Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Der Brief des Paulus an die Philipper

Phil 2,19-24

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

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Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

Phil 2,19-24



Übersetzung


Phil 2,19-24:19 Ich hoffe aber im Herrn Jesus, Timotheus bald zu euch schicken zu können, damit auch ich frohen Mutes bin, wenn ich erfahre, wie es euch geht. 20 Ich habe nämlich keinen Gleichgesinnten, der sich [so] aufrichtig um euer Ergehen sorgen wird. 21 Denn alle suchen das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist. 22 Seine Bewährung kennt ihr ja, dass er, wie ein Kind dem Vater, mit mir für das Evangelium gedient hat. 23 Ihn also hoffe ich schicken zu können, sobald ich meine Lage übersehe. 24 Ich bin aber zuversichtlich im Herrn, dass auch ich selbst bald kommen kann.



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V. 19


Beobachtungen: Nachdem Paulus mittels des Christushymnus‘ Jesus Christus als Vorbild hinsichtlich des Gehorsams Gott gegenüber dargestellt (vgl. 2,5-11) und auch die Adressaten zum Gehorsam dem Evangelium bzw. Gott und Jesus Christus gegenüber aufgerufen hat (vgl. 2,12-18), ist ihm daran gelegen zu erfahren, inwiefern die Adressaten tatsächlich gehorsam sind. Das dürfte ihm deswegen wichtig sein, weil er inhaftiert ist (vgl. 1,13) und sich aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit derzeit nicht selbst auf den Weg nach Philippi machen kann, um dort nach dem Rechten zu schauen. Mit der Bewegungseinschränkung scheint auch eine Einschränkung der Kommunikation mit der Gemeinde in Philippi verbunden zu sein, denn Paulus scheint sich nicht ausreichend über deren Ergehen informiert zu fühlen. Daraus scheint eine gewisse Unruhe zu resultieren, zumal er um die Bedrängnisse weiß, denen die Christen in der mehrheitlich heidnischen Gesellschaft ausgesetzt sind. Angesichts der Bedrängnisse ist Standhaftigkeit im Glauben erforderlich (vgl. 1,27-30).


Paulus hofft, Timotheus bald schicken zu können. Warum schickt er ihn nicht sofort? Und warum ist er sich nicht sicher, dass er ihn bald schicken kann? Ganz allgemein gesagt scheint der Grund darin zu liegen, dass Paulus wegen seiner eigenen Haft seinen engen Mitarbeiter Timotheus noch nicht nach Philippi schicken kann. Hat er wegen der Haft keine Möglichkeit, Kontakt mit Timotheus aufzunehmen, um ihm den Auftrag mitzuteilen? Das ist eher unwahrscheinlich, denn er nennt Timotheus in 1,1 als Mitverfasser des Briefes, was einen Mindestkontakt voraussetzt. Dieser Kontakt muss nicht persönlicher Art sein, sondern kann auch über Briefe oder auf mündlichem Wege über Mittelsmänner laufen. Eher scheint es so zu sein, dass Paulus seinen Mitarbeiter in der für ihn so unsicheren Lage im Gefängnis noch braucht, sei es beim Kontakt mit den römischen Behörden, mit den Mitmenschen oder für die Überbringung von Nachrichten an andere Christen. Timotheus scheint derzeit unabkömmlich zu sein.


Die Hoffnung ist im „Herrn Jesus“ begründet, in dessen Machtfeld sich Paulus, Timotheus und alle anderen Christen befinden. Die tatsächliche Durchführung des Plans ist also nicht vom Willen des Apostels oder seines Mitarbeiters abhängig, sondern vom Willen Jesu Christi, dem alle Christen untergeben sind.


Das seltene griechische Verb „eupsycheô“ („frohen/guten Mutes sein“) meint hier wohl die Beruhigung angesichts der Botschaft, dass es den Adressaten gut geht.

Der vorrangige Zweck der Entsendung des Timotheus ist, dass er Paulus bei der Rückkehr vom Ergehen der Adressaten berichten soll. Dabei hofft Paulus, dass der Bericht positiv ausfällt. Darüber hinaus mag die geplante Entsendung weiteren, nicht genannten Zwecken dienen: der Überbringung von Nachrichten über das Ergehen des Apostels, der Stärkung in der Bedrängnis, der Korrektur der Glaubensvorstellungen und Verhaltensweisen von einzelnen Gläubigen und der Schlichtung von Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde.

Bezüglich des Ergehens der Gemeindeglieder ist Paulus wohl weniger an profanen Fragen wie familiärem Glück, materiellem Wohlstand oder Gesundheit der Gemeindeglieder interessiert, als vielmehr an der rechten Vorbereitung der Gemeinde auf die Wiederkunft Jesu Christi. Dazu gehören Standhaftigkeit im Glauben und rechtes Verhalten. Dieses besondere Interesse schließt aber nicht aus, dass sich Paulus auch für profane Aspekte des Wohlergehens interessiert.


Weiterführende Literatur:


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V. 20/21


Beobachtungen: Paulus empfiehlt Timotheus als besonders engen Mitarbeiter. Warum ist das nötig? Könnte bei den Philippern der Besuch des Timotheus etwa Ablehnung hervorrufen? Der biblische Befund legt eine solche Annahme nicht nahe. Allerdings geht aus ihm auch kein besonders enges Verhältnis des Timotheus zur Gemeinde in Philippi hervor. Gemäß Apg 19,21-22; 20,3-6 dürfte er zwar Philippi besucht haben, doch wird über die Aufenthalte nicht näher berichtet. Das Hauptaugenmerk des Berichts des Verfassers der Apostelgeschichte liegt vielmehr auf dem Wirken des Paulus und Silas‘, eines anderen Mitarbeiters des Apostels (vgl. Apg 16). So dürfte Paulus sich zu einer Begründung genötigt sehen, warum er gerade Timotheus und nicht einen anderen Mitarbeiter sendet.


Paulus hebt das besondere Interesse des Timotheus am Ergehen der Glaubensgenossen hervor. Dass das bei den Christen nicht selbstverständlich ist, ging schon aus Phil 1,17 und insbesondere auch aus 2,3-4 hervor. Viele Christen sind nur oder zumindest in erster Linie an dem Ihrigen, also an ihren eigenen Belangen interessiert, nicht bzw. weniger aber an den Belangen der Glaubensgenossen. Dabei ist V. 20 doppeldeutig: Zum einen kann der Vers so gedeutet werden, dass es bis auf Timotheus im Umkreis des Apostels Paulus niemanden gibt, der wirklich um das Ergehen der Philipper Interesse zeigt, zum anderen ist aber auch die Deutung möglich, dass niemand hinsichtlich des Interesses für die Philipper dem Vergleich mit Timotheus und Paulus standhält.

Das Futur „merimnêsei“ („sich kümmern/sorgen werden“) zeigt an, dass es nicht nur darum geht, sich daheim um das Ergehen der Philipper zu kümmern, sondern Anteilnahme ist auch bei dem anstehenden Besuch vor Ort gefragt.

Wie ist das „Eigene“ zu deuten? Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es im Widerspruch zur Sache Jesu Christi steht. Dabei fällt auf, dass Paulus annimmt, dass Jesus Christus eine ganz bestimmte Sache verfolgt, ein ganz bestimmtes Interesse hat, wie die Menschen auch. Allerdings unterscheidet sich seine Sache anscheinend gänzlich von der der Menschen. Jesu Christi Sache dürfte der Inhalt des Evangeliums sein. Darin geht es in erster Linie um das Heil der Menschen, das von Tod und Auferstehung Jesu Christi nicht zu trennen ist. Im Mittelpunkt steht das Heil aller Menschen, und zwar insbesondere in Form von Rechtfertigung beim endzeitlichen Weltgericht und in Form von Auferstehung und ewigem Leben. Bezüglich der Sache Jesu Christi lässt sich also festhalten, dass sie alle Menschen angeht und dem ewigen Heil dient. Das Gegenteil einer solchen Zielsetzung ist das Streben allein nach dem eigenen Wohlergehen, das dazu noch in erster Linie ganz irdisch-profan verstanden wird. Ein solches Interesse, das nicht demjenigen Jesu Christi entspricht, liegt aus Sicht des Apostels bei seinen Glaubensgenossen vor. Dabei bleibt jedoch offen, ob er in erster Linie deren Fixierung auf das eigene Heil oder die irdisch-profane Gesinnung anprangert oder gar beides gleichermaßen.


Es erstaunt, dass Paulus ausnahmslos alle als nach dem Eigenen Strebende, also als Egoisten darstellt. Wie kann er da noch ohne hämischen Kommentar Grüße der Glaubensbrüder (und –schwestern) an seinem Aufenthaltsort an diejenigen in Philippi ausrichten (vgl. 4,21)? Eine Erklärung mag sein, dass es Paulus nicht um eine Wesensbestimmung des Christen im Allgemeinen geht. Es sind also erstens nicht alle Christen im Blick, sondern nur diejenigen in der Nähe des Apostels, zweitens ist die Kritik situationsbezogen formuliert. Es ist also nicht ausgesagt, dass alle Christen oder auch nur diejenigen in der Nähe des Apostels Egoisten sind, sondern er ist ausgesagt, dass unter den Christen in der Nähe des Apostels – mit Ausnahme des Timotheus – niemand ist, der für die vermutlich beschwerliche und langwierige Reise geeignet wäre oder willens ist, diese Reise auf sich zu nehmen – eben weil das Interesse am Ergehen der Philipper zu wenig ausgeprägt ist. Zu berücksichtigen ist, dass vermutlich viele Christen durch Beruf und Familie davon abgehalten werden, sich auf eine weite Reise zu begeben. Bedenkt man, dass Paulus vermutlich Tausende von Kilometern von Philippi entfernt in Rom, Caesarea oder Jerusalem (unwahrscheinlicher ist Ephesus, vgl. 1,13) inhaftiert ist, wird der Unwille der Glaubensgenossen des Apostels verständlich, um der Sache der Philipper willen Beruf und Familie für längere Zeit zu verlassen. Dass die Kritik des Apostels so harsch ausfällt, ist vielleicht auch auf die existenzielle Bedrohung des Apostels in der Gefangenschaft zurückzuführen, die ein Gefühl der Einsamkeit beim Kampf für die Sache Christi aufkommen lässt.


Fraglich ist, worauf sich die gleiche Gesinnung bezieht. Es kommen drei Bezüge in Frage, und zwar ein Bezug auf den Apostel, ein Bezug auf Timotheus und ein Bezug auf die Adressaten. Letztere Möglichkeit ist eher unwahrscheinlich, denn wenn schon die gleiche Gesinnung die Sorge um das Ergehen der Adressaten aussagen würde, wäre der folgende Relativsatz eine Wiederholung der Aussage in anderen Worten. Eher dürfte ein Bezug auf den Apostel oder Timotheus vorliegen. Eine Entscheidung zwischen diesen beiden Möglichkeiten fällt schwer, weil Paulus und Timotheus zusammen für die Sache Christi arbeiten, also Gleichgesinnte sind. Wer also Gleichgesinnter des Apostels ist, ist zugleich Gleichgesinnter des Timotheus und umgekehrt.


Weiterführende Literatur: R. A. Culpepper 1980, 349-358 unterstreicht die Bedeutung der V. 19-30, in denen die paulinischen Mitarbeiter Timotheus und Epaphroditus im Mittelpunkt stehen, für das Verständnis der Einheit, des Ursprungs und der Botschaft des Philipperbriefes. Paulus stelle - sich selbst gleich - Timotheus und Epaphroditus als Vorbilder der Art und Weise dar, wie die Adressaten Christus im Dienst nachahmen sollen. Solche Nachahmung sei das stärkste geistliche Gegenmittel gegen die Gefahren der Gesetzlichkeit, des Perfektionismus und der Zwietracht, wie sie durch das wetteifernde Machtstreben von Kirchenoberen verursacht würden. Die Kirche brauche mehr solcher Diener wie Paulus, Timotheus und Epaphroditus.


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V. 22


Beobachtungen: Angesichts der Tatsache, dass uns keine besonders enge Beziehung des Timotheus zur Gemeinde in Philipp bekannt ist und ihn Paulus vermutlich aus diesem Grund der Gemeinde empfehlen muss, erstaunt, dass Paulus bei den Adressaten die Kenntnis der Bewährung seines Mitarbeiters voraussetzt. Gibt die Aussage „Seine Bewährung kennt ihr ja“ tatsächlich den Sachverhalt wieder oder ist sie eher als Aufforderung im Sinne von „Macht euch seine Bewährung bewusst“ zu verstehen? Anzunehmen ist, dass die Philipper zwar keine besondere Beziehung zu Timotheus haben, ihnen aber doch dessen enge Zusammenarbeit mit Paulus bekannt ist. So lässt sich erklären, dass Paulus auf diese Kenntnis verweist und sie in Erinnerung ruft.


Timotheus hat mit Paulus zusammen dem Evangelium gedient. Das Verb „dienen“ („douleuô“) zeigt eine demütige Geisteshaltung an, wobei die Zeitform des Aorists eigentlich ein vollendetes, punktuelles Geschehen anzeigt. Demnach hätte Timotheus nur bei einer bestimmten Gelegenheit oder über einen kurzen Zeitraum hinweg gemeinsam mit Paulus für das Evangelium gedient. Angesichts der Tatsache, dass Paulus seinen Mitarbeiter als grundsätzlich verdient darstellen will und Timotheus ja weiterhin ein enger Mitarbeiter zu sein scheint, ist daran zu denken, dass der Aorist in diesem Fall entweder ein längeres vergangenes Geschehen aussagt (historischer Aorist) oder die Bedeutung des Vergangenen für die Gegenwart hervorhebt (konstatierender Aorist).


Das Verhältnis des Timotheus zu Paulus entspricht dem eines Sohnes zu seinem Vater. Paulus zieht einen Vergleich, sagt nicht, dass Timotheus tatsächlich der Sohn des Paulus ist. Weil es nicht in erster Linie um das Alter geht, ist außerdem auch nicht unbedingt ausgesagt, dass Timotheus jünger als Paulus ist, obwohl dies gut möglich ist. Ausgesagt ist zunächst einmal ein persönliches Verhältnis, denn der Sohn ist ja der direkte leibliche Nachkomme des Vaters. Auf die Verkündigungsarbeit bezogen bedeutet das eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit und eine Verwandtschaft, und zwar nicht körperlicher, sondern geistiger Art. Beide kann man als Gleichgesinnte ansehen (vgl. V. 20). Das Verhältnis des Kindes seinem Vater gegenüber ist aber auch von Unterordnung und Gehorsam geprägt. Außerdem lernt der Sohn von seinem Vater. Auf die Verkündigungsarbeit bezogen bedeutet das, dass Timotheus nicht nach eigenem Gutdünken predigt, sondern sich nach der Verkündigung und Lehre seines „Vaters“ richtet. Paulus kann demnach Timotheus Weisungen erteilen. Allerdings ist die Unterordnung des Timotheus nicht als Dienst zu verstehen, denn der Dienst gilt dem Evangelium. Weil auch Paulus dem Evangelium dient, kann auch er nicht nach Gutdünken predigen und Weisungen erteilen, sondern ist an das Evangelium gebunden. Timotheus erscheint durch seine Unterordnung als einer, der sich Christ Gehorsam (vgl. 2,6-7) zum Vorbild nimmt und somit selbst für andere Christen hinsichtlich des geforderten Gehorsams zum Vorbild wird. So kommt es, dass Paulus dessen Bewährtheit unterstreichen kann.


Weiterführende Literatur: Auf die enge Verbindung von „Evangelium“ („euangelion“) und „Gemeinschaft“ („koinônia“) im Philipperbrief weist G. W. Murray 1998, 316-326 hin, der auf S. 323 auf 2,22 eingeht.


Zum selbstlosen, aufopferungsvollen Dienst des Epaphroditus und Timotheus siehe G. W. Peterman 1997, 118-119.


P. A. Holloway 2008, 542-556 setzt sich mit der Frage auseinander, wie die Hoffnung des Paulus, Timotheus bald zu den Philippern senden zu können, in der Rhetorik des gesamten Philipperbriefes zu verstehen ist. Er vertritt die These, dass der Philipperbrief als Trostbrief zu lesen sei, wobei Timotheus die Funktion des "anderen Paulus" ("alius Paulus") zukomme. Der Trost sei, dass Timotheus den Ersatz für den gefangenen und vor der Hinrichtung stehenden Paulus darstellt. So lasse sich auch erklären, dass Paulus von Timotheus als "Gleichgesinntem" und seinem "Kind" spricht. Kinder seien oft als Ersatz für verstorbene Eltern angesehen worden.


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V. 23


Beobachtungen: Mit V. 23 kehrt Paulus zum Ausgangspunkt der Rede über Timotheus zurück: Er hofft, diesen bald schicken zu können. Dabei nennt er nun die Voraussetzung einer Entsendung des derzeit unabkömmlichen Mitarbeiters: Paulus muss seine Lage übersehen können; erst dann kann er auf seinen vertrauten Mitarbeiter eine Zeit lang verzichten. Die Lage des Apostels scheint also verworren und der Ausgang des Prozesses unklar zu sein (vgl. 1,18b-26).


Weiterführende Literatur:


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V. 24


Beobachtungen: Die Entsendung des Timotheus scheint Paulus aber nur für eine Notlösung angesichts seiner eigenen Haft zu halten, denn er verweist sogleich auf seine Zuversicht, dass auch er selbst bald kommen kann. Der Bericht des Timotheus kann zwar wichtige Informationen über das Ergehen der Philipper liefern, aber nicht die eigene Information vor Ort ersetzen. Dem Besuch des Timotheus scheint die Aufgabe zuzukommen, den Besuch des Apostels vorzubereiten.

Sowohl in V. 19 als auch in V. 24 benutzt Paulus das Adverb „bald“ („tacheôs“), wobei jeweils „so bald wie möglich“ gemeint ist. Dabei setzt Paulus voraus, dass er selbst erst aufbrechen kann, wenn Timotheus wieder aus Philippi zurückgekehrt ist. Er geht also vermutlich davon aus, dass seine Haft noch einige Wochen oder gar Monate dauern wird. Ob Paulus bei einer verfrühten Freilassung auf die Rückkehr seines Mitarbeiters warten würde, bleibt offen. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass er vor seinem eigenen Aufbruch als Vorbereitung den Bericht von der Lage in Philippi hören möchte.


Ob Paulus selbst nach Philippi reisen kann, macht Paulus vom Willen des „Herrn“ abhängig. Er ist zwar zuversichtlich, dass dies der Wille des „Herrn“ ist, ist sich aber nicht sicher. Gleiches galt schon für die Hoffnung, Timotheus bald zu den Philippern schicken zu können (vgl. V. 19).

Anders als in V. 19 lässt Paulus in V. 24 offen, wer der „Herr“ ist. Mit Blick auf V. 19 ist anzunehmen, dass Jesus gemeint ist, doch kommt auch Gott in Frage.


Weiterführende Literatur:



Literaturübersicht


Culpepper, R. Alan; Co-Workers In Suffering. Philippians 2,19-30, RExp 77/3 (1980), 349- 358

Holloway, Paul A.; Alius Paulus: Paul’s Promise to Send Timothy at Philippians 2.19-24, NTS 54/4 (2008), 542-556

Murray, George W.; Paul’s Corporate Witness in Philippians, BS 155/619 (1998), 316-326

Peterman, Gerald W.; Paul’s gift from Philippi: Conventions of gift-exchange and Christian giving, Cambridge 1997