Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Zweiter Korintherbrief

Der zweite Brief des Paulus an die Korinther

2 Kor 4,1-6

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

Wenn Sie diese Bibliographie zum ersten Mal nutzen, lesen Sie bitte die Hinweise zum Gebrauch.

Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

2 Kor 4,1-6

 

 

Übersetzung

 

2 Kor 4,1-6:1 Deshalb, weil wir diesen Dienst haben, da uns ja Barmherzigkeit widerfahren ist, verzagen wir nicht; 2 vielmehr haben wir uns von den schändlichen Heimlichkeiten losgesagt und wandeln nicht in Hinterlist und verfälschen nicht das Wort (des) Gottes, sondern empfehlen uns durch die Offenbarung der Wahrheit jedem Gewissen der Menschen vor (dem) Gott. 3 Wenn aber unser Evangelium auch verhüllt ist, [so] ist es [doch nur] denen, die verloren gehen, verhüllt, 4 (bei) denen der Gott dieser Weltzeit die Gedanken der Ungläubigen geblendet hat, sodass sie das Leuchten des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, der (des) Gottes Abbild ist, nicht sehen. 5 Denn nicht uns selbst verkündigen wir, sondern Jesus Christus [als] Herrn; uns selbst aber als eure Sklaven um Jesu willen. 6 Denn (der) Gott, der sprach: "Aus Finsternis erstrahle Licht!“,[er ist es], der in unseren Herzen erstrahlte zum Leuchten der Erkenntnis der Herrlichkeit (des) Gottes im Angesicht Jesu Christi.

 

 

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V. 1

 

Beobachtungen: Paulus wechselt vom "wir alle“ zum "wir“. Hat er in 3,18 von allen Christen gesprochen, so spricht er jetzt nur noch von einer Gruppe, die einen "Dienst“ inne hat. Diesen "Dienst“ (siehe dazu die folgenden Ausführungen) übt auf jeden Fall Paulus aus, vermutlich auch sein enger Mitarbeiter und Mitverfasser des Briefes, Timotheus. Auch an Silvanus kann gedacht sein, der ebenso wie Paulus und Timotheus in Korinth gepredigt hat (vgl. 2 Kor 1,19). Dass auch andere Missionare eingeschlossen sind, ist unwahrscheinlich, weil eine Differenzierung erforderlich wäre. Paulus kennt nämlich auch Missionare, die nicht seinen Vorstellungen entsprechend verkündigen (vgl. 2,17). Es würde verwundern, wenn Paulus diese zusammen mit sich selbst, Timotheus und den rechtschaffenen Missionaren in einen Topf werfen würde.

 

Paulus verzagt nicht, d. h. er verzagt nicht bei seinem missionarischen Wirken. Er begründet dies damit, dass er "diesen Dienst“ habe. Gemeint ist der "Dienst des Geistes“, den Paulus im Vorhergehenden (3,1-18) dem "Dienst des Buchstabens“ gegenübergestellt hat. Demnach ist der "Dienst des Buchstabens“ durch ein sklavisches Halten der alttestamentlichen Satzungen und Gebote geprägt, das zum Heil führen soll. Gemäß Paulus führt dieser Dienst jedoch nicht zum Heil, sondern zum existenziellen Tod, weil kein Mensch alle Satzungen und Gebote halten kann und folglich alle Menschen von Gott verdammt werden müssten. Dass es jedoch nicht so weit kommt, liegt an Christi Heilswirken: Jesus Christus ist für die Sünden der Menschen gestorben. Er ist das endgültige Opfer, sodass keine weiteren Opfer zur Besänftigung Gottes im Falle eines Verstoßes gegen eine Satzung oder eine Gebot notwendig sind. Der Tod hat jedoch über Christus trotz dessen Kreuzestodes nicht gesiegt, sondern Christus ist von Gott auferweckt worden von den Toten. Daher können auch die Menschen von den Toten auferweckt werden und brauchen nicht den ewigen Tod zu fürchten. Bei der Wiederkunft Christi stehen sie zwar als Sünder da, doch sind sie aufgrund des endgültigen Opfers Christi gerechtfertigt und verfallen daher nicht dem Zorn. Notwendig ist allerdings, dass die Menschen an das Heilsgeschehen glauben. Wer glaubt und Christ wird, empfängt als Angeld (vgl. 1,22) - sozusagen die vorausgehende Bestätigung der erfolgenden Rettung - den heiligen Geist. Dieser wirkt in den Menschen, sodass die Christen zum "Dienst des Geistes“ befähigt werden. Das bedeutet, dass sie nicht mehr sklavisch den Satzungen und Geboten des AT folgen müssen, sondern sich von Gott bzw. Jesus Christus gerechtfertigt wissen. Aus diesem Glauben heraus können bzw. sollten sie leben und handeln. Die Verkündigung des Glaubens gehört zum "Dienst des Geistes“ dazu. Wer glaubt, der wird in seinem ganzen Dasein zu einem "Abbild“ Christi (ausführlicher siehe die Erklärungen zu 3,1-6; 3,7-11; 3,12-18).

