Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Apostelgeschichte (Apg 27-28)

Apg 28,23-28(29)

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

Wenn Sie diese Bibliographie zum ersten Mal nutzen, lesen Sie bitte die Hinweise zum Gebrauch.

Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

Apg 28,23-28(29)

 

 

Übersetzung

 

Apg 28,23-28(29):23 Nachdem sie mit ihm einen Tag vereinbart hatten, kamen sie zahlreich zu ihm in die Unterkunft. Er legte ihnen in einem [ausführlichen] Zeugnis das Reich (des) Gottes dar und versuchte sie von früh bis spät, vom Gesetz des Mose und den Propheten ausgehend, von (dem) Jesus zu überzeugen. 24 Und die einen ließen sich von dem, was er sagte, überzeugen, die anderen aber blieben ungläubig. 25 Untereinander uneins brachen sie auf, nachdem Paulus [noch dieses] eine Wort gesagt hatte: "Treffend hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vätern geredet, 26 als er sagte: "Geh hin zu diesem Volk und sprich: Hören werdet ihr, hören und nicht verstehen; sehen werdet ihr, sehen und nicht erkennen. 27 Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt und mit den Ohren hören sie schwer und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren. Aber ich werde sie heilen.“ 28 Es sei euch also kundgetan, dass zu den Heiden dieses Heil (des) Gottes gesandt ist; die werden auch [darauf] hören. (29 Und als er das gesagt hatte, gingen die Juden fort und diskutierten heftig miteinander.)

 

 

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V. 23

 

Beobachtungen: Die von Paulus zusammengerufenen "Vornehmsten“ wünschten von Paulus zu erfahren, was er meint. Weil bei der ersten Zusammenkunft wohl nicht ausreichend Zeit für entsprechende Erklärungen war, musste der Termin einer zweiten Zusammenkunft verabredet werden.

 

Das Verb "tassomai“ kann mit "festsetzen“ oder mit "verabreden“ übersetzt werden. Es stellt sich also die Frage, ob die "Vornehmsten“ der römischen Juden ("sie“) den Termin bestimmt hatten, oder ob der Termin gemeinsam mit Paulus verabredet war. Angesichts der Tatsache, dass Paulus zeitlich wohl ungebundener war als die vermutlich im Gemeindeleben und vielleicht auch im beruflichen und privaten Leben eingespannten "Vornehmsten“, dürfte der Termin vorrangig von den "Vornehmsten“ ausgemacht und Paulus dann um sein Einverständnis gefragt worden sein.

 

"Pleiones“ kann als Komparativ ("in noch größerer Zahl“) oder als Elativ ("zahlreich“) verstanden werden. Bei einem Komparativ stellt sich die Frage, ob Paulus nicht alle "Vornehmsten“ der römischen Juden zusammengerufen hatte, so dass zum verabredeten Termin noch mehr "Vornehmste“ kommen konnten. Bei einem Elativ stellt sich die Frage, ob "zahlreich“ so zu verstehen ist, dass alle "Vornehmsten“, die bei Paulus zusammengekommen waren, auch zu dem festgesetzten Termin kamen. Möglich ist auch, dass es weniger "Vornehmste“ waren oder mehr, sofern es über die zusammengerufenen "Vornehmsten“ hinausgehend noch "Vornehmste“ gab.

 

"Xenia“ bedeutet gewöhnlich "Gastfreundschaft“, es ist jedoch davon auszugehen, dass in V. 23 die Bedeutung "Unterkunft“ vorliegt. Ob es sich bei der Unterkunft um ein Zimmer, eine Wohnung oder um ein kleines Häuschen handelte, bleibt offen. Ebenso bleibt offen, wie sich die Gastfreundschaft − diese mag auch bei der Bedeutung "Unterkunft“ mitschwingen - des Paulus in seiner Unterkunft gestaltete. Vermutlich beschränkte sich die Gastfreundschaft auf die Aufnahme in seiner Unterkunft für die Zeit der Unterweisung. Wenn die "Vornehmsten“ der römischen Juden Speise und Trank erhielten, dann sicherlich nur in schlichter Form.

 

Die Formulierung "hois exetitheto diamartyromenos“ kann mit "er erklärte und bezeugte ihnen“ übersetzt werden oder mit "er legte ihnen in einem Zeugnis … dar“. Das Partizip Präsens "diamartyromenos“ macht deutlich, dass die Erklärung/Darlegung und das Zeugnis nicht aufeinander folgten, sondern miteinander einher gingen. Da Paulus den ganzen Tag mit seiner missionarischen Tätigkeit verbrachte, ist davon auszugehen, dass er nicht nur ausgiebig die Anwesenden von Jesus Christus zu überzeugen versuchte, sondern auch viel Zeit mit der Erklärung/Darlegung und Bezeugung des Gottesreiches verbrachte. Darauf weist auch der Gebrauch der Zeitform Imperfekt (exetitheto) hin. Insofern kann das Zeugnis als "ausführlich“ bezeichnet werden.

