägungen ließen annehmen, dass es sich bei den diakoniai um von Gott aufgetragene Dienste handele, die folglich apostolischen Predigern vorbehalten seien. Sie seien also von den Wirkungen und vom Oberbegriff "Gnadengaben“ zu unterscheiden.

R. Y. K. Fung 1984, 3-20 geht auf folgende Punkte ein: a) Verhältnis zwischen Dienst und Kirche; b) Verhältnis zwischen Dienst und Geistesgaben; c) Verhältnis zwischen dem inneren Wesen des Dienstes und seiner äußeren Organisation; d) Verhältnis zwischen Kirche und Geistesgaben; e) Verhältnis zwischen Dienst, Kirche und Geistesgaben

 

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V. 6

 

Beobachtungen: Die Wirkungen wiederum werden unterschiedlich von Gott zugeteilt, von Gott, der alles in allem bewirkt. Gott ist die allumfassende Wirkmacht. Paulus hat nun alle "Personen“ der Trinität genannt, wobei die Aufzählung auf Gott hinzielt. Gott verbindet die verschiedenen Arten Zuteilung und die verschiedenen göttlichen "Personen“ miteinander. Wenn er alles in allen wirkt, dann wirkt er auch Dienste und Gnadengaben. Das ist nachvollziehbar, denn das Wirken Jesu Christi und des heiligen Geistes geht schließlich auf Gott zurück. Wenn Gott in allen wirkt, so schließt dies besonders geistliche christliche Sondergruppen aus. Niemand kann sagen, dass Gott besonders in ihm wirke und in anderen Menschen weniger oder nicht. Was Paulus genau unter "Wirkungen“ versteht, bleibt offen.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 7

 

Beobachtungen: Der Geist ist den Menschen nicht gänzlich verborgen, sondern wird ihnen in den Geistesgaben offenbar. Die Geistesgaben haben dabei den Zweck, Nutzen zu bringen. Dabei ist sicherlich weniger an den Nutzen für den Inhaber einer bestimmten Geistesgabe gedacht, als an den Nutzen für die gesamte Gemeinde.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 8

 

Beobachtungen: Paulus zählt nun einige Geistesgaben, die vom Geist zugeteilt werden, auf, wobei er wohl keine Vollständigkeit anstrebt. Zunächst nennt er wortbezogene Geistesgaben. Dazu gehört die Weisheitsrede, wobei er unter Weisheit im Gegensatz zu manchen korinthischen Gemeindegliedern göttliche Weisheit, das "Wort vom Kreuz“, und nicht menschliche Weisheit versteht (vgl. 2,6-16).

 

Unklar ist, was genau mit der Erkenntnisrede gemeint ist. Vermutlich geht es nicht um die Erkenntnis weltlicher Dinge, sondern um die Erkenntnis geheimnisvoller göttlicher Absichten und geheimnisvollen göttlichen Handelns. Es kann aber auch an Erkenntnis von Glaubenswahrheiten gemeint sein, die zum rechten Verhalten führt.

Es fällt auf, dass nicht die Weisheit und die Erkenntnis an sich schon Gnadengaben sind, sondern erst die mit Worten geäußerte Weisheit und Erkenntnis.

 

Weiterführende Literatur: Auf die Beziehungen zwischen 1 Kor 2,6-16 und 1 Kor 12-14 geht K. O. Sandnes 1991, 102-105 ein. Zu 12,8: Hier sei von "Erkenntnis“ die Rede, in 2,4 von "klugen Worten der Weisheit“.

 

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V. 9

 

Beobachtungen: Paulus nennt nun auch Gnadengaben, die nicht von sprachlicher Äußerung abhängen. Bei dem "Glauben“ handelt es sich sicherlich nicht um den Glauben an die zentralen christlichen Glaubensaussagen, denn dieser sollte allen Christen zu eigen sein. Vielmehr meint Paulus wohl den Glauben, der Berge versetzt und Wunder bewirkt (vgl. Mk 9,23; Mt 17,20).

Bei den "Heilungsgaben“ sind wohl Krankenheilungen im Blick.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 10

 

Beobachtungen: Unklar ist, was unter den "Machttaten“ zu verstehen ist. Sie sind von den Heilungsgaben unterschieden, daher ist sicherlich nicht in erster Linie an Heilungen zu denken. Eher kommen allgemein Wundertaten in Frage, wozu durchaus Heilungen gehören können. Die "Macht“ keine eine Macht sein, die etwas bewirkt, aber auch eine Macht, die es zu überwinden gilt. So können mittels der vom heiligen Geist bewirkten Macht gottfeindliche Mächte überwunden werden. Dies ist beim Exorzismus, der Austreibung von bösen Geistern, der Fall.

 

Die "Prophetie“ dürfte vermutlich über die reine Vorhersage von Ereignissen hinausgehen. Alttestamentlichem Verständnis von Prophetie entsprechend ist sicherlich auch die Bekanntmachung von Gottes Willen gemeint. Demnach ist der Prophet "Sprachrohr“ Gottes.

 

Was unter den "Unterscheidung(en) von Geistern“ zu verstehen ist, ist unklar. Möglicherweise hilft hier eine Wendung der deutschen Sprache weiter. Wenn ich wissen will, "wes Geistes Kind“ jemand ist, dann möchte ich etwas über die Gesinnung dieser Person erfahren. Die Frage nach der Gesinnung lässt sich auch auf die religiöse Sphäre übertragen. Nicht jeder Prophet ist ein wahrer. Es gibt Propheten, die menschlichen Auftraggebern nach dem Munde reden oder die auf den eigenen Vorteil aus sind. Diese würde man als "falsche Propheten“ bezeichnen. So ist also nahe liegend, dass die "Unterscheidung(en) von Geistern“ die Gabe meint, Prophezeiungen daraufhin zu bewerten, ob sie tatsächlich Gottes Willen wiedergeben.

 

Paulus geht davon aus, dass es verschiedene Arten der Zungenrede gibt. Was die verschiedenen Arten unterscheidet, bleibt jedoch offen. Eine mögliche Unterscheidung wäre diejenige zwischen Gebet und Lobpreis (vgl. 14,13-18).

Ein typisches Merkmal der Zungenrede ist, dass sie zwar für den Zungenredner selbst verständlich ist, nicht jedoch für die meisten anderen Gottesdienstbesucher. Diesen bleibt die Bedeutung der Worte und Laute verborgen. Es gibt jedoch auch Gemeindeglieder, die die Geistesgabe besitzen, die Zungenrede zu verstehen und sie für die anderen Anwesenden zu deuten.

 

Weiterführende Literatur: T. Callan 1985, 125-140 befasst sich mit der Prophetie in der griechisch-römischen Religion und im Ersten Korintherbrief. Ergebnis: Paulus sei in einer ähnlichen Situation wie Philo von Alexandrien. Er werde mit einer Gemeinde konfrontiert, die nicht zwischen Zungenrede und Prophetie unterscheidet und davon ausgeht, dass Prophetie von Trance begleitet werde. Im Gegensatz dazu unterscheide Paulus beides sehr wohl. Er definiere Prophetie als etwas, was − anders als die Zungenrede - nicht von Trance begleitet wird. Er tue dies aufgrund seiner Treue zum AT und auch, weil es ihm erlaube, verstehbare inspirierte Rede zu fördern, die die Gemeinde erbaut.

 

C. Roux 1985, 33-53 thematisiert das Wirken der christlichen Propheten. Unzweifelhaft sei, dass es sie gegeben hat, doch ergäben die überlieferten Informationen kein einheitliches Bild. Möglicherweise habe es verschiedene Arten christlicher Propheten gegeben. Auf S. 36-38 geht C. Roux konkret auf 1 Kor 12 (v. a. V. 10) ein. Bezüglich der Frage, was mit der "Unterscheidung von Geistern“ gemeint ist, wendet sie sich gegen die traditionelle Deutung, dass es um die Unterscheidung gehe, ob ein Prophet durch den heiligen Geist bewegt redet oder ob ein dämonischer Geist die Rede eingibt. Auch weist sie G. Dautzenbergs abweichende Meinung, dass die Auslegung der Prophetie, die ebenso wie die Zungenrede der Deutung bedürfe, im Blick sei, zurück. Gemäß C. Roux sei gemeint, dass die Propheten und die Zuhörer entscheiden müssten, ob die prophetische Rede auf Eingebung durch den heiligen Geist oder auf rein menschliche "Eingebung“ zurückzuführen ist. In 12,10 hätten Personen die Gnadengabe der "Unterscheidung der Geister“ inne, die nicht zu den Propheten gehören. Im Gegensatz zu W. A. Grudem 1982, 265-268 sieht sie also eine direkte Beziehung zwischen der Gnadengabe der Prophetie und derjenigen der "Unterscheidung der Geister“.

 

H. Weder 1983, 99-112 befasst sich mit der Frage: Was gibt der paulinische Text (1 Kor 12.14) zu verstehen im Blick auf das hermeneutische Problem? Zur Gestalt der "Deutung/Übersetzung“ (hermêneia) hält er fest: Sie verleihe dem sprachlosen Zungenreden Sprache und mache es insofern verständlich; sie mache das Geistphänomen dem Verstand zugänglich, damit dieser seine Früchte bringen kann; schließlich verwandele sie religiöse Erfahrung und wohl auch religiöse Sprache in ein Wort, das den Außenstehenden in seinem Innersten betrifft. Zur Bedeutung der "Deutung/Übersetzung“ hält er fest: Sie sei eine Gnadengabe und insofern dem Kriterium des Gebers unterstellt. Sie überwinde die Verhältnislosigkeit zwischen Mensch und Mensch. Sie kümmere sich um den "Laien“ (idiôtês) und den Unglaubenden, indem sie ihnen Zugang zur Gottesgegenwart verschafft. Schließlich diene sie der Auferbauung der Gemeinde, indem sie die Gemeinde auf die Spur der Liebe bringt. Im Hinblick auf die Übersetzung der Zungenrede nehme Paulus Abschied von der Unwiderstehlichkeit wortloser Götzen, um sich hinzuwenden zur Widerstehlichkeit des göttlichen Wortes.

 

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V. 11

 

Beobachtungen: So verschieden die Geistesgaben auch sind, sie werden doch von ein und demselben Geist bewirkt. Dieser teilt die Geistesgaben auch nach eigenem Gutdünken zu; die Gemeindeglieder haben also nicht die Wahl. Damit ist Hochmut angesichts des Besitzes einer bestimmten Geistesgabe fehl am Platze.

 

Weiterführende Literatur: Gemäß U. Heckel 1992, 117-138 bestehe zwischen der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit der charismatischen Bewegung und der paulinischen Erörterung der Geistesgaben eine besondere Nähe. Sie ergebe sich nicht nur durch eine gewisse Ähnlichkeit der Phänomene, sondern komme in verstärktem Ausmaß durch das Problem zustande, dass die Existenz besonderer Charismen den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinden auf die Probe gestellt und einzelne Gruppierungen sich schon abgespalten haben. Deshalb gehe es für Paulus wie für uns nicht nur um eine theologische Bewertung dieser Erscheinungen, sondern auch um den praktischen Umgang mit diesen Parteiungen. Hinsichtlich des letzteren Aspekts ergebe sich ein differenziertes Bild: Einerseits bewerte Paulus die Gnadengaben, die zum Gemeindeaufbau beitrügen, positiv, andererseits wende er sich aber gegen das Überlegenheitsgefühl der Charismatiker. Der Wert einer Gnadengabe sei am Nutzen für den Zusammenhalt und die Erbauung der Gemeinde zu messen.

G. Röhser 1996, 243-265 diskutiert die Forderung v. a. der sog. "geistlichen Erneuerung“, die Gaben des heiligen Geistes zu erbitten, zu erwarten und für deren praktische Anwendung Erfahrungsmöglichkeiten und Freiräume zu schaffen, nicht zuletzt im Rahmen eines Gottesdienstes. G. Röhser steht einer solchen Forderung kritisch gegenüber. Es bestehe die Gefahr einer erneuten Dogmatisierung von Teilen antiker Weltanschauung bei der Suche nach heutiger Glaubenspraxis. Nicht der Autorität konkreter einzelner urchristlicher Glaubens- und Lebensvollzüge sei Vorrang zu geben, sondern den theologischen Grundaussagen der Texte. Am Beispiel der Zungenrede versucht G. Röhser zu zeigen, in welche Probleme man sich bei dem Versuch einer Nachahmung vermeintlich historischer Erscheinungen des Urchristentums verstricken kann. In einem zweiten Abschnitt geht er speziell auf 1 Kor 12-14 ein, um dann in einem dritten Teil eine Definition des Charismen-Begriffs vorzunehmen. Abschließend wird dann vor dem Hintergrund der Weltbildfrage nach der heutigen Übersetzbarkeit der paulinischen Charismen-Lehre gefragt.

 

 

Literaturübersicht

 

Bassler, Jouette M.; 1 Cor 12:3 − Curse and Confession in Context, JBL 101 (1982), 415-418

Baumert, Norbert; Charisma und Amt bei Paulus, in: A. Vanhoye [éd.], L’ apôtre Paul. Personnalité, style et conception du ministère (BETL 73), Leuven 1986, 203-228

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