 

Paulus hat den "Dienst (des Geistes)“, weil ihm Barmherzigkeit widerfahren ist. Es ist davon auszugehen, dass ihm von Gott (oder Jesus Christus) Barmherzigkeit widerfahren ist. Welches barmherzige Handeln Gottes mag im Blick sein? In 1,3-11 lobt Paulus das barmherzige und tröstende Handeln Gottes. So wurde Paulus aus Todesnot errettet (vgl. 1,10), wobei die Todesnot mit seinem missionarischen Wirken zusammenhängt. Was den Glauben betrifft, so ist die größte barmherzige Tat Gottes, dass er seinen Sohn am Kreuz für unsere Sünden dahingegeben hat. Diese Tat Gottes ist wesentlicher Inhalt von Paulus’ Verkündigung. Aber nicht nur der Verkündigungsinhalt ist auf der Barmherzigkeit Gottes begründet, sondern auch die Mission des Paulus an sich. So führt Paulus seine Bekehrung auf die Barmherzigkeit des "Herrn“ zurück (vgl. 1 Kor 7,25, wo sich wie in 2 Kor 4,1 das Verb "eleeomai“ = "Barmherzigkeit widerfahren“ findet).

 

Weiterführende Literatur: Eine strukturelle Analyse von 2,14-4,6 samt kritischer Prüfung des Ergebnisses bietet J. Lambrecht 1983, 344-380, der den Abschnitt in drei Unterabschnitte einteilt: 2,14-3,6; 3,7-18; 4,1-6.

G. Theißen 1983, 121-180 bietet eine Textanalyse, Traditionsanalyse und psychologische Analyse von 2 Kor 3,4-4,6.

Eine knappe Auslegung von 4,1-6 bietet H.-J. Klauck 1987, 267-297, der davon ausgeht, dass die sog. Apologie 2,4 − 7,14 von Anfang an als integraler Bestandteil zum Versöhnungsbrief 2 Kor 1-8 (bzw. 2 Kor 1-9) gehörte.

 

W. Avram 2001, 70-73 liest 4,1-18 unter dem Gesichtspunkt, wie Paulus den Adressaten seine Autorität und Glaubwürdigkeit plausibel macht.

 

M. Hasitschka 1999, 291-299 skizziert das Selbstverständnis des Paulus in 2 Kor 3,4-4,6. Als Ergebnis kommt er zu zwei wesentlichen Feststellungen: 1) Bestimmend für die Interpretation von Ex 34,29-35 in 2 Kor 3,7.12-18 sei der christologische Überbietungsgedanke. Dieser beziehe sich v. a. auf das "Bleibende“ und Unvergängliche, das mit Jesus kommt. Vom Christusereignis her gedacht und im Vergleich dazu trage die durch Mose symbolisierte Heilsordnung letztlich das Merkmal des "Vergehenden“ und der Vergänglichkeit. 2) Bei der Lektüre von 2 Kor 3,4-4,6 frage man sich zunächst, ob 3,12-18 und 4,1-6 nicht vom Thema von 3,4-11 weglenken. Bei näherer Betrachtung zeige sich jedoch ein tieferer Zusammenhang. Die Rolle des "Dieners“ und das Verständnis vom "Dienst“ in Verbindung mit der Evangeliumsverkündigung wurzele im Schauen von Herrlichkeit, die Theophaniecharakter habe. Dieses Schauen bleibe aber nicht nur jenen reserviert, die sich wie Paulus in einem speziellen apostolischen Dienst wissen, sondern sei im Grunde allen zugänglich. Mit diesem Schauen, das letztlich Geschenk sei, sei das Geschehen einer Wandlung (vgl. 3,18) verbunden.

 

C. K. Stockhausen 1993, 143-164 befasst sich mit den Prinzipien der paulinischen Auslegung in 2 Kor 3-4 und zeigt anhand des Galaterbriefes, dass die paulinische Vorgehensweise im Zweiten Korintherbrief keinesfalls singulär sei. Die fünf wesentlichen exegetischen Vorgehensweisen seien: a) die Tora stellt die Grundlage der Auslegung dar; b) die Aktualisierung der Tora geschehe mittels prophetischer und gelegentlich auch mittels weisheitlicher Texte; c) die Ortung und Lösung von Widersprüchen und schwer miteinander vereinbaren Aussagen der Tora; d) Beachtung des Zusammenhangs der zitierten Passagen; e) Aktualisierung der Aussagen nach Art eines Peschers.