 

Was man sich unter dem "Reich (des) Gottes“ vorzustellen hat, wird nicht präzisiert. Der Verfasser der Apg scheint es also für unnötig gehalten zu haben, den Lesern bzw. Hörern der Apg das "Reich (des) Gottes“ zu erklären. Weil aber die Erklärung und Bezeugung des "Reiches (des) Gottes“ bei dem Versuch des Paulus, die "Vornehmsten“ der römischen Juden zu Christen zu machen, von besonderer Bedeutung war, muss es einen bestimmten Grund dafür geben, dass der Verfasser der Apg es nicht auch den Lesern bzw. Hörern der Apg erklärte. Der Grund kann nicht sein, dass dem "Reich (des) Gottes“ nur eine untergeordnete Rolle zukommt, denn das ist ja nicht der Fall. Der Grund kann nur sein, dass der Verfasser der Apg bei den Lesern bzw. Hörern der Apg bereits ein ausreichendes Wissen über das "Reich (des) Gottes“ voraussetzt. Dieses Wissen können sie durch das Lesen bzw. Hören der Apg und des vermutlich ebenfalls vom Verfasser der Apg verfassten Lukasevangeliums oder auf anderem Wege (z. B. in der Taufkatechese) erworben haben.

Es stellt sich die Frage, ob das "Reich (des) Gottes“ einen ganz bestimmten Aspekt der frohen Botschaft meint oder die Gesamtheit der frohen Botschaft.

 

Das Verb "peithô“ bedeutet "überzeugen“, womit das Partizip "peithôn“ wörtlich mit "überzeugend“ zu übersetzen ist. Demnach hätte Paulus die bei ihm Versammelten überzeugt. Da allerdings eine Aussage zum Ausmaß des Überzeugungserfolgs erst in V. 24 gemacht wird, muss in V. 23 noch offen bleiben, ob Paulus die Anwesenden hat überzeugen können. Somit muss die Übersetzung des Verbs "peithô“ bzw. des Partizips "peithôn“ "zu überzeugen versuchen“ bzw. "zu überzeugen versuchend“ lauten.

 

Das "Gesetz des Mose“ − gemeint sind wohl die fünf Bücher des Mose, die die Tora (= Weisung) bilden - ist ebenso wie "die Propheten“ ein Bestandteil der dreigeteilten hebräischen Bibel (= AT). Der dritte Teil sind "die Schriften“. Der Versuch, die Anwesenden von Jesus zu überzeugen, gründete also auf wesentlichen Teilen der hebräischen Bibel. Paulus hat vermutlich auf die darin niedergeschriebenen Verheißungen des Messias hingewiesen und dargelegt, dass es sich bei diesem Messias um Jesus handele. Die entsprechenden Bibelstellen oder Textpassagen werden aber nicht genannt oder zitiert. Es kommt dem Verfasser der Apg hier also nicht auf die konkreten Bibelstellen oder Textpassagen an, sondern auf die Tatsache, dass der Christusglaube sehr wohl biblisch begründet ist. Folglich hätten sich, so die Schlussfolgerung, eigentlich alle Anwesenden überzeugen lassen müssen, denn von den "Vornehmsten“ der römischen Juden waren ausreichende Bibelkenntnisse und ausreichend Einsicht zu erwarten.

 

Weiterführende Literatur: Gemäß B. Rapske 1994, 177-182 handele es sich bei den in 28,16.23.30 erwähnten Unterkünften des Paulus um dieselbe Unterkunft. Dabei werde der private Charakter betont.

 

Nach einigen Vorbemerkungen zu den literarischen und theologischen Eigenheiten von Apg 28,16-31 befasst sich B. Prete 1983, 147-187 u. a. mit den Fragen, warum Lukas so ausführlich auf die zwei Zusammenkünfte mit den römischen Juden eingeht und in Rom keine Zusammenkunft mit Judenchristen oder Heidenchristen erwähnt und welche Bedeutung der Unglaube im historischen Heilsplan Gottes hat. Anschließend befasst er sich noch mit dem Heil der Heiden aufgrund des Hörens des Evangeliums und mit der Bedeutung der Predigt des Paulus in Rom. B. Prete weist auf die besondere Bedeutung hin, die der Unglaube der Juden und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Mission gehabt hätten. Durch den Unglauben eines beträchtlichen Teiles der Juden habe sich der Plan Gottes hinsichtlich des universalen Heils entfaltet.

 

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V. 24

 

Beobachtungen: Paulus konnte nicht alle Anwesenden überzeugen, sondern nur einen Teil der Anwesenden. Insofern kann die Übersetzung des Verbs "peithô“ bzw. des Partizips "peithôn“ in V. 23 nicht "überzeugen“ bzw. "überzeugend“ lauten.

 

Fraglich ist, ob sich der Teil der überzeugten Anwesenden bis zu dem Punkt überzeugen ließ, dass sie tatsächlich zu Christen wurden. Das liegt nahe, ist allerdings nicht sicher. Sicher wäre dies nur dann, wenn erwähnt würde, dass sich einige der "Vornehmsten“ der römischen Juden taufen ließen. Das ist aber nicht der Fall. Wie hätten aber auch im Anschluss an die Versammlung Taufen erfolgen sollen, wo Paulus doch seine Unterkunft nicht verlassen durfte?! Die fehlende Erwähnung von Taufen lässt sich somit schon aus den gegebenen Umständen erklären.

 

"Ungläubig“ ist nicht im grundsätzlichen Sinne zu verstehen, sondern nur im Hinblick auf das von Paulus Dargelegte. Alle "Vornehmsten“ dürften bei ihrem jüdischen Glauben geblieben sein, jedoch ließ sich (nur) ein Teil von der christlichen Lehre des Paulus überzeugen.

 

Weiterführende Literatur: K. Litwak 2006, 229-249 geht zunächst auf Apg 28,16-31 und Röm 11 in ihrem Zusammenhang ein und legt dann dar, dass sich die in beiden Texten jeweils ganz spezifische Sichtweise des Apostels Paulus vom Unglauben der Juden nicht widerspreche. Übereinstimmungen gebe es bezüglich der paulinischen Selbstidentifikation als Israelit, der unterschiedlichen Reaktionen der Juden auf die paulinische Predigt und der paulinischen Verkündigungsstrategie, die auf die Reizung der Juden zur Eifersucht ziele. Eigenheiten seien im Lichte der unterschiedlichen Zuhörerschaft zu sehen und stellten Ergänzungen, nicht Widersprüche dar.

 

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V. 25

 

Beobachtungen: Uneins waren die Anwesenden schon vor dem abschließenden "einen Wort“ gewesen, denn die einen hatten sich ja von Paulus überzeugen lassen, die anderen aber nicht. Nun kam aber hinzu, dass sie untereinander uneins waren. Damit ist vermutlich gemeint, dass sie ihre jeweilige Meinung untereinander kommunizierten und damit bei manchen auf Widerspruch stießen. Inwieweit es aber zu längeren Diskussionen kam, bleibt offen.

 

Nicht der Prophet Jesaja hatte geredet, sondern der Heilige Geist. Jesaja diente nur als "Sprachrohr“ des Heiligen Geistes. Somit handelte es sich um mehr als nur um eine menschliche Aussage.

 

Das Adverb "kalôs“ bedeutet gewöhnlich "schön“ oder "gut“, wobei in V. 25 vermutlich die Bedeutung "treffend“ vorliegt. Der heilige Geist hat durch den Propheten Jesaja das Gesagte so treffend ausgedrückt, dass Paulus es zitieren und auf die aktuelle Situation beziehen konnte.

 

Die Formulierung "rhêma hen“("ein Wort“) meint hier eine bestimmte Aussage ("Wort“), und zwar konkret eine vom heiligen Geist durch den Propheten Jesaja gesprochene Aussage, die im Buch Jesaja niedergeschrieben ist (vgl. Jes 6,9-10LXX). Die Übersetzung "ein Wort“ ist in diesem Sinne zu verstehen und nicht so gemeint, dass der heilige Geist durch Jesaja nur ein einziges Wort gesprochen habe.

 

"Väter“ meint hier sicherlich nicht die leiblichen Väter, sondern die Erzväter, die Vorfahren. Dabei spricht Paulus von "euren Vätern“, was erstaunt, weil er sich zuvor (vgl. V. 17) als Jude gegeben und zwischen sich und seinen jüdischen Zuhörern keinen Unterschied gemacht hatte. Als in der Tradition verwurzelter Jude hätte Paulus aber von "unseren Vätern“ sprechen müssen. Diese nahe liegende Wortwahl bietet eine wohl als Korrektur zu verstehende Textvariante. Dass Paulus nun eine distanzierte Wortwahl benutzte, lässt sich damit erklären, dass er durch die Zurückweisung seiner Missionsbemühungen seitens einiger Anwesender zu diesen eine Diskrepanz empfand. Dass das Empfinden einer Diskrepanz dermaßen schnell zu einem Abrücken von der vorgeblichen Verwurzelung in der jüdischen Tradition führte, lässt mutmaßen, dass Paulus seine religiöse Bruderschaft mit den jüdischen Zuhörern und seine Verwurzelung in der jüdischen Tradition bei der ersten Zusammenkunft deshalb so stark betont hatte, weil er die jüdischen Zuhörer von vornherein für sich einnehmen wollte. Jetzt, wo er das Missionsziel bei manchen verfehlt hatte, konnte er von der einnehmenden Sprache abrücken.

 

Weiterführende Literatur: Das Ziel von F. Bovon 1984, 226-232 ist es, die Kunst des Zitierens zu beleuchten, dann die Einführung des Zitats auszulegen und einige Schlussfolgerungen aus dem lukanischen Schriftverständnis zu ziehen. "Rhêma hen“ ("ein Wort“) sei in V. 25 nicht einfach ein Wort, sondern es klinge feierlich und hieratisch. Lukas behalte sich "rhêma“ für die hebräische Tradition, für das Wort Gottes und für die menschliche, von Gott inspirierte Rede vor. "Rhêma hen“ sei für ihn Zuspruch, Verheißung, in Gott verwurzelte Zuversicht, dynamisches, an die Tat gebundenes Wort, feste Verheißung, die sichere Erfüllung einschließe. Der Geist habe nicht geschrieben, sondern gesprochen. Die souveräne Autorität Gottes gegenüber der menschlichen Mitarbeit komme grammatisch durch "to pneuma to hagion“ ("der heilige Geist“) als Subjekt zum Ausdruck. Man dürfe nicht vergessen, dass die Griechen das Deklinieren als eine Herabsetzung betrachteten und ihre Götter und Herrscher in ihren Sätzen wenn möglich im Nominativ benannten. Die vom Heiligen Geist inspirierte Rede sei nicht eine zeitlose Wahrheit oder Weisung: sie habe einmal in der Vergangenheit für bestimmte Ohren ertönt. Aber der kontextuelle Spruch könne wiederholbar, "zitierbar“ werden. Damals wie heute bleibe das göttliche Wort gültig: Der heilige Geist habe so gut gesprochen, weil sein damaliges Wort heute treffend geblieben sei.

 

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V. 26

 

Beobachtungen: Das vom heiligen Geist Geredete gehört nicht zu den Erklärungen, Bezeugungen und Überzeugungsbemühungen des Paulus, sondern stellt eine Reaktion auf das Verhalten der Anwesenden im Hinblick auf seine Missionsbemühungen dar.

 

Das "eine Wort“ besteht aus einer Mehrzahl von Sätzen, die nahezu wörtlich dem Buch Jesaja (6,9-10; Verse aus der Berufung des Propheten Jesaja) entnommen sind, und zwar aus der griechischen Übersetzung der Septuaginta (= LXX). Als einziger nennenswerter Unterschied ist festzustellen, dass es in Jes 6,9LXX "Geh hin und sprich zu diesem Volk…“ statt "Geh hin zu diesem Volk und sprich …“ heißt.

 

Die Verse Jes 6,9-10 sind in der Septuaginta wie auch im masoretischen Text von JHWH, dem Gott Israels, gesprochen, nicht aber vom heiligen Geist. Zwar ist auch in der hebräischen Bibel vom "Geist“ die Rede, allerdings ist der "heilige Geist“ ein christlicher Gedanke.

 

Die Formulierungen "akoê“ (wörtlich: "mit dem Ohr“) und "blepontes“ ("sehend“) verstärken wahrscheinlich, dem absoluten Infinitiv im Althebräischen entsprechend, das zugehörige Verb. In der Übersetzung kann die Verstärkung durch die Wiederholung des Verbs verdeutlicht werden.

 

Es wird zwischen den körperlichen Fähigkeiten und den auf Erkenntnis beruhenden Fähigkeiten unterschieden. "Hören“ und "sehen“ sind Fähigkeiten, die die Sinnesorgane Ohren bzw. Augen betreffen. Wer nicht gut hören oder nicht gut sehen kann, lädt damit noch keine Schuld auf sich. So setzt Apg 9,26 auch voraus, dass die Angehörigen "dieses Volkes“, also des Volkes Israel (= die Juden), durchaus hören und sehen können. Die körperlichen Sinnesorgane funktionieren also gut. Auf die zweite Zusammenkunft der "Vornehmsten“ der römischen Juden bezogen bedeutet das, dass diese durchaus ausreichend gut hören und sehen konnten. Folglich hätten sie sich − das ausreichende Maß an Erkenntnis vorausgesetzt − von der Botschaft des Paulus überzeugen lassen müssen. Das war aber nicht bei allen "Vornehmsten“ der Fall. Diese ernüchternde Tatsache war laut V. 26 mit der mangelnden Erkenntnis (die verstandesmäßige Erkenntnis wird aufgrund des Bildes von den beiden verschiedenen Sinnesorganen mal als "Verständnis“ und mal als "Erkenntnis“ bezeichnet) zu begründen. Dieser schwer wiegende Mangel ist zwar negativ zu bewerten, jedoch stellt sich die Frage, wer für den Mangel verantwortlich zu machen ist. Die Antwort darauf ist aus V. 27 zu erschließen.

 

Weiterführende Literatur: Zur Legitimation der Heidenmission mittels Schriftbelegen in Lk 4,16-30; Apg 8,26-40; 13,44-47; 15,13-21; 28,23-28 und 10,1-11,18 siehe J. B. Tyson 1987, 619-631.

 

Laut K. D. Litwak 2005, 180-200 ziehe Lukas am Ende der Apg Schriftbezüge heran, um eine Kontinuität zwischen der Botschaft der Propheten und der christlichen Botschaft, wie sie Paulus verkündige, sowie zwischen den Reaktionen auf die Botschaft der Propheten und auf die christliche Botschaft herzustellen. Anhand der Schriftbezüge zeige Lukas auf, dass diejenigen, die sich dem "Weg“ (der Christen) anschließen, das wahre Volk Gottes seien.

 

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V. 27

 

Beobachtungen: Größere Unterschiede als zwischen Apg 28,26-27 und Jes 6,9-10LXX bestehen zwischen Jes 6,9-10 und Jes 6,9-10LXX. Für den masoretischen Text Jes 6,10 sind Imperative typisch: "Verstocke / Mache fett ….. mache schwer[hörig] ….. verklebe/schließe …..“. Im Text Jes 6,9-10LXX und in Apg 28,27 finden sich stattdessen Indikative. Damit erscheint nicht mehr der Prophet Jesaja als (durch seine Predigt) Handelnder und Gott als Auftraggeber, sondern es stellt sich die Frage, wer für die Mängel verantwortlich ist. Damit verbunden ist als weitere Frage, wer den Mängeln Abhilfe schaffen kann.

 

Das Herz war für die Israeliten der Ort des Verstandes und des Willens. Ein "verstocktes/verfettetes/abgestumpftes Herz“ war somit gleichbedeutend mit fehlendem Verständnis und fehlendem Willen.

 

Das Passiv "epachynthê“ bedeutet "verstockt (worden)“, "verfettet (worden)“ oder "abgestumpft“. Dabei stellt sich die Frage, wer das Herz "dieses Volkes“ verstockt, verfettet oder abgestumpft hat. Die Antwort bleibt offen, weshalb an Gott zu denken ist. Somit ist wahrscheinlich Gott für das als Mangel beurteilte verstockte/verfettete/abgestumpfte Herz der Juden verantwortlich.

 

"Mit den Ohren hören sie (= die Juden) schwer“ ist eine Feststellung, aus der nicht hervorgeht, wer für die Schwerhörigkeit verantwortlich ist. Dass überhaupt von einer Schwerhörigkeit die Rede ist, erstaunt, da in V. 26 noch ausgesagt wurde, dass die Angehörigen "dieses Volkes“, die Juden, durchaus eine ausreichende Hörfähigkeit besitzen. Gemäß V. 27 handelt es sich aber plötzlich nicht mehr um ein die Erkenntnis betreffendes Defizit, sondern um ein körperliches Defizit. Eine Erklärung dieses (scheinbaren?) Widerspruches liefert möglicherweise die folgende Aussage zu den Augen.

Bei dem Verb "êkousan“ ("sie hörten“) handelt es sich wohl um einen gnomischen Aorist. Ein solcher wird benutzt, um auf Erfahrung beruhende Erkenntnisse (Lebensweisheiten), die für die Gegenwart relevant sind, auszudrücken. Zwar handelt es sich bei dem Aorist um eine Zeitform der Vergangenheit, doch wird der gnomische Aorist wie ein Präsens übersetzt, um die Gültigkeit der in der Vergangenheit aus der Erfahrung gezogenen Erkenntnis auch für die Gegenwart deutlich zu machen.

 

Bei dem Verb "ekammysan“ ("sie haben geschlossen“) handelt es sich um ein Aktiv, d. h. die Juden haben ihre eigentlich ausreichend funktionsfähigen Augen selbst geschlossen. Man kann den Juden nur dann einen Vorwurf machen, wenn sie ihre Augen aus eigenem Antrieb geschlossen haben. Wenn sie dazu von Gott veranlasst wurden, wäre Gott verantwortlich.

Wenn die Augen eigentlich ausreichend funktionsfähig sind, aber von den Juden geschlossen wurden, lässt dies im Hinblick auf die Ohren daran denken, dass es sich bei der Schwerhörigkeit nicht um eine mangelnde Funktionsfähigkeit der Ohren, sondern um einen mangelnden Willen zum Hören handelt, als seien die Ohren willentlich verklebt oder verstopft worden. Ob Gott die Juden dazu bewegt hat, nicht hören zu wollen, bleibt offen. Dies ist zwar möglich, liegt aber nicht nahe.

 

Dass die Juden nicht mit den Augen sehen, nicht mit den Ohren hören und nicht mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, ist also nicht mit mangelhafter Funktionsfähigkeit der Sinnesorgane zu begründen, sondern liegt am (fehlenden) Willen. Dabei ist nicht eindeutig auszumachen, inwieweit der fehlende Wille der Juden zum Hören, Sehen und Erkennen von Gott gewollt und verursacht ist. Mindestens im Hinblick auf das Verstehen mit dem Herzen ist davon auszugehen, dass Gott es (mit?) verhindert hat. Allerdings ist mit Blick auf die beiden folgenden aktiven Verbformen fraglich, ob der Verfasser der Apg wirklich der passiven Verbform "epachynthê“ ("verstockt/verfettet/abgestumpft [worden]“) Bedeutung beigemessen hat.

 

Dass Paulus Verse aus Jesaja zitiert, mittels denen er den Eindruck vermittelt, alle versammelten "Vornehmsten“ der römischen Juden hätten sich nicht überzeugen lassen, lässt daran denken, dass letztendlich keiner dieser "Vornehmsten“ den christlichen Glauben angenommen hat, obwohl dies nahe gelegen hätte. Allerdings kann Paulus die Verse auch nur auf diejenigen bezogen haben, die sich nicht überzeugen ließen.

 

Bezüglich des Heilens sieht der Sachverhalt anders aus: Eigentlich wäre zu erwarten, dass auch die Heilung nicht gewollt ist, weder von den Juden noch von Gott. Dann wäre der logische Abschluss von V. 27 "und ich sie heile“. Eine solche Übersetzung würde aber, den vorausgehenden Verbformen entsprechend, einen Konjunktiv erfordern. Einen solchen bietet aber nur eine Textvariante, die wohl im Sinne der erwarteten Aussage korrigiert hat. Der besser bezeugte Text bietet aber einen Indikativ, und zwar in der Zeitform Futur: "iasomai“ ("ich werde heilen“). Geht man davon aus, dass es sich um einen für das Koine-Griechisch typischen Wechsel handelt, dann ist der Futur im Sinne eines Konjunktivs zu verstehen und entsprechend zu übersetzen. Geht man aber davon aus, dass hier die futurische Verbform auch wirklich als Futur zu verstehen ist, dann ist der Abschluss von V. 27 nicht mit "und ich sie heile“, sondern mit "aber ich werde sie heilen“ zu übersetzen. Das bedeutet, dass letztendlich selbst die Juden, die bisher noch das Hören und Sehen verweigern und nicht zur Erkenntnis kommen, letztendlich doch noch erkennen und sich zur frohen Botschaft und zu Jesus Christus hinwenden. Wann dies geschehen wird, bleibt jedoch offen. In Verbindung mit letzterer Deutung ist zu bedenken, dass "mêpote“ neben der Bedeutung "damit nicht etwa“ in Einzelfällen auch die Bedeutung "vielleicht“ haben kann. Dann könnte die Übersetzung von V. 27 wie folgt lauten: "Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt und mit den Ohren hören sie schwer und ihre Augen haben sie geschlossen; vielleicht sehen sie [irgendwann einmal] mit den Augen und hören mit den Ohren und verstehen mit dem Herzen und bekehren sich. Und ich werde sie [dann?] heilen.“ Bei einer solchen Übersetzung verlagert sich allerdings der Schwerpunkt der Aussage zu stark hin zur Bekehrung. Das Schwergewicht der Aussage des Textes Apg 28,23-28(29) liegt aber nicht auf diesem positiven, jedoch entfernten Ausblick der Heilung, sondern auf der für Paulus frustrierenden Tatsache, dass sich nur ein Teil der versammelten "Vornehmsten“ der römischen Juden von ihm hat überzeugen lassen.

 

"Heilen“ dürfte sich zunächst einmal auf den fehlenden Willen zu hören, zu sehen und zu verstehen beziehen. Gott wird also irgendwann in der Zukunft den fehlenden Willen beseitigen, und diejenigen Juden, die sich bisher noch der frohen Botschaft verschließen, für diese öffnen. Dann werden sie sich zum christlichen Glauben bekehren, und zwar − davon ist auszugehen − durch die Predigt.

 

Weiterführende Literatur: M. Karrer 2000, 255-271 geht der Frage nach, ob das Verb "iasomai“ ("ich werde heilen“) zwingend wie ein Konjunktiv und als direkte Fortsetzung des "dass nicht“ zu lesen ist, oder ob der Indikativ Futur als solcher gelesen werden kann. Letztere Möglichkeit habe bisher keine Beachtung gefunden. Ergebnis: Die Grammatik erlaube und die zitierte Septuaginta-Vorlage sowie der Zusammenhang des lukanischen Doppelwerks sprächen übereinstimmend dafür, das "iasomai“ am Ende von Apg 28,27 als wirklichen Indikativ, als die Zusage Gottes "und ich werde sie heilen“ zu lesen.

 

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V. 28

 

Beobachtungen: Die Abwendung von den Juden und Hinwendung zu den Heiden hatte Paulus zuvor schon zweimal verkündet, nämlich im pisidischen Antiochia (vgl. 13,46) und in Korinth (18,6), wobei die Abkehr von den Juden in keinem Fall vollständig ausgesagt wurde und erfolgt ist. In 28,28 handelt es sich im Vergleich zu 13,46 und 18,6 weniger um die Aussage einer Abwendung von den Juden als vielmehr um die Aussage einer Hinwendung zu den Heiden. Dabei ist die Hinwendung bereits in der Vergangenheit erfolgt, was erkennen lässt, dass sich Paulus am Ende seines missionarischen Wirkens befand. Angesichts der nur noch kurzen verbleibenden Verkündigungszeit des Paulus dürfte die Aussage zur Hinwendung zu den Heiden auch mit Blick über seinen Tod hinaus gemacht worden sein: Auch dann werde "dieses Heil (des) Gottes“ zu den Heiden gesandt. Da sich "diesem Heil (des) Gottes“ gemäß der Apg zwar viele, aber eben nicht alle Juden verschlossen hatten, dürften auch weiterhin die Juden zu den Empfängern gehören.

 

Das "Heil (des) Gottes“ ist bereits zu den Heiden gesandt, wobei es sich nur um das Evangelium handeln kann, das den Heiden u. a. durch Paulus bereits verkündigt worden ist. Das Evangelium halt als zentrale Inhalte das Reich Gottes und Jesus (vgl. V. 23). Ebenso kann "Heil Gottes“ bedeuten, dass das Heil von Gott ausgeht.

 

Dass die Heiden auch hören werden, dürfte eine Aussage sein, die auf Erfahrung beruht. Allerdings schönte Paulus die Realität zum Zwecke der deutlicheren Herausstellung des Fehlverhaltens der Juden. Tatsächlich hatten nämlich die Heiden keineswegs alle in dem Sinne gehört, dass sie das ihnen verkündigte Evangelium auch wirklich geglaubt haben und sich daraufhin taufen ließen (vgl. Apg 19,23-40 u. a.).

 

In V. 28 findet sich das Neutrum "sôtêrion“ ("Heil“) statt der häufigeren femininen Form "sôtêria“. Man kann dies mit einer atl. Vorlage (vielleicht Ps 66,3LXX) erklären oder mit der Tatsache, dass das "euangelion“ ("Evangelium“), das ja vermutlich das Heil darstellt, ebenfalls ein Neutrum ist.

 

Weiterführende Literatur: Die Rezeption von Jes 6,9-10 in Lk und Apg hat C. A. Evans 1989, 115-127 zum Thema. Dabei setzt er sich im Hinblick auf das Zitat von Jes 6,9-10LXX in Apg 28,26-27 kritisch mit der Ansicht von J. T. Sanders 1988; 51-75 auseinander, wonach die Juden gemäß V. 24 nur überzeugt und nicht bekehrt seien und sie somit − das zeige das Zitat von Jes 6,9-10LXX - alle verworfen seien. C. A. Evans erwidert, dass aus Apg 17,4 in Verbindung mit 17,10 hervorgehe, dass "überzeugt“ und "bekehrt“ in 28,24 gleichzusetzen ist. Folglich sei die Tür zum Heil für die Juden nicht gänzlich verschlossen. Jes 6,9-10LXX werde nicht zitiert, um zu zeigen, dass Gott Israel verworfen hat. Vielmehr würden die beiden Verse zitiert, um zu zeigen, dass der jüdische Unglaube zum einen das Schriftzitat erfüllt und zum anderen die Heidenmission legitimiert.

Die Legitimierung der Heidenmission durch das Verhalten der Juden und die Erfüllung des Schriftzitates betont auch B.-J. Koet 1987, 397-415. Das Heil Gottes sei nicht nur für die Juden, sondern auch für die Heiden bestimmt. Dementsprechend seien auch die Juden in "alle“ Menschen, die von Paulus empfangen wurden, eingeschlossen.

R. F. O’Toole 2009, 371-396 vertritt die Ansicht, dass das Jesaja-Zitat in Apg 28,16-31 zwar eine zentrale Stellung einnehme, doch liege das Hauptgewicht der Aussage auf dem zu den Heiden gesandten Heil (V. 28) und auf der trotz Gefangenschaft ungehinderten Predigt des Paulus allen Menschen gegenüber, die zu ihm hereinkommen (V. 30-31). Trotz Zurückweisung der Juden werde das Evangelium dem nächsten greifbaren jüdischen Publikum verkündigt.

D. W. Palmer 1993, 1993, 62-73 merkt an, dass aus dem Schlusskapitel der Apg keineswegs eine Zurückweisung der römischen Juden und noch weniger eine Zurückweisung aller Juden herausgelesen werden könne. Auffällig sei, dass die Heidenmission nicht weiter entfaltet werde und Lukas in erster Linie ein Interesse an der Mission unter den Juden zeige.

V. Lehnert 1998, 315-323 gibt zunächst einen kurzen Überblick über die verschiedenen Antworten auf die Frage, ob Apg 28,23-28(29) die Verwerfung der Juden aussage. Er selbst deutet den Abschnitt wie folgt: Die Festlegung Israels auf seine prognostizierte Verstockung diene als eine Art Symptomverschreibung der Provokation zur Umkehr. Der Mangel an Veränderung werde scheinbar festgeschrieben (lokutionärer Akt), um einen Anstoß zur Veränderung zu geben (illokutionärer Akt). Deshalb klinge Röm 11,25 in der Apg wie ein entferntes Echo wieder.

Auch J. Kilgallen 2009, 176-187 vertritt die Ansicht, dass Apg 28,26-28 nicht auf die Verdammnis oder Aufgabe der Juden ziele, sondern auf die Kenntnis des göttlichen Heilsplans. Dieser sei bereits in vollem Gange und biete das Heil sowohl den Juden als auch den Heiden an. Eigentliches Ziel seien Buße und Glaube der Zuhörer.

 

H. van de Sandt 1994, 341-358 meint, dass der Vorwurf der Widerspenstigkeit von Jes 6,9-10 in Apg 28,25-28 durch Anspielungen auf Ez 2,3-5 und 3,4-7 ausgeweitet und verschärft werde. So stelle er die Anklage in einer historischen und kosmischen Perspektive dar, um Umkehr zu bewirken.

 

D. Marguerat 1993, 1-21 legt dar, dass sich der Verfasser der Apg im Schlussteil seines monumentalen Werks ein in der griechisch-römischen Kultur bezeugtes rhetorisches Verfahren, die narrative Unterbrechung, zu eigen mache und bewusst das Verschweigen und die Mehrdeutigkeit einsetze. Als mehrdeutig erschienen auch die Aussagen zum Schicksal der Juden. Vgl. die gekürzte Fassung D. Marguerat 1993, 74-89.

 

L. D. Chrupcała 1997, 79-96 betont den engen Zusammenhang zwischen der Ankündigung des Reiches Gottes und der Ankündigung des universalen Heils in Jesus Christus. Er geht zunächst auf das Reich Gottes in der Apg ein, kommt dann auf den göttlichen Heilsplan und auf die universale Ankündigung des Reiches Gottes zu sprechen und befasst sich abschließend mit dessen Bezeugung in Apg 28,23-28 und mit dessen Ankündigung gegenüber den Heiden in 28,30-31. Die Kirche und alle Christen seien damit beauftragt, allen Menschen an allen Orten dieselbe Ankündigung des Reiches Gottes zu überbringen: Das von Gott verheißene und durch Jesus Christus erfüllte Heil sei eine in der Welt bereits gegenwärtige und wirkende Realität, auch wenn die endgültige Erfüllung des universalen göttlichen Heilsplans noch ausstehe.

 

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V. 29

 

Beobachtungen: Vermutlich handelt es sich bei V. 29 um einen Einschub, der V. 23-28 besser abschließen und den doch sehr abrupten Übergang von V. 28 zu V.30 flüssiger gestalten sollte. So wird ausdrücklich ausgesagt, was V. 25 nur hatte anklingen lassen, nämlich dass es unter den aufbrechenden Anwesenden zu heftigen Diskussionen kam. Außerdem wird vermieden, dass aufgrund des Bibelzitates der Eindruck entsteht, die Juden als Gesamtheit hätten die frohe Botschaft abgelehnt. Tatsächlich war es ja so, dass unter den "Vornehmsten“ der römischen Juden und darüber hinausgehend − das hatten die Missionsreisen gezeigt − auch bei allen Juden Uneinigkeit bezüglich der von Paulus verkündigten frohen Botschaft geherrscht hatte. Einige hatten sich überzeugen lassen, andere nicht.

 

Weiterführende Literatur:

 

 

Literaturübersicht

 

Bovon, François; “Schön hat der heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vätern gesprochen” (Act 28 25), ZNW 75/3-4 (1984), 226-232

Chrupcała, L. D.; Il disegno di Dio e l’annuncio del regno alla luce di At 28,17-31, LA 47 (1997), 79-96

Evans, Craig A.; To See and not Perceive. Isaiah 6,9-10 in Early Jewish and Christian Interpretation, Sheffield 1989

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