Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Römerbrief

Brief des Paulus an die Römer

Röm 10,5-13

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

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Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

Röm 10,5-13



Übersetzung


Röm 10,5-13:5 Denn Mose schreibt von der Gerechtigkeit aus dem Gesetz: „Der Mensch, der sie getan hat, wird durch sie leben.“ 6 Die Gerechtigkeit aus Glauben aber spricht so: „Sag nicht in deinem Herzen: ‘Wer wird zum Himmel hinaufsteigen?’“ - das meint: um Christus herabzuholen, 7 oder: „Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?“ - das meint: um Christus von [den] Toten heraufzuholen. 8 Was aber sagt sie? „Nahe ist dir das Wort in deinem Mund und in deinem Herzen“ - das meint: das Wort des Glaubens, das wir verkündigen. 9 Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass (der) Gott ihn von [den] Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. 10 Denn mit [dem] Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, mit [dem] Mund aber bekennt man zur Rettung. 11 Denn es sagt die Schrift: „Jeder, der auf ihn vertraut, wird nicht zuschanden werden.“ 12 Da besteht nämlich kein Unterschied zwischen Jude und Grieche, denn alle [haben] denselben Herrn, der reich ist für alle, die ihn anrufen. 13 Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.



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V. 5


Beobachtungen: Zur Untermauerung seiner These „Denn des Gesetzes Ende ist Christus zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt“ (10,4) stellt Paulus in 10,5-13 zwei Arten Gerechtigkeit gegenüber: Werkgerechtigkeit und Glaubensgerechtigkeit. Dabei zieht er verschiedene Zitate heran.


Zunächst lässt er Mose zu Wort kommen, der als Verfasser der Zitates Lev 18,5 erscheint. Das Zitat besagt, dass ein Mensch, der sie - gemeint sind die Satzungen und Gebote des jüdischen Religionsgesetzes - getan hat, durch sie leben wird. „Leben“ kann dabei als irdisches Wohlergehen oder als ewiges Leben verstanden werden. Aufgrund der besonderen Bedeutung, die die Auferweckung von den Toten und das ewige Leben in der paulinischen Theologie einnimmt, dürfte das ewige Leben zumindest mitgemeint sein.

Paulus bewertet die mosaische Aussage nicht. Er stimmt ihr nicht zu und er lehnt sie auch nicht ab. Das Fehlen jeglicher expliziter Bewertung bedeutet aber nicht, dass sich zu Paulus’ Einstellung zum Zitat nichts sagen ließe. Geht man davon aus, dass Paulus die hebräische Bibel (= AT) als heilige Schrift ansieht, so dürfte er die Richtigkeit der Aussagen voraussetzen. Hinsichtlich der Aussagen zum Gesetz ist Mose ein besonders zuverlässiger Gewährsmann, weil ihm die beiden Gesetzestafeln auf dem Berg Sinai von Gott persönlich übergeben wurden, damit er sie seinem Volk Israel aushändigte. Paulus dürfte also Mose nicht zitieren, um die Aussage zu diskutieren oder in Frage zu stellen, sondern um eine für richtig gehaltene theologische Aussage zu machen. Mit Blick auf Lev 18,5 heißt das, dass Paulus nicht abstreitet, dass man durch Werke gerechtfertigt werden kann. Die Voraussetzung für eine solche Rechtfertigung ist aber, dass die Satzungen und Gebote getan wurden. Schon die geringste Verfehlung würde die Gerechtigkeit, also das Bestehen vor dem endzeitlichen Gericht Gottes bzw. Jesu Christi, gefährden.


Die Formulierung „das meint“ entspricht der jüdischen Auslegungsmethode, erst einen Text zu zitieren und ihn dann auszulegen.


Weiterführende Literatur: Chronologisch gesehen sei Röm 9-11 gemäß M. Quesnel 2003, 321-335 die letzte Passage, in der Paulus von Mose spricht. Nachdem er von ihm im Vorhergehenden ein grundsätzlich negatives Bild gezeichnet habe – verbunden mit dem von Satzungen und Geboten geprägten Gesetz und somit auch mit der Sünde -, berücksichtige er in Röm 9-11 vermehrt die Komplexität dieser herausragenden Persönlichkeit des Judentums. Wenn Mose schließlich wieder in seinen Status eines Propheten eingesetzt werde, wie es in Röm 10,19 der Fall zu sein scheine, dann sei es schließlich ganz Israel, Inhaber einer Tora vielgestaltiger Folgerungen, das gerettet wird.


Laut A. Lindemann 1982, 231-250 hätten die früheren Auflagen des griechischen NT-Textes von Nestle hinsichtlich Röm 10,5 die Lesart des Codex Sinaiticus übernommen. Jetzt hätten sich die Herausgeber jedoch für den Text entschieden, der u. a. durch Papyrus 46 belegt ist; sie kehrten damit zugleich zur alten Koine-Lesart, dem „textus receptus“ zurück. Dies sei schon deshalb gravierend, weil jedenfalls in den neueren deutschsprachigen Kommentaren zum Römerbrief bei der Auslegung von 10,5 fast durchweg die in Nestle gedruckte Lesart zugrunde gelegt sei, wofür meist eine textkritische Begründung gegeben werde. Auch fast alle neueren deutschen Bibelübersetzungen basierten auf dieser Textfassung; nur die Luther-Revision von 1975 folge, hier wie sonst auch, dem neuen Nestle und lese: „Mose nämlich schreibt von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt: ‚Der Mensch, der tut, was die Gebote fordern, wird durch sie leben.‘“ A. Lindemann geht dem Textproblem nach und kommt zu dem Ergebnis: Der kurze Weg durch die Textgeschichte des V. 5 habe gezeigt, dass die Frage nach dem inhaltlichen Verständnis des Gedankens der Gesetzesgerechtigkeit bei Paulus nicht erst die Exegeten, sondern schon die Tradenten der paulinischen Briefe intensiv beschäftigt hat. Diese Tradenten seien bereit gewesen, den ihnen mehr oder weniger anstößig erscheinenden Text des V. 5 jeweils ihrem theologischen Verständnis anzupassen. Bezüglich der zukünftigen Exeges befürwortet A. Lindemann die Zugrundelegung der Lesart des Papyrus 46.


F. Lang 1997, 579-602 untersucht, in welcher Hinsicht das Gesetz „endet“ (vgl. V. 4), wo Christus präsent ist und welche Aussagen des AT Paulus im Auge hat, wenn er sich auf die Schrift als „Zeuge“ für die Gerechtigkeit Gottes beruft, um von hier aus das Verhältnis von Verheißung und Gesetz anhand der eigenen Ausführungen des Apostels sichtbar werden zu lassen. Ergebnis: Der Begriff „ho nomos“ („das Gesetz“) beziehe sich in 3,21 auf den Pentateuch, während mit „hai prophêtai“ auf die Propheten verwiesen und zugleich das übrige AT zusammengefasst werde. Christus sei der eine, die seit Adam herrschende Macht der Sünde überwindende und dadurch das Heil heraufführende Nachkomme Adams und zugleich der eine, das Gesetz durch seinen stellvertretenden Sühnetod erfüllende Nachkomme und Erbe Abrahams, in dem die Verheißung zum Ziel komme. Das Gesetz habe in seiner den Sünder zu Recht anklagenden Funktion für die Christen weiterhin Bedeutung.

T. R. Schreiner 1993, 113-135 untersucht verschiedene Deutungen des paulinischen Gesetzesverständnisses in 10,4-5 und bietet anschließend eine eigene Deutung. Ergebnis: Christus sei insofern Ende des Gesetzes, als er dem Gebrauch des Gesetzes zur eigenen Rechtfertigung ein Ende setzt. Das bedeute aber nicht, dass jeglicher Bedeutung des Gesetzes für die Gläubigen ein Ende gesetzt werde. Dazu passe, dass V. 5 nicht von der Gerechtigkeit Christi spreche und auch nicht den Glaubensgehorsam beschreibe. Auch sage Paulus in diesem Vers nicht, dass jeder Versuch, das Gesetz zu befolgen, tadelnswert sei. Vielmehr sage Paulus, dass Gerechtigkeit nicht durch das Gesetz komme, weil das Gesetz nicht vollständig befolgt werden könne; und doch versuchten Menschen immer wieder vergeblich, Gott mittels der Werke zu beeindrucken.


Zu Israels Schuld angesichts der Glaubensgerechtigkeit Röm 9,30-10,21 siehe H. Hübner 1984, 60-99, der auf S. 77-99 auf 10,5-21 eingeht.


N. Chibici-Revneanu 2008, 105-119 geht der Frage nach, wie Paulus Lev 18,5 – ein Text, in dem der Wandel nach den Vorschriften Gottes das ist, was Israel von anderen Völkern charakteristisch unterscheiden soll - aus seinem ursprünglichen Kontext heraus verstanden haben könnte, und wie er von dort ausgehend das Schriftwort in den Dienst eigener Argumentationen stellen konnte. Von besonderer Bedeutung scheine dabei die präpositionale Wendung „en autois“ („durch sie“) gewesen zu sein, anhand derer Paulus Lev 18,5 mit anderen Schriftstellen kontrastiere (in Gal 3,11-12 mit Hab 2,4; in Röm 10,5-8 mit Dtn 30,11-14).


J. D. G. Dunn 1987, 216-228 geht der Frage nach, warum Paulus mit Lev 18,5 und Dtn 30,11-14 zwei atl. Texte einander gegenüberstellt, die beide eine Aufforderung zur Gesetzesbefolgung seien und deren Aussagerichtung somit die gleiche sei. Ergebnis: Paulus sehe in diesen Texten einen heilsgeschichtlichen Gegensatz. Lev 18,5 stehe für die Zeit, in der Gottes Bundesabsicht auf Israel beschränkt war, eine Zeit, die Paulus für beendet halte. Dtn 30,11-14 sei von einer universaleren Perspektive geprägt, in der Gerechtigkeit in Glaubenskategorien, als Herzensgehorsam gedacht sei, der Juden und Heiden gleichermaßen einbeziehe. Im Gegensatz zur Annahme verschiedener Ausleger gehe es in Röm 11,5-8 nicht um einen Gegensatz von Gesetz und Glaube. Das Gesetz erscheine hier nicht als negativ an sich, sondern nur als negativ in seiner die Gerechtigkeit auf das Volk Israel begrenzenden Funktion. Paulus habe eine Kontinuität vom Gesetz hin zum Evangelium gesehen, aber eine Diskontinuität hinsichtlich der zu begrenzten, nur auf das Volk Israel fixierten Gerechtigkeit und der Erfüllung der Bundesverheißung in Christus.


A. Ito 2006, 234-260 verortet Röm 10,5-13 im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Es gebe eine Diskussion über das Verhältnis zwischen dem in V. 5 zitierten Vers Lev 18,5 und der in Röm 10,6-8 zitierten Passage Dtn 30. A. Ito vertritt die Ansicht, dass Paulus den Gegensatz zwischen der Mündlichkeit des Evangeliums und der Schriftlichkeit der Tora betone, denn er verstehe sich selbst als ein in der Tradition des „Herolds“ Jes 52. Die Schriftlichkeit der Tora werde durch das das Levitikuszitat einleitende „Moses schreibt“ betont.


T. Baarda 1988, 208-248 liest Röm 10,4-15 als einen Midrasch zu Dtn 30,11-14. Bei seinem Midrasch bediene sich Paulus der Methodik der Notariqon-Exegese, die Einzelworte als die Zusammenstellung von Anfangsbuchstaben anderer Wörter betrachte. Diese Methodik sei schon vor Paulus bekannt gewesen und in der jüdischen Auslegungsarbeit praktiziert worden.


P. Grech 1998, 105-114 versucht vom Galaterbrief und vom Römerbrief aus die Schriftdiskussion um Gesetz und Gerechtigkeit, wie sie in Apg 13,38-39 zum Vorschein komme, zu rekonstruieren, indem er insbesondere die Formgeschichte des Zitates Dtn 30,12-14 in Röm 10,5-13 in den Blick nimmt. Laut P. Grech sei Dtn 30,12-14 von den Juden gegen Paulus herangezogen worden, doch werde er von Paulus wieder zurückgespielt, indem er mittels einer christlich-midraschartigen Deutung zu einem christologischen Beweistext umgewandelt werde.


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V. 6


Beobachtungen: Der Werkgerechtigkeit stellt Paulus die Glaubensgerechtigkeit gegenüber, indem er - in erheblich veränderter Form - Dtn 30,11-14 (vgl. die Parallelen Bar 3,29-30; Philo Post. 84-85; Targum Neof. I zu Dtn 30) heranzieht. Dabei erscheint das Zitat als Ausspruch der personifizierten Glaubensgerechtigkeit. Interessanterweise wird der Ausspruch nicht Mose in den Mund gelegt, obwohl es sich ebenso wie bei Lev 18,5 um eine Passage aus der Tora, den fünf Büchern Mose, handelt, die sich im ursprünglichen Zusammenhang zudem noch auf das Gebot seinem Volk gegenüber bezieht. So ist eigentlich ausgesagt, dass das Gebot dem Menschen so nahe liegt, dass er es halten kann und muss. Es ist also nicht notwendig, das Gebot erst vom Himmel zu holen.

Paulus bezieht Dtn 30,11-14 jedoch nicht auf das Gebot, sondern auf Christus. Man muss also nicht erst in den Himmel steigen und Christus herabholen. Christus ist von Gott bereits auf die Erde gesandt worden, wo das Heilsgeschehen stattgefunden hat. Dieses Heilsgeschehen wird auf Erden verkündigt und somit wird der Glaube jedem ermöglicht.


Fraglich ist, ob der Wechsel der Verben - Mose „schreibt“ („graphei“), die Gerechtigkeit aus Glauben dagegen „sagt“ („legei“) - auf eine unterschiedliche Wertung der Zitate hinweist, wonach sich Lev 18,5 auf den Buchstaben bezieht, Dtn 30,11-14 dagegen auf den Geist. Eine solche Unterscheidung und damit auch eine Höherbewertung des letzteren Zitates geht aus Röm 10,5-13 zumindest nicht eindeutig hervor.


Die Formulierung „Sag nicht in deinem Herzen“ findet sich nicht in Dtn 30,11-14, sondern dürfte Dtn 9,4 entnommen sein. Das Herz erscheint als Ort des Verstandes, an dem das Planen, Überlegen und Entschließen stattfindet.


Weiterführende Literatur: E. M. Humphrey 1999, 129-148 ist der Meinung, dass Röm 9,30-10,21 den idealen Testfall für die paulinische Redeweise darstelle, die das Poetische, Argumentative und Visionäre vereine. Es stelle sich die Frage, wie diese Formen in der paulinischen Rhetorik zusammenwirken, sich abändern oder gar miteinander kollidieren. Den Schlüssel zu Paulus‘ Rede von Gott, Israel, den Heiden, der Tora, Christus, der Gerechtigkeit, der Treue und dem Wort stellten die drei problematischen Verse 10,6-8 dar. Diese Verse seien am besten nicht allein im Zusammenhang mit der Weisheit, sondern auch mit den Apokalypsen und der jüdischen mystischen Tradition zu sehen. Die Bedeutung dieser Einsicht lasse sich am rhetorischen Verlauf von 9,30-10,21 verdeutlichen. Schließlich legt E. M. Humphrey noch die Eignung dieses esoterischen Motivs für die Absichten des Römerbriefes dar.


P. J. Bekken 1995, 183-203 untersucht den Gebrauch von Dtn 30,12-14 in Röm 10 und geht dabei auf zwei Aspekte ein: a) den jüdischen Kontext des paulinischen Umgangs mit dem atl. Text einschließlich der Fragen exegetischer Techniken und Formen; b) den jüdischen Kontext des eschatologischen Gebrauchs seitens des Apostels. Ergebnis: Paulus‘ Verwendung von Dtn 30,12-14 sei innerhalb des Rahmens jüdischer exegetischer Studien und Methodik zu verorten.

P. J. Bekken 1998, 315-331 befasst sich eingehender mit dem Bezug des paulinischen Gebrauchs von Dtn 30,12-14 zum zeitgenössischen Judentum. Er legt dar, dass bestimmte Abschnitte aus den Schriften Philos von Alexandrien den jüdischen Hintergrund und exegetischen Zusammenhang der paulinischen Verwendung von Dtn 30,12-14 in dessen literarischem Zusammenhang bildeten.

Dass Paulus bei seinem Bezug auf das Buch Deuteronomium durchaus den deuteronomischen Zusammenhang im Auge gehabt habe, legt M. A. Seifrid 1985, 3-37 dar.

L. Wehr 2006, 192-206 versucht zunächst das Problem der Schriftdeutung in Röm 10,5-10 zu veranschaulichen. Die dortige Schriftdeutung lasse – wie auch die sonstige paulinische – dem modernen aufgeklärten Leser und erst recht dem historisch-kritisch arbeitenden Exegeten die Haare zu Berge stehen. Dann solle gezeigt werden, welche Entwicklungen in der jüdischen Auslegungstradition zur Zeit des Paulus diese gewagte paulinische Deutung vorbereitet haben können und wo Paulus über jüdische Interpretationen wesentlich hinausgeht. Am Ende werden einige Konsequenzen für unseren Umgang mit dem paulinischen Schriftverständnis und damit auch für die Bestimmung des Verhältnisses von Neuem und Altem Testament aufgezeigt. Ergebnis: Es gebe für einige Aspekte der paulinischen Schriftdeutung in Röm 10,5-10 Anknüpfungspunkte im hellenistischen Judentum seiner Zeit. Es bleibe aber dennoch der entscheidende anstößige Punkt, dass Paulus einen Text, der im Judentum seiner Zeit – nach allem, was wir wissen – durchgehend auf die Gebote der Tora bezogen wurde, in expliziter Abgrenzung dazu auf den Glauben an Christus bezieht. Aus heutiger, kritischer Sicht gesehen sei die christologische Deutung atl. Stellen zwar legitim, doch gehe Paulus mit der Dtn-Stelle sehr gewaltsam um, da er ihren Sinn fast in das Gegenteil verkehre, so dass man an seiner Vorgehensweise Sachkritik werde üben müssen. Eine solche Bibelauslegung könnten wir uns heute nicht zum Vorbild nehmen.


Gemäß A. J. Dewey 1994, 109-128 zeige ein Vergleich der Art und Weise, wie Paulus und Philo Dtn 30,11-14 heranzogen, dass ihre Wahl dieser Stelle von politisch entscheidender Bedeutung war. Sowohl Philo als auch Paulus hätten – obwohl sie in unterschiedliche Richtung gearbeitet hätten – ihre jeweiligen Hörer zu einer aktiven und unmittelbaren Antwort in einer Welt, in der Macht, Reichtümer und Herrschaft als Domäne einer kleinen Elite galten, herausgefordert. Sowohl Paulus als auch Philo hätten, wenn auch auf unterschiedliche Weise, von der Macht der schriftlichen und mündlichen Kommunikationsmittel Gebrauch gemacht. Beide hätten einzuschärfen versucht, dass die letztendliche Macht in der Gewalt der jeweiligen Zuhörer sei. Paulus diene Dtn 30 als umstürzlerische mündliche Botschaft an die nicht zur Elite Gehörigen, wogegen Philo sich die Botschaft zu eigen mache, um die Gebildeten zu ermutigen, an einer allmählichen Umwandlung teilzuhaben.


Laut J. S. Vos 1992, 254-270 (vgl. J. S. Vos 2002, 115-134) stelle Paulus in Gal 3,11-12 und Röm 10,5-10 den atl. Vers Lev 18,5 in Beziehung zu jeweils einer anderen Schriftstelle, in Gal 3 zu Hab 2,4 und in Röm 10 zu Dtn 30,12-14. In der Exegese werde die Beziehung oft als eine hermeneutische Antinomie dargestellt, bei der eine Schriftstelle gegen die andere ausgespielt werde. Die Spannung sei auf verschiedene Art und Weise versucht worden zu lösen. Daneben gebe es auch Stimmen, die nicht von einer Antinomie reden wollen und davon ausgehen, dass das Verhältnis zwischen Lev 18,5 und Dtn 30,12-14 bzw. Hab 2,4 synthetisch oder komplementär aufzufassen sei. Allerdings gebe es mit Bezug auf Gal 3,11-12 keinen triftigen Grund, die Antithetik zu leugnen. In Röm 10,5-10 sei die Lage weniger eindeutig. In beiden Texten liege aber wohl eine hermeneutische Antinomie vor. J. S. Vos vertritt die These, dass Paulus in Gal 3 in starkem Maße, in Röm 10 in geringerem so argumentiere, wie es in den rhetorischen Handbüchern im Falle der leges contrariae empfohlen wird, und dass die Parallelen aus der jüdischen Hermeneutik als Varianten zu diesen rhetorischen Empfehlungen zu betrachten seien.


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V. 7


Beobachtungen: In Dtn 30,13 ist von der Überquerung des Meeres die Rede, und zwar sowohl in dem masoretischen Text als auch in der griechischen Übersetzung der Septuaginta. Paulus lässt dagegen die Glaubensgerechtigkeit vom Abgrund („abyssos“) sprechen. Entweder fließt hier eine andere Textvorlage ein oder Paulus deutet das Meer als Abgrund. Eine solche Deutung wird durch die unheimliche Tiefe des Meeres und durch die Vorstellung einer unterirdischen Urflut nahe gelegt. Dementsprechend bezeichnet die Septuaginta, die für Paulus maßgebliche griechische Übersetzung der hebräischen Bibel (= AT), des öfteren Wasser als „Abgrund“ („abyssos“; vgl. Dtn 8,7LXX; Am 7,4LXX; Hab 3,10LXX u. a.). In Ps 107,26 wird das Hinabsteigen in die Tiefe der Urflut dem Aufstieg zum Himmel gegenübergestellt. Für Paulus dürfte auch entscheidend sein, dass der Gedanke der Unterwelt besser als der Gedanke der Meeresüberquerung zur Auferweckung Jesu von den Toten passt.

Christus ist nicht weit entfernt in der als Totenreich gedachten Unterwelt. Es muss also nicht erst jemand hinabsteigen und ihn von dort heraufholen. Die Auferweckung Christi von den Toten ist bereits erfolgt, als Auferweckter ist er auch auf der Erde erschienen, wo er folglich als solcher verkündigt wird.


Weiterführende Literatur:


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V. 8


Beobachtungen: Das, was die Glaubensgerechtigkeit sagt, nämlich dass das „Wort“ nahe ist, steht im Widerspruch zu der möglichen - wenn auch abgelehnten - Aussage des Menschen, dass der Christusglaube fern liegt. Diesen Widerspruch kennzeichnet das „aber“.


Im ursprünglichen Zusammenhang besagt das Zitat Dtn 30,14, dass das Gebot Gottes seinem Volk nahe ist. Es wird mündlich weitergegeben und mit dem Herzen bewahrt und gehalten. Paulus bezieht „das Wort“ jedoch nicht auf das Gebot Gottes seinem Volk Israel gegenüber, sondern auf das „Wort des Glaubens“.


Mit dem „Wort des Glaubens“ dürfte hier ein Wort, das den Glauben als Inhalt hat oder bekennt oder ein Wort, das Glauben weckt, gemeint sein. Dabei ist der Begriff „rhêma“ sicherlich nicht im engen Sinne des einzelnen Wortes, sondern im weiteren Sinne einer Rede oder Botschaft zu verstehen.

Diese Glaubensbotschaft wird von einer Wir-Gruppe, die mit Sicherheit Paulus einschließt verkündigt. Wer neben Paulus zu dieser Wir-Gruppe gehört, bleibt offen. Paulus kann sich allein mit „wir“ bezeichnen, an weitere, nicht genannte Missionare denken, die Adressaten einschließen oder auch an alle Christen denken.


Paulus zitiert Dtn 30,14 nur unvollständig, lässt vermutlich bewusst „um es zu tun“ und die Ergänzung der Septuaginta „und in deinen Händen“ fort, weil er jeden Hinweis auf Werkgerechtigkeit vermeiden will.


Weiterführende Literatur: M. Rese 1989, 252-266 fragt zunächst ausführlich nach dem Platz von Röm 10 innerhalb von Röm 9-11 sowie nach Thema, Struktur und Gedankengang dieses Kapitels, geht dann kurz auf jene Stellen in ihm ein, an denen von Israels Unwissen und Ungehorsam (vgl. V. 2.3.16.21) und von der Verkündigung des Glaubens durch Paulus (v. a. V. 8) die Rede ist, ein und bestimmt deren Zusammenhang. Abschließend sagt er etwas zu dem Beitrag von Röm 10 zu einer „Gesamtauffassung“ von Röm 9-11.


H.-J. Eckstein 1988, 204-220 hält fest, dass Paulus einerseits eindeutig auf Dtn 30,11-14 Bezug nehme, indem er es ernsthaft als Schriftbeweis anführe und fortlaufend exegetisch deute, und dass er andererseits den Beleg gegen seinen ursprünglichen Sinn nicht auf die Sinai-Tora, sondern auf das in Christus offenbarte Evangelium beziehe. Die Beweggründe dafür, dass Paulus Dtn 30,11-13 zitiere, müssten in der Aussage und den Begriffen des Abschnitts selbst gesucht werden. Paulus verstehe das Evangelium, das er in Röm 10,8 mit dem „nahen Wort“ in Dtn 30,14 identifiziert habe, zugleich als die Botschaft der Freudenboten bei Deuterojesaja, so dass für ihn zwischen der Verkündigung Deuterojesajas und dem Abschnitt Dtn 30,11-14 ein innerer Zusammenhang bestehe. Aufgrund dieses Zusammenhangs vermöge der Apostel in Dtn 30,11-14 die Stimme der Glaubensgerechtgkeit zu vernehmen – obwohl der Text nach seinem Literalsinn vom tätigen Gehorsam gegenüber der Sinai-Tora spreche.


B. Ehler 1986, 97-107 geht im Rahmen der Thematisierung von E. Käsemanns Frage nach der Mitte der Schrift auf die Unterscheidung von „Buchstabe“ und „Geist“ in Röm 10,5-13 ein.


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V. 9


Beobachtungen: In V. 8 hat Paulus nur erklärt, was mit dem „Wort“ gemeint ist. In V. 9 legt er nun dar, was es mit dem Mund und dem Herzen auf sich hat: Mit dem Mund bekennt der Christusgläubige Jesus als „Herrn“ und mit dem Herzen glaubt er.

Wenn Jesus als „Herr“ bekannt wird, so wird damit zugleich Zugehörigkeit, Unterordnung, Dienst und Verehrung ausgedrückt.


Der Glaube wird konkretisiert: Es handelt sich um den Glauben, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Der Glaube an die Auferweckung ist die Voraussetzung dafür, dass der Mensch gerettet wird. Dabei dürfte es sich um die Rettung vor einem Zustand des ewigen Todes handeln, den der Mensch, der nicht von den Toten auferweckt wird, zu erwarten hat. Die Rettung erfolgt erst in der Zukunft.


Weiterführende Literatur: In 10,5-13 führe Paulus laut W. Führer 1987, 137-149 den Schriftbeweis für die These, dass Christus das Ende des Gesetzes ist (V. 4), indem er den Gegensatz zwischen Gesetz und Christus durch den Gegensatz zwischen dem Gesetz und dem fernen Wort und dem Evangelium und dem nahen Wort entfaltet. Wo die Botschaft von dem hier und heute rettenden Evangelium zutage trete, werde die Schrift zum nahen Wort, das den, der ihm im Glauben recht gibt, indem er in die Akklamation „Herr ist Jesus“ einstimmt, rechtfertigt. Wie Paulus seine Christusverkündigung durch die Rechtfertigungslehre darlege, so gründe er umgekehrt die Rechtfertigungslehre auf das christologische Bekenntnis, das er 10,9 in seinen Schriftbeweis einflechte. Dabei argumentiere Paulus nicht tautologisch.


Mit Röm 10 unter akustischen Gesichtspunkten befasst sich A. J. Dewey 1989, 212-230.


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V. 10


Beobachtungen: V. 10 führt die Erklärung von V. 9 fort. Erneut wird das Herz mit dem Glauben und der Mund mit dem Bekenntnis verbunden. Der innere Glaube kommt im gesprochenen Wort zum Ausdruck.

Paulus legt dar, wohin der Glaube und das Bekenntnis führen: der Glaube führt zur Gerechtigkeit und das Bekenntnis zur Rettung. Es ist davon auszugehen, dass die Gerechtigkeit, also die Nichtanrechnung der Sünden, die Voraussetzung für die Rettung ist. Beides ist untrennbar miteinander verbunden.


Weiterführende Literatur:


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V. 11


Beobachtungen: Wie schon in Röm 9,33 zitiert Paulus Jes 28,16LXX, wobei er „jeder“ („pas“) hinzufügt, vermutlich um die Universalität der Aussage zu unterstreichen. Mit „ihn“ ist im Zusammenhang der hebräischen Bibel der Gott Israels, JHWH, gemeint, im Zusammenhang von Röm 10,5-13 Jesus Christus.


Das Verb „pisteuô“ mit der Präposition „epi“ kann mit „vertrauen auf“ oder „glauben an“ übersetzt werden. Es gilt also auf Gott bzw. Jesus Christus zu vertrauen oder an Jesus Christus zu glauben. Mit dem Vertrauen auf Gott geht nicht unbedingt der Glaube an Jesus Christus einher. Ein Jude kann ganz und gar seinem Gott vertrauen, ohne den Messias Jesus Christus anzuerkennen und an ihn zu glauben.


„Zuschanden werden“ („kataischynomai“) ist das Gegenteil von „gerettet werden“ („sôzomai“).


Weiterführende Literatur: S. K. Davis 2002, der sich auf S. 117-151 konkret mit Röm 9,(25)30-10,13 befasst, vertritt folgende These: Wenn Paulus negativ über die Tora schrieb, dann habe er nicht die Tora an sich im Blick gehabt, sondern eine ganz bestimmte Art der Vorstellung von Tora, wie sie in einer Vielzahl jüdischer Texte begegne. Es handele sich um die Vorstellung der „ewigen Tora“, die auch „kosmische Tora“ oder „ontologische Tora“ genannt werden könne. Die „ewige Tora“ sei nicht nur ein Offenbarungsbuch, eine Buchsammlung oder eine Sammlung von Gesetzen, sondern vielmehr Gottes kosmische Kraft, ein Wesen, das als Mittler zwischen Gott und der Menschheit diene. Die ewige Tora sei das Wort oder die Weisheit, durch das bzw. die Gott die Welt geschaffen hat und auch das Werkzeug des Jüngsten Gerichts. Paulus widersetze sich dieser Tora-Vorstellung, nicht jedoch der Tora an sich, die er als gottgegeben und gut ansehe. Paulus habe einige Aspekte der frühen jüdischen Tora-Theologie abgelehnt und auf Christus diejenigen Funktionen und Titel übertragen, die er bezüglich der Tora zurückgewiesen habe.