 

R. Quiroga 2008, 21-42 sieht in 2 Kor 4,1-5,10 Ähnlichkeiten mit Gen 1-3. So seien Begrifflichkeit und sprachliche Wendungen ähnlich; Bilder, Motive und "Bühnenbild“ würden wiederholt. In 2 Kor 4,1-6 seien folgende Ähnlichkeiten auszumachen: 2 Kor 4,2 // Gen 3,8; Ps 44,16; Gen 3,1. 2 Kor 4,3 // Gen 3,8.10. 2 Kor 4,4 // Gen 1,3-5; Ps 19,2; Gen 1,26-27. 2 Kor 4,5 // Gen 1,8.15-16.18.22; Gen 3,1.8-9.13-14.21.23. 2 Kor 4,6 // Gen 1,3-5; 2,6-7; 3,8; 3,19.

 

Auch E. Richard 1981, 340-367 geht davon aus, dass der paulinische Text auf der Septuaginta und ihren sprachlichen Eigenheiten basiere. Er weist darauf hin, dass Paulus in 2 Kor 3,1-4,6 nicht nur Ex 34 einbaue, sondern auch Passagen aus Ex 31 sowie aus den Büchern Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Sprüche und Weisheit Salomos. 2 Kor 3,4-18 beziehe sich nicht nur auf Ex 34, sondern kommentiere insbesondere den in Jer 31,31-33 (LXX: 38,31-33) vorhergesagten neuen Bund.

 

S. R. Garrett 1990, 99-117 geht der Frage nach, ob Paulus’ Schilderung seiner Bedrängnis und Duldsamkeit eher auf einem hellenistischen oder eher auf einem jüdischen philosophischen Hintergrund basiert. Ergebnis: Der Einfluss hellenistischer Popularphilosophie könne nicht geleugnet werden. Ebenso sei aber auch mit der dualistischen Unterscheidung der Autoritäten, denen Paulus und seine Gegner unterstellt sind, ein jüdisch-apokalyptischer Aspekt festzustellen. Paulus sehe seine Gegner als Gefangene des Vergänglichen und des Gottes dieser Weltzeit. Der Apostel sehe sich in einen Kampf zwischen Finsternis und Licht verwickelt.

 

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V. 2

 

Beobachtungen: Paulus verzagt nicht, sondern er hat sich von den "krypta tês aischynês“ losgesagt. Wörtlich übersetzt bedeutet diese Wendung "Heimlichkeiten der Schändlichkeit/Scham“. Diese Wendung ist mehrdeutig, doch lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sich Paulus von Heimlichkeiten losgesagt hat. Unklar ist jedoch deren Näherbestimmung durch den Genitiv. Übersetzt man "tês aischynês“ mit "der Schändlichkeit“, dann sind zwei Deutungen möglich: Entweder handelt es sich um einen Genitivus qualitatis, der angibt, dass die Heimlichkeiten schändlichen Charakters sind, sodass "schändliche Heimlichkeiten“ zu übersetzen wäre. Oder es handelt sich um einen Genitivus subiectivus, der besagt, dass der Schande Heimlichkeiten zu eigen sind. In diesem Fall wäre "verborgene Schändlichkeiten“ zu übersetzen. Man kann den Genitiv "tês aischynês“ allerdings auch mit "der Scham“ wiedergeben. Dann sind drei Deutungen möglich: Erstens kann es sich um einen Genitivus subiectivus handeln, der besagt, dass der Scham Heimlichkeiten zu eigen sind. Es würde sich demnach um "Heimlichkeiten, die die Scham verbirgt“ handeln. Zweitens kann es sich um einen Genitivus qualitatis handeln und es wären "Heimlichkeiten, deren man sich schämt“ gemeint. Drittens ist auch die Deutung als Genitivus explicativus, der das Subjekt näher bestimmt, möglich. Es würde sich um Heimlichkeiten des Sich-Schämens, d. h. um Scham, die sich verbergen muss, handeln. Eine mögliche Übersetzung wäre "feige Heimlichtuerei“.

 

Das Lossagen von den "Heimlichkeiten der Schande/Scham“ - wie auch immer diese zu deuten sind - bewirkt ein offenes Leben, in dem Hinterlist und Verfälschung des Gotteswortes keinen Platz haben. Hinterlistig ist es, wenn jemand etwas nach außen hin vorgibt, das nicht den wirklichen Absichten entspricht. Solche Hinterlist erstrebt den eigenen Vorteil auf Kosten anderer.

Die Verfälschung des Gotteswortes betrifft die Verkündigung. Paulus konkretisiert nicht, was darunter zu verstehen ist. An anderer Stelle (2 Kor 2,17) lässt er jedoch durchblicken, dass es Prediger gibt, die das Wort Gottes verhökern, also damit Geschäfte machen. Die Verkündigung wird von diesen Predigern genutzt, um finanzielle Vorteile zu erzielen. Es ist möglich, wenn auch nicht sicher, dass Paulus solches Verhalten als Verfälschung des Gotteswortes ansieht, wobei allerdings auch noch weitere, ähnliche Verhaltensweisen eingeschlossen sein können.

 

Paulus dagegen verfälscht das Wort Gottes nicht, sondern er offenbart die Wahrheit. Das Substantiv "Offenbarung“ macht deutlich, dass die Wahrheit nicht vom Prediger durch Nachdenken ersonnen werden muss. Die Wahrheit ist auch nicht durch Diskussion zu erschließen, sondern ist vielmehr vorgegeben und muss nur noch durch die Prediger verkündigt werden. Wird sie nicht oder nicht richtig verkündigt, dann bleibt sie den Hörern verborgen.

Dass Paulus die Offenheit seines Lebenswandels und seiner Verkündigung betont und sich von Missständen abgrenzt, lässt annehmen, dass ihm von Kritikern vorgeworfen wird, er sei hinterlistig und habe andere Absichten als er vorgibt (vgl. 2 Kor 1,12-13).

 

V. 2 bezieht sich in erster Linie auf die Verkündigung. Dies lässt annehmen, dass sich Paulus bei seiner Berufung zum Apostel von den "Heimlichkeiten der Schande/Scham“ losgesagt hat. Auf jeden Fall handelt es sich bei dem Lossagen um ein einmaliges Geschehen in der Vergangenheit (vgl. die Zeitform Aorist).

Da V. 2 in erster Linie die Art und Weise der Verkündigung zum Thema hat, dürfte auch V. 1 im Hinblick auf die Verkündigung zu interpretieren sein. So dürfte es sich bei der Barmherzigkeit, die Paulus widerfahren ist, ganz konkret um seine Berufung zum Apostel handeln.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 3

 

Beobachtungen: Nicht nur das AT ist verhüllt, sondern auch das Evangelium. Vom AT heißt es, dass es den Israeliten/Juden verhüllt ist, den Christen dagegen ist die Bedeutung offenbar (vgl. 3,12-18). Ähnlich ist der Sachverhalt bezüglich des Evangeliums: Das Evangelium ist nicht grundsätzlich verhüllt, sondern nur denjenigen, die (am Ende der Tage Gottes/Christi Zorn verfallen und) verloren gehen.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 4

 

Beobachtungen: Aus V. 4 wird deutlich, wer verloren geht: Es sind die Ungläubigen. Ihnen ist das Evangelium nicht nur verhüllt, sondern ihre Gedanken sind regelrecht geblendet.

 

Geblendet sind sie durch den "Gott dieser Weltzeit“, wobei unklar ist, um wen es sich dabei handelt. Es handelt sich auf jeden Fall um einen Gott, und zwar um den "dieser Weltzeit“.

Was ist mit "dieser Weltzeit“ gemeint? Wenn es "diese Weltzeit“ gibt, so ist anzunehmen, dass es auch mindestens eine andere Weltzeit gibt. Die Apokalyptik des 1. und 2. Jhs. n. Chr. kennt zwei Weltzeiten. Liest man den paulinischen Text auf dem Hintergrund dieses apokalyptischen Zeitverständnisses, muss es auch eine "kommende Weltzeit“ geben. Von diesem spricht aber Paulus nirgends in seinen Briefen. Gemäß apokalyptischem Denken ist die gegenwärtige Weltzeit die gottlose, die kommende dagegen die durch Gottes ungebrochene Macht geprägte. Mit "dieser Weltzeit“ ist die Vorläufigkeit verbunden: Ihre gesamte Existenz ist vorläufig, konkret insbesondere auch ihre menschliche Weisheit und ihre Herrscher, Mächte und Gewalten (vgl. 1 Kor 2,6-18). Die Herrscher, Mächte und Gewalten sind gemäß Paulus Gott feindlich und werden am Ende der Tage vernichtet, wobei als letzter Feind der Tod vernichtet wird. Schließlich bleibt als einziger Herrscher Gott übrig; ihm ordnