Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Römerbrief

Brief des Paulus an die Römer

Röm 9,6-13

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

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Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

Röm 9,6-13



Übersetzung


Röm 9,6-13:6 Es ist aber nicht so, dass das Wort (des) Gottes hinfällig geworden wäre. Denn nicht alle, die aus Israel [stammen], sind Israel. 7 Auch sind nicht, weil sie Same Abrahams sind, alle Kinder. Vielmehr [gilt]: „In Isaak wird dir Same berufen werden.“ 8 Das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches, die sind Kinder (des) Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet. 9 Denn [ein Wort] der Verheißung ist dieses Wort: „Zu dieser Zeit werde ich kommen, und [dann] wird Sara einen Sohn haben.“ 10 [So ging es] aber nicht nur [ihr], sondern auch Rebekka, die von einem [Mann] schwanger war, [von] Isaak, unserem Vater. 11 Denn als sie noch nicht geboren waren und noch nichts Gutes oder Böses getan hatten, - damit der erwählungsgemäße Vorsatz (des) Gottes Bestand habe, 12 nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden - wurde ihr gesagt: „Der Ältere wird dem Jüngeren dienen“, 13 wie geschrieben steht: „Jakob habe ich geliebt, Esau aber gehasst.“



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V. 6


Beobachtungen: In 9,1-5 hat Paulus unterstrichen, dass die Israeliten das erwählte Volk sind. Aufgrund dieser Erwählung bereitet es ihm großes Leid, dass sie großenteils nicht den verheißenen Messias, Jesus Christus anerkennen, sondern diesem fern sind. Diese für ihn unfassbare Tatsache versucht Paulus in 9,6-29 zu erklären.


Zunächst bekräftigt Paulus, dass das „Wort Gottes“ nicht hinfällig geworden ist. Doch welches „Wort Gottes“ ist gemeint? Der Begriff „Wort“ ist sicherlich nicht im engen Sinn als das einzelne Wort zu verstehen. Eher geht es um eine Aussage. Unklar ist jedoch, auf welche sich diese bezieht. Da die Kapitel 9-11 einen eigenen Sinnabschnitt innerhalb des Römerbriefes bilden, dürfte das „Wort Gottes“ innerhalb dieses Abschnitts zu suchen sein. Es muss sich vor V. 6 finden, denn dort wird die Kenntnis des „Wortes Gottes“ vorausgesetzt. In 9,1-5 findet sich jedoch keine zitierte Aussage Gottes, sondern Paulus legt den Status des Volkes Israel dar, der auf Erwählung und Verheißungen gründet. So dürfte das „Wort Gottes“ sich nicht auf ein bestimmtes Zitat, sondern auf die Gesamtheit der erwählenden und verheißenden Aussagen Gottes beziehen, die Grundlage für die Ausführungen des Apostels in 9,1-5 sind.


Das Verb „ekpiptô“ bedeutet nicht nur „hinfallen“ im Sinne von „hinfällig werden“, sondern auch „herausfallen“. Wenn das „Wort Gottes“ aus dem Gedächtnis fällt, dann ist es vergessen und hat keine Gültigkeit mehr. Paulus benutzt das Verb in der Zeitform Perfekt. Ihm kommt es also in erster Linie auf den Status Israels in der Gegenwart an - und der hat sich nicht verändert.


Der unfassbare Sachverhalt der ablehnenden Einstellung vieler Israeliten gegenüber Jesus Christus ist nicht mit einem geänderten Status des Volkes Israel zu erklären. Vielmehr ist „Israel“ genauer zu definieren. Grundsätzlich ist zu sagen, dass nicht alle, die aus Israel stammen, auch wirklich Israel sind. „Aus Israel“ dürfte die Abstammung vom Erzvater Jakob, der auch „Israel“ genannt wird (vgl. Gen 32,29; 35,10), meinen. Die Herkunft aus dem als „Israel“ bezeichneten Land dürfte dagegen nicht gemeint sein, weil die Israeliten seit der babylonischen Gefangenschaft nicht alle im gelobten Land Israel leben und im gelobten Land auch Fremde ansässig sind, die Paulus bei seinen Ausführungen nicht im Blick hat. Wenn Paulus hier den Begriff „Israel“ benutzt, dann um dessen Heilsbedeutung willen, nicht jedoch weil es ihm auf die Person Jakob oder das Land ankäme.


Weiterführende Literatur: Eine inhaltliche Analyse von Röm 9,6-13 bietet A. Gueuret 1984, 15-28.


Bei der Frage nach Israel und Kirche in Röm 9 bestehe laut M. Rese 1988, 208-217 das Hauptproblem darin, überhaupt zu erkennen, was Paulus in diesem Kapitel sagt, nicht aber darin, welche Rolle die Aussagen von Röm 9 in irgendwelchen Diskussionen spielen. Deshalb werde er im Folgenden zunächst ausführlicher auf Schwierigkeiten in Gedankenführung und Ausdruck von Röm 9 eingehen, dann kurz nach dem Aufbau und dem Thema von Röm 9 fragen und schließlich einiges zu jenen Aussagen in Röm 9 sagen, die Israel und der Kirche gelten. Grundsätzlich zu Israel und der Kirche: Über Israel sage Paulus in Röm 9 viel, über die Kirche, genauer die Christen, wenig, über das Verhältnis beider zueinander nichts. Aus den Aussagen folge: Was immer noch im Folgenden über Israel und Kirche ausgesagt werden mag, nach den Aussagen in Röm 9 könne dabei die Tatsache nicht außer acht gelassen werden, dass auch das ungläubige Israel immer noch von Gott berufen bleibt.


W. R. Stegner 1984, 37-52 vertritt die Meinung, dass es sich bei dem Abschnitt Röm 9,6-29 aufgrund von Form und Inhalt um einen Midrasch handele.


Laut F. Wilk 1998, 311-314 rezipiere der Apostel in Röm 9,6 – und dem zugehörigen Umfeld – Jes 40,6-8 sowie 40,2.5.(10f.) und Elemente aus 40,12-26 als prophetischen Hinweis auf die Gültigkeit der zukünftig zu realisierenden Heilsverheißung Gottes für das Volk Israel.


J. Glancy 1991, 191-203 versucht zu verstehen, wie Paulus von dem widersprüchlichen Vers 9,6 zu der Bekräftigung der Rettung in 11,26 übergeht. Vielleicht könne man sagen, dass in dem Augenblick, in dem Gott zur Rettung seines erwählten Volkes handelt, Israel zu Israel wird.


Zur Frage, inwieweit sich Paulus in Röm 9-11 (insbesondere 9,6 und 11,25-26) widerspricht, siehe ausführlich F. Refoulé 1991, 51-79, der sich kritisch mit verschiedenen Thesen auseinandersetzt. Er selbst nimmt an, dass „ganz Israel“ in 11,26 nur die Gesamtheit des von Gott zum Christusglauben erwählten Israel meine und somit kein Widerspruch zu 9,6 bestehe.


Was Paulus in Röm 9,6b formuliert, werde – soweit K. Wengst 2004, 376-393 sieht – als Aussage verstanden: „Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen.“ Bei einem solchen Verständnis ergebe sich jedoch ein Widerspruch zum vorangehenden Kontext und – was bisher kaum wahrgenommen worden sei – eine starke Spannung zum folgenden Kontext. Denn die Argumentation in V. 6-13 laufe auf Jakob (= Israel) zu; und anders als bei den Nachkommen Abrahams und Isaaks werde schließlich in Israel nicht weiter differenziert. Mit Pharao – und also Ägypten – komme vielmehr ein außerhalb Israels stehendes Gegenüber in den Blick. Die angedeuteten Probleme lösten sich, wenn V. 6b nicht als Aussage, sondern als selbstverständlich zu bejahende rhetorische Frage gelesen wird: „Sind denn nicht alle aus Israel eben Israel?“ Das aber heiße dann weiter: V. 6b und V. 7 sind nicht gleichsinnig zu verstehen, sondern verhalten sich antithetisch zueinander. So gelesen, entsprächen die Ausführungen des Paulus an dieser Stelle biblisch-jüdischer Tradition, nach der nicht alle Nachkommen Abrahams in der von Gott verheißenen Linie liegen, wohl aber alle Kinder Jakobs selbstverständlich Israeliten sind.


G. H. Juncker 2007, 131-160 fragt, wer bzw. was in Röm 9,6b „Israel“ ist. Bezeichnet der Begriff hier nur den christusgläubigen jüdischen „Rest“ oder schließt er die ganze aus Heiden- und Judenchristen bestehende Kirche ein? G. H. Juncker bezieht bei der Suche nach einer Antwort nicht nur die typologischen Ausführungen zu den Patriarchen in 9,7-13 ein, sondern auch den weiteren Zusammenhang des Vorhergehenden (insbesondere 4,21-31; dazu auch Gal 3), in dem die Patriarchen wiederholt eine entscheidende Rolle bei der Markierung der Grenzen von Gottes eschatologischem Volk spielten. Ergebnis: „Israel“ beziehe sich in Röm 9,6b auf das geistliche Israel, d. h. die Kirche.

Allgemeiner mit dem Israel-Verständnis von Paulus befasst sich H. Hübner 1984, 14-26. Paulus unterscheide zwei Arten Israel, nämlich das empirische, völkische (ethnische) Israel und das wirkliche Israel, die Judenchristen. Von dem empirischen, völkischen Israel glaube zum Leidwesen des Apostels nur ein ganz geringer Teil an den inzwischen gekommenen Messias. Und im Blick auf diese nichtglaubende Majorität Israels stelle sich die Frage, ob Gottes Wort nicht hinfällig geworden ist, weil nicht Wirklichkeit geworden ist, was Gott zugesagt hat. Gottes Treue und somit seine Verlässlichkeit stünden auf dem Spiel. Und genau um zu zeigen, dass kein Zweifel an dieser göttlichen Verlässlichkeit berechtigt ist, weise er darauf hin, dass schon in der ersten Generation nach Abraham nicht alle Nachkommen berufen waren. Nur den Berufenen, nur den Kindern der Verheißung gelte Gottes Zusage, damals und heute!

Auch M. Cranford 1993, 27-41 vertritt die These, dass Paulus aussage, dass nur das (christus)gläubige Israel das wahre Israel sei; dieser Rest sei eine Untergruppe des ethnischen Israel. Die beiden in Röm 9,7-9.10-13 gegebenen Beispiele bestätigten die These. Weil das gläubige Israel zum Heil erwählt sei, sei das Wort Gottes nicht hinfällig geworden. Das ungläubige Israel habe nicht aufgrund seines Ungehorsams das Recht verloren, „Kinder Gottes“ genannt zu werden; nein, dieses Israel sei nie von Gottes Wort angesprochen gewesen. Paulus stelle also die historische Erwählung Israels als Bundesvolk in Frage; er bestreite Israels Erwählung als ethnische Gruppe. Schon in 9,1-5 sei Paulus davon überzeugt, dass der Bund nie dem ungläubigen Israel gehört habe. Und warum spricht er in diesen Versen so, als ob das gesamte Volk Israel erwählt wäre? Paulus sei nicht daran gelegen, die Elemente der Bundeszugehörigkeit (Beschneidung und Gesetzesobservanz) vom historischen Volk Israel zu trennen. Solch ein Wechsel würde der Intuition zuwiderlaufen, denn diese Punkte seien Bestandteile der Volksüberlieferung. Paulus trenne jedoch diese Elemente von rein ethnischen Kategorien. J. Lambrecht 1994, 55-60 kann M. Cranfords Aussagen bezüglich V. 6, wonach Paulus nur eine Untergruppe des ethnischen Israel als gläubig bezeichne und somit nur ein Teil des ethnischen Israel zum Heil erwählt sei, zustimmen. Allerdings gebe es gleich zwei Einwände gegen die Bezüglich V. 1-5 vorgebrachte Deutung: Erstens drücke Paulus seine Hoffnung aus, dass das gesamte Israel, also auch der ungläubige Teil des ethnischen Israel gerettet wird. Zweitens unterscheide Paulus hier nicht zwischen einem ethnischen und einem erwählten Israel. Es stelle sich angesichts dieser beiden Einwände die Frage, wie sich 9,6-13 mit 9,1-5 und 11,25-32 in Einklang bringen lässt. Antwort: Die Texte seien jeweils in einen ganz bestimmten Zusammenhang mit eigenen Aspekten und einem eigenen Aussagegehalt eingebunden. Daher äußere sich Paulus bezüglich der tragischen Lage Israels nicht stringent logisch. Er lasse sich immer wieder von dem der Logik folgenden roten Faden abbringen. Die verschiedenen argumentativen Zugänge stünden allerdings auch nicht in einem klaren Widerspruch zueinander.

Eine andere Auslegung bietet E. W. Stegemann 2006, 125-157, der mit der Frage einsteigt, wie es sich mit dem Abhängigkeitsverhältnis zwischen Paulus und Justin verhält. Bekanntlich werde in dem Justin zugeschriebenen Dialog mit dem Juden Tryphon der Anspruch erhoben, die Christen seien das „wahre“ bzw. „geistliche israelitische Geschlecht“, die eigentliche Nachkommenschaft von Abraham, Isaak und Jakob, aber auch von Juda, Joseph und David (Dial 11,5; 123,9; 135,3). Das sei das älteste Schriftzeugnis für die Selbstbezeichnung der Kirche als „verus Israel“, welche mit ihrer Intention der Enterbung und Ersetzung des jüdischen Volkes zum Grundbestand der christlichen Adversus-Iudaeos-Tradition zähle. Strittig sei, inwieweit diese explizite Übertragung des Eigennamens des jüdischen Volkes auf Christen ethnisch nichtjüdischer Herkunft um die Mitte des 2. Jh.s schon implizit bei Paulus und zumal an Stellen wie Röm 9,6 und Gal 6,16 vorbereitet oder der Sache nach vorweggenommen worden sind. Zu klären sei: Unterscheidet Paulus in Röm 9,6b, wenn auch nicht explizit, das durch bloße Abstimmung bestimmte Volk Israel von einem eigentlichen, einem wirklichen, wahren oder geistlichen Israel? Das jedenfalls sei die gewöhnliche Lesart des Verses. Dabei könne das zweite „Israel“ entweder als transethnische („Kirche aus Juden und Heiden“) oder als innerethnische Größe („Israel innerhalb von Israel“) verstanden werden. In jedem Fall gelte für diese Auslegungen, dass es ein „eigentliches“, vom empirischen Volk Israel insgesamt, den bloßen „Israelabkömmlingen“, unterschiedenes Israel geben soll. E. W. Stegemann schlägt dagegen eine Lesart vor, die Röm 9,6b als eine Aussage versteht, die den Leser zu einer Dissoziation zwischen den „Israelabkömmlingen“ und „Israel“ bewegen will, ohne jedoch das, was durch das Unterscheiden gefunden werden soll, schon zu nennen. Da „Israel“ nicht mit „allen von Israel“ identisch sei, gebe es einen „Rest“, der übrigbleibe, wenn „Israel“ von „allen von Israel“ dissoziiert wird. „Alle von Israel“ seien also „Israel“ und der „Rest“.


Wie kann Gott, dessen Volk gegenwärtig vom Christusglauben geprägt ist, ein treuer Gott sein, wenn er doch in der Vergangenheit Israel eine herausgehobene Stellung als sein Gottesvolk verheißen hat? Hat er nicht in Wahrheit sein Volk verstoßen und sein Wort somit gebrochen? Die Lösung des Heidenapostels sei laut B. W. Longenecker 1989, 95-123 vielschichtig und kompliziert; er nähere sich den Streitfragen unter verschiedenen Gesichtspunkten und gebe auf verschiedene Punkte verschiedene Antworten. Das bedeute jedoch nicht, dass die Antworten unstimmig oder widersprüchlich sind. Vielmehr seien die verschiedenen Antworten durch das zugrunde liegende heilsgeschichtliche Schema verbunden.


Das Verhältnis zwischen talmudischen und patristischen Studien, die sich zwar mehr oder weniger mit der gleichen Zeitspanne befassten, darüber hinaus jedoch gegenwärtig wenig gemeinsam hätten, und die Auslegung von Röm 9 seitens der griechischen Kirchenväter hat M. Parmentier 1989, 139-154 zum Thema.


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V. 7


Beobachtungen: Auch „Same“ („sperma“) ist ein Heilsbegriff. „Same Abrahams“ bezeichnet hier die leibliche Nachkommenschaft Abrahams, die für die Israeliten von großer Bedeutung ist. Nur wer von Abraham leiblich abstammt, ist nämlich aus ihrer Sicht ein Glied des Gottesvolkes Israel, in der hebräischen Bibel (= AT) auch „Söhne/Kinder Gottes“ genannt. Paulus dagegen gibt dem Begriff „Same“ eine andere Heilsbedeutung, und zwar in Verbindung mit der Berufung. Aus seiner Sicht gehört noch lange nicht jeder leibliche Nachkomme Abrahams zu den „Kindern“.

Die Bezeichnung „Kinder“ meint nicht Kinder im eigentlichen Sinn der direkten leiblichen Abstammung von Vater und Mutter, sondern drückt hier wohl eine enge Beziehung aus, wie sie für Kinder und Eltern typisch ist. Den Genitiv zu „Kinder“ nennt Paulus nicht, sodass offen bleibt, ob Paulus „Kinder Abrahams“ oder „Kinder Gottes“ meint. Beide Deutungen sind möglich. Zur ersten Deutung: Es stammen zwar alle Israeliten von Abraham ab, doch nur in leiblicher Hinsicht. Darüber hinaus ist Abraham auch geistlicher (Ur-)Vater. Abraham ist „Vater der Glaubenden“ (vgl. Röm 4; Gal 3,6-14), also Stammvater der Christen, seien es Juden- oder Heidenchristen. Weil nicht alle Israeliten Jesus Christus als Messias anerkennen und damit gläubig sind, sind auch nicht alle Israeliten in geistlicher Hinsicht „Kinder Abrahams“. Zur zweiten Deutung: Diejenigen, die an den Messias Jesus Christus glauben, sind „Kinder Gottes“ (vgl. Röm 8,12-17; Gal 3,26). Weil die Ergebnisse beider Deutungen auf das Gleiche hinauslaufen, scheint eine eindeutige Entscheidung für eine Deutung nicht erforderlich zu sein. Vielmehr dürften mit den „Kindern“ sowohl „Kinder Abrahams“ als auch „Kinder Gottes“ gemeint sein.


Paulus unterscheidet den leiblichen „Samen“ vom geistlichen, dem berufenen Samen. Diese Unterscheidung belegt er mittels des Zitates von Gen 21,12LXX.. Aus ihm geht hervor, dass der berufene „Same“ nur einen Teil des leiblichen „Samens Abrahams“ umfasst, nämlich nur die Nachkommen Isaaks. Nur Isaak, nicht jedoch Ismael gilt demnach die Verheißung. Das Zitat ist im ursprünglichen Zusammenhang des Buches Genesis zu verstehen. Demnach soll Abraham seinen erstgeborenen Sohn Ismael samt dessen Mutter, der Magd Hagar, vertreiben. Mit diesem Zusammenhang lässt sich wohl erklären, dass Paulus unterschlägt, dass gemäß Gen 21,13LXX auch Ismael eine Verheißung zukommt.


Weiterführende Literatur: Laut J. Khalil 2009, 691-697 sei Paulus nicht daran interessiert, wer dem Fleische nach Abrahams Kinder sind, sondern wer Gottes Kinder sind, also die Erben der Verheißung. Die Verheißung habe Abrahams Samen gegolten, aber das bedeute nicht, dass ein Abkomme Abrahams dem Fleische nach mit Sicherheit die Privilegien des Samens erlangen müsse. Die korrekte, wörtliche Übersetzung von V. 7a sei: „Neither are they seed of Abraham all his children.“


Zur „apokalyptischen“ Konstruktion einer kollektiven Identität bei Paulus siehe E. W. Stegemann 2009, 29-54, der auf Röm 1,3-4 (Sohn Davids und Sohn Gottes: Ein Gründungsmythos), 4,1-12 (Abraham als irdischer Ahnherr) und 9-11 (Same Abrahams und Abrahams Kinder) eingeht.


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V. 8


Beobachtungen: Aus V. 7 könnte man schließen, dass alle leiblichen Nachkommen Isaaks „Israel“ bilden. Dagegen spricht allerdings V. 8. Dort heißt es nämlich, dass nicht die „Kinder des Fleisches“ die „Kinder Gottes“ - hier nennt Paulus den Genitiv - sind, sondern die „Kinder der Verheißung“. Es ist also nicht die leibliche Abstammung von Isaak entscheidend, sondern die Verheißung. Dabei bleibt der Ausdruck „Verheißung“ („epangelia“) zu erklären (vgl. Beobachtungen zu V. 11).


Ebenso wie der Ausdruck „Same“ („sperma“) ist auch das Verb „gerechnet werden“ („logizomai“) als Heilsbegriff zu verstehen. Dabei macht die passive Verbform deutlich, dass niemand sich selbst mittels leiblicher Abstammung, Gesetzestreue, guter Werke oder Einbildung zum „Samen“ rechnen kann. Der Mensch handelt nicht selbst, sondern an ihm geschieht etwas. Zwar schreibt Paulus nicht ausdrücklich, wer handelt, doch ist auf Gott als Handelnden zu schließen. Gott allein rechnet den Menschen zum „Samen“.


Weiterführende Literatur: Die Funktion der Demonstrativpronomen „houtoi“ und „tauta“ („diese“) in V. 6.8 untersucht T. Baarda 1986, 101-113. Er stellt heraus, dass neben der Prägung des paulinischen Gedankenguts durch die jüdische Ausbildung auch die semitische Färbung der paulinischen Sprache – insbesondere auch in Röm 9,6-9 – festzustellen sei. Diese sei von der Umgangssprache seiner Volksgenossen, dem Aramäischen, und von der Sprache der heiligen Schrift, dem Hebräischen, geprägt.


P. Eisenbaum 2000, 494-519 befasst sich mit der Beziehung zwischen Abraham, den Heiden und der Christologie im Römerbrief, wobei der Schwerpunkt auf der Christologie liegt. Paulus verstehe sich implizit selbst als eine abrahamitische Person, die eine neue Art Familie gründet, und zwar eine, die aus Juden(christen) und Heiden(christen) gebildet ist. Einerseits ähnele Paulus‘ Selbstverständnis dem Leben Abrahams, andererseits stelle sich Paulus Abraham nicht in erster Linie als Glaubensvorbild für Heiden vor, wie gemeinhin angenommen werde, sondern eher als patrilinearer Vorfahre, der viele Völker umfasse und somit die Juden(christen) und Heiden(christen) als Familie gründe. P. Eisenbaums Ziel ist es zu zeigen, wie und warum Paulus das Kommen Christi mit der Aufhebung von Unterschieden bezüglich Juden(christen) und Heiden(christen) verbindet. Auf S. 508-510 geht sie konkret auf 9,6-9 ein.


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V. 9


Beobachtungen: Paulus zitiert nun ein Verheißungswort, wobei er dieses frei aus Gen 18,10.14LXX konstruiert. Dort verheißt Gott Abraham, dem er leibhaftig erschienen ist, dass er nächstes Jahr zurückkehren und dann Abrahams unfruchtbare Frau Sara einen Sohn haben werde. Bei dem Sohn handelt es sich um Isaak, in dem Abrahams Same berufen werden wird.

Aus dem Zitat lassen sich folgende wesentliche Punkte entnehmen: Es ist ein bestimmter Zeitpunkt festgelegt, an dem die Geburt vonstatten gegangen sein wird. Dass es sich bei dem bestimmten Zeitpunkt um das Frühjahr handelt, übergeht Paulus, spielt für seine Aussageabsicht also wohl keine Rolle. Ismael ist zu dem Zeitpunkt der Verheißung schon auf der Welt. Der berufene Same Abrahams tritt also erst später als der leibliche Same in das Licht der Geschichte ein. Der berufene Same ist an das Kommen - anders als die Zitatvorlagen spricht Paulus nicht vom Wiederkommen - Gottes gebunden. Ohne Gott ist die Berufung des Samens nicht denkbar. Und schließlich ist angesichts der Unfruchtbarkeit Saras die Verheißung eine Überraschung. Angesichts der Unwahrscheinlichkeit der Geburt eines Sohnes von der Unfruchtbaren ist die Verheißung auch anstößig. Ebenso überraschend und anstößig ist - zumindest aus jüdischer Sicht -, dass nicht der ganze leibliche Samen Abrahams „Kinder“ sein sollten, sondern nur der berufene, geistliche Samen.


Isaak ist dem Leibe nach „Same Abrahams“. Folglich lässt sich auch nur sicher von den Judenchristen sagen, dass sie dem berufenen Samen zuzurechnen sind. Ob darüber hinaus auch Heidenchristen eingeschlossen sind, ist fraglich. Angesichts der zentralen Aussage von Röm 9,6-13, dass nicht der gesamte „Same Abrahams“ zu den „Kindern“ gerechnet werden wird, sondern nur der berufene Same, ist dies eher unwahrscheinlich. Paulus ist bei seiner Deutung der Begebenheiten auf das Judentum fixiert, weshalb Heiden und Heidenchristen in diesem Abschnitt wohl nicht in den Blick kommen.


Weiterführende Literatur: Ausführlich auf den Umgang mit atl. Texten in Röm 9,6-9 geht B. J. Abasciano 2005, 147-215 ein.


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V. 10


Beobachtungen: V. 10 ist insbesondere zu Beginn grammatisch unvollständig. Paulus will wohl sagen, dass das, was das vorausgehende Zitat ausgesagt hat, auch für das Beispiel der Rebekka gilt. Auch Rebekka war lange Zeit unfruchtbar, wurde dann aber ebenso wie Sara aufgrund Gottes Wirkens schwanger. Bezüglich der Schwangerschaft gibt es allerdings Unterschiede zum erstgenannten Beispiel. So hatten Ismael und Isaak zwar den gleichen Vater, Abraham, nicht jedoch die gleiche Mutter: Ismael wurde von Hagar geboren, Isaak von Sara. Jakob und Esau dagegen hatten die gleiche Mutter, nämlich Rebekka; sie waren sogar Zwillinge. Wenn Paulus also betont, dass Rebekka von einem schwanger wurde, dann ist sicherlich nicht nur ausgesagt, dass derselbe Mann Jakob und Esau gezeugt hat, denn dies gilt ja auch für Ismael und Isaak. Vielmehr ist auch ausgesagt, dass die Zeugung durch einen einzigen Mann mittels eines einzigen Beischlafs erfolgt ist.


Paulus bezeichnet Isaak als „unser Vater“. Dabei ist unklar, wer mit „uns“ gemeint ist: Paulus? Oder alle gebürtigen Juden? Oder alle Judenchristen? Oder Paulus und die Adressaten, die großenteils Heidenchristen sind? Oder alle Christen? Isaak wird als „unser Vater“ bezeichnet. Leiblicher Vater im eigentlichen Sinne ist er auf keinen Fall, denn Paulus, der mit Sicherheit der Wir-Gruppe angehört, ist nicht sein leiblicher Sohn. Isaak könnte wie Abraham leiblicher Urvater aller gebürtigen Juden, Paulus eingeschlossen, sein. Dagegen spricht jedoch V. 7, wo Isaak im Gegensatz zu Abraham nur mit dem berufenen Samen in Verbindung gebracht wird. Da bisher im Rahmen der Beobachtungen angenommen wurde, dass Paulus in 9,6-13 bei seiner Deutung der Begebenheiten nur auf das Judentum fixiert ist, wäre bei der Wir-Gruppe an Paulus und alle anderen gebürtigen Juden, die zum Christentum bekehrt wurden, zu denken. Diese wären der berufene Samen Abrahams. Nun stellt sich aber die Frage, warum Paulus einen Brief an die Christen in Rom richten, sie jedoch nicht in die Wir-Gruppe einschließen sollte. Nahe liegender wäre, dass Paulus sich selbst und die Adressaten - vielleicht darüber hinaus auch alle anderen Christen - hinsichtlich der Wir-Gruppe im Blick hat. Dann wäre der in Isaak berufene Same Abrahams jedoch nicht auf gebürtige Juden beschränkt, der Blick würde in 9,6-13 über das Volk Israel hinausgehen.


Weiterführende Literatur:


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V. 11/12


Beobachtungen: Paulus kommt es zentral auf das dem Menschen unverständliche Erwählungshandeln Gottes an: Die Erwählung des einen Sohnes, Jakob, und die Verwerfung des anderen, Esau, war erfolgt, noch bevor die beiden geboren wurden. Sie hatten also noch nichts Gutes oder Böses getan, was das göttliche Erwählungshandeln hätte beeinflussen können. Dieses ist also gänzlich unabhängig von „Werken“, also vom menschlichen Tun, erfolgt. Allein auf den Berufenden, Gott, und seine Wahl kommt es an. Das zeigen die beiden genannten Beispiele.

Dass Gott es bei Jakob und Esau gleich wie bei Isaak und Ismael gehandhabt hat, begründet Paulus mittels eines Einschubs damit, dass der erwählungsgemäße Vorsatz Gottes Bestand haben sollte. Gott geht also nicht mal so und mal so vor, sondern folgt immer seinem Vorsatz, der sich an der Erwählung ohne Berücksichtigung menschlicher Werke orientiert. Bei dem „Vorsatz“ („prothesis“) dürfte es sich um die göttliche Absicht hinsichtlich der endzeitlichen Rettung und Verherrlichung bestimmter Menschen handeln.


Die Unfassbarkeit des Erwählungshandeln wird bei Jakob und Esau besonders deutlich. Obwohl beide von einem einzigen Mann und darüber hinaus aus einem einzigen Beischlaf stammen und damit Zwillinge sind, wird der eine erwählt, der andere nicht. Das Erwählungshandeln widerspricht sämtlichen menschlichen Kriterien: Weder das Tun des Menschen spielt eine Rolle noch die Tatsache, dass dem Erstgeborenen eigentlich der Vorrang zukommen müsste.

Dass die göttliche Erwählung menschlichen Kriterien widerspricht, geht deutlich aus dem Zitat hervor: „Der Ältere wird dem Jüngeren dienen“ (vgl. Gen 25,23LXX). Esau ist - bei fast zeitgleicher Geburt - der Ältere. Erst kommt er auf die Welt, dann Jakob, der Esaus Ferse hält (vgl. Gen 25,19-26). Damit ist Esau der Erstgeborene und damit kommen ihm auch bestimmte Vorrechte, v. a. im Hinblick auf das Erbe, zu. Der Begriff „meizôn“ ist also nicht nur als „älter“, sondern auch als „angesehener“ zu verstehen. Außerdem kann mit dem höheren Alter auch Größe und Stärke verbunden sein. Oftmals ist der altere Bruder größer und stärker als der jüngere. Obwohl also Esau, der Ältere, von seinem Vater den Erstgeburtssegen hätte bekommen müssen, erhält ihn schließlich doch Jakob. Er ist es also aus Sicht des Paulus, der von Gott erwählt ist, nicht Esau. Dass er den Erstgeburtssegen mit List und Tücke erlangt (vgl. Gen 25,27-34; 27,1-40), spielt hinsichtlich der göttlichen Erwählung keine Rolle.


Weiterführende Literatur: Zur Prädestination und Auswahl aus Gnade (Röm 9,6-29; 11,1-6) siehe D. Zeller 1990, 172-174.


T. R. Schreiner 1993, 25-40 geht der Schlüssigkeit von zwei Einwänden gegen die calvinistische Annahme, dass Gott nicht nur den christlichen Glauben von Menschen vorhersehe, sondern Menschen sogar zum Glauben vorherbestimme, nach. Die beiden Einwände lauten: a) Röm 9 handele nicht von der Errettung, sondern von der historischen Bestimmung Israels und von dessen Rolle in der irdischen Geschichte. b) Selbst wenn Röm 9 von der Errettung handeln würde, dann nicht von der Errettung von Individuen, sondern von Gruppen. T. R. Schreiner hält beide Einwände für nicht stichhaltig: Ersterer Einwand widerspreche der Tatsache, dass der gesamte Zusammenhang Röm 9-11 von der Errettung Israels handele. Letzterer Einwand übersehe, dass die Errettung von Individuen und die Errettung von Gruppen nicht von einander zu trennen sind.


Laut M. Uddin 1999, 265-280 führe Paulus die Zurückweisung des christlichen Glaubens seitens der Juden mal auf Gott, mal auf den Satan (2 Kor 4,4: „Gott dieser Weltzeit“) und mal auf das Volk Israel selbst zurück. Es stelle sich die Frage, ob angesichts dieses Befundes die paulinische Theologie bezüglich des Unglaubens der Juden noch als stimmig bezeichnet werden könne. M. Uddin bejaht dies, wobei er auf den Einfluss intertestamentarischer jüdischer Apokalyptik hinweist. Er schließt mit Überlegung zur Beurteilung von Stimmigkeit.


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V. 13


Beobachtungen: Paulus zitiert zusätzlich zu dem Toravers Gen 25,23LXX auch einen Vers der Propheten, nämlich Mal 1,2-3LXX. Im ursprünglichen Zusammenhang erklärt das Zitat die Erwählung des Volkes Israel (= Jakob) und die Benachteiligung des Nachbarvolkes Edom (= Esau). Der Hass Esau gegenüber ist als ein geringeres Maß an Liebe zu verstehen, das Benachteiligung mit sich bringt. So ist Edom im Vergleich zum fruchtbaren Israel ein ödes und unwirtliches Wüstenland. Das gelobte Land Israel dagegen ist das Land, „in dem Milch und Honig fließen“. Das geringere Maß an Liebe muss nicht unbedingt als Abscheu zu deuten sein.


Wird in den Texten der hebräischen Bibel die Erwählung des gesamten Volkes Israel gegenüber den anderen Völkern ausgesagt, so bezieht Paulus die Erwählung konkret auf die Juden, die dem Christusglauben gefolgt sind. Die anderen Juden, die Christus fern sind und nicht glauben, dass er der verheißene Messias ist, sind nicht erwählt und damit benachteiligt. Auf Abscheu liegt hier kein Gewicht. Dass nur ein Teil der Juden zum Christusglauben gekommen ist bzw. kommt, erklärt sich Paulus mit dem unergründlichen Erwählungshandeln Gottes. Inwieweit Paulus in Röm 9,6-13 mit Isaak und Jakob nicht nur die Judenchristen, sondern auch die Heidenchristen in Verbindung bringt, ist fraglich.


Weiterführende Literatur:



Literaturübersicht


Abasciano, Brian J.; Paul’s Use of the Old Testament in Romans 9.1-9: An Intertextual and Theological Exegesis (LNTS 301), London 2005

Baarda, Tjitze; De aanwijzende voornaamwoorden in Romeinen 9:6 en 8; Over de ‚Semitische‘ achtergrond van Romeinen 9:6-9, ACEBT 7 (1986), 101-113

Cranford, Michael; Election and Ethnicity: Paul’s View of Israel in Romans 9,1-13, JSNT 50 (1993), 27-41

Eisenbaum, Pamela; “A Remedy for Having Been Born of Woman”: Jesus, Gender, and Genealogy in Romans, SBL.SPS 39 (2000), 494-519

Glancy, Jennifer; Israel vs. Israel in Romans 11:25-32, USQR 45/3-4 (1991), 191-203

Gueuret, Agnès, Épître de Paul aux Romains. Analyse des contenus du ch. 9,6-13, SémBib 34 (1984), 15-28

Hübner, Hans; Gottes Ich und Israel. Zum Schriftgebrauch des Paulus in Römer 9-11 (FRLANT 136), Göttingen 1984

Juncker, Günther H.; „Children of Promise“: Spiritual Paternity and Patriarch Typology in Galatians and Romans, BBR 17/1 (2007), 131-160

Khalil, Jack; Translating Rom 9,7A: For an Accurate Understanding of a Difficult Verse, in: U. Schnelle [ed.], The Letter to the Romans (BETL 226), Leuven 2009, 691-697

Lambrecht, Jan; Paul’s Lack of Logic in Romans 9:1-13: A Response to M. Cranford’s “Election and Ethnicity”, in: J. Lambrecht [ed.], Pauline Studies (BETL 115), Leuven 1994, 55-60

Longenecker, Bruce W.; Different Answers to Different Issues. Israel, the Gentiles and Salvation History in Romans 9-11, JSNT 36 (1989), 95-123

Parmentier, Martin; Greek Church Fathers on Romans 9, Bijdr. 50 (1989), 139-154

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