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V. 12


Beobachtungen: V. 12 ist nicht als allgemeine Aussage zu verstehen, sondern im engen Zusammenhang mit dem Zitat in V. 11. Mit den „Griechen“ können heidnische oder christliche Menschen aus dem griechischen Sprach- und Kulturraum gemeint sein. Versteht man V. 12 unter Absehung von Jesus Christus, dann wäre er so zu deuten, dass es zwischen Juden und „Griechen“ generell keinen Unterschied gibt. Eine solche Deutung widerspricht aber der Tatsache, dass Paulus durchaus streng zwischen Juden und Nichtjuden, den „Griechen“, unterscheidet. Nur das Leben der Juden basiert nämlich auf dem Halten der Satzungen und Gebote der Tora. Und nur die Israeliten/Juden sind das von dem Gott JHWH erwählte Volk, dem ursprünglich die Verheißungen zukommen. Deutet man dagegen V. 12 mit Blick auf V. 11, so ist ausgesagt: Es besteht kein Unterschied zwischen Judenchristen und Heidenchristen, weil nämlich beide denselben „Herrn“ haben. Bei dem „Herrn“ kann es sich nur um Jesus Christus handeln (vgl. insbesondere V. 8).


Die Anrufung Jesu Christi beginnt mit der Taufe. Im Leben des Getauften dürfte sie sicherlich vorrangig im Gottesdienst und auch allgemein im Gebet erfolgen. Nur wer an Jesus Christus glaubt, ruft ihn auch an und hat an dessen Reichtum Anteil.


Weiterführende Literatur: Mit dem atl. Hintergrund der Glättung der Unterschiede zwischen Juden und Heiden durch die Betonung der Universalität des „Herrn“ in Apg 10,36 und Röm 10,12 befasst sich J. Dupont 1987, 229-236. Besonderes Augenmerk schenkt er dabei dem Versteil Joël 3,5aLXX, der in Röm 10,13 und Apg 2,21 zitiert werde.


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V. 13


Beobachtungen: Aus V. 13 geht indirekt hervor, was den Reichtum ausmacht. Wenn diejenigen, die den „Herrn“ Jesus Christus anrufen, gerettet werden - und das unverdientermaßen -, dann dürfte es sich bei dem Reichtum um einen Reichtum an Gnade handeln. An dieser erhalten die Christusgläubigen Anteil.


Bei V. 13 handelt es sich um ein Zitat von Joel 3,5. Es ist einem Zusammenhang entnommen, in dem es um die Geistausgießung geht. Dementsprechend findet sich das Zitat auch in der Pfingstpredigt des Petrus (vgl. Apg 2,21).


Weiterführende Literatur: Mit dem Gottesbild und dem „Namen des ‚Herrn‘“ gemäß Röm 10,13 befasst sich C. K. Rowe 2000, 135-173. Seiner Meinung nach finde die lebendige Darstellung JHWHs im AT als sich selbst erniedrigender Gott, der es wesensmäßig liebe, zu den Menschen hinabzusteigen und an der menschlichen Geschichte teilzunehmen, sowie die entsprechende Darstellung Gottes und seiner Beschaffenheit durch den Propheten Israels, der an Gottes Leben teilnehme (vgl. Hosea), seine Erfüllung in der vollständigen Identifikation JHWHs mit der Menschheit und der Menschheit mit JHWH in einem einzigen Leben, dem Leben Jesu Christi. Zu diesem Bekenntnis gehöre auch, dass die Dynamik innerhalb des Seins JHWHs, wie es im AT dargestellt werde, trinitarische Entwicklungen zulasse.



Literaturübersicht


Baarda, Tjitze; Het einde van de wet is Christus. Rom 10:4-15, een Midrasj van Paulus over Deut 30:11-14, GerefTTs 88/4 (1988), 208-248

Bekken, Per Jarle; Paul’s Use of Deut 30,12-14 in Jewish Context. Some Observations, in: P. Borgen, S. Giversen [eds.], The New Testament and Hellenistic Judaism, Aarhus 1995, 183-203

Bekken, Per Jarle; Election, Obedience, and Eschatology: Deuteronomy 30:2-14 in Romans 9- 11 and the Writings of Philo, in: P. Borgen et al. [eds.], Recruitment, Conquest, and Conflict (Emory Studies in Early Christianity 6), Atlanta 1998, 315-331

Chibici-Revneanu, Nicole; Leben im Gesetz: Die paulinische Interpretation von Lev 18:5 (Gal 3:12; Röm 10,5), NT 50/2 (2008), 105-119

Davis, Stephan K.; The Antithesis of the Ages: Paul’s Reconfiguration of Torah (CBQ.MS 33), Washington DC 2002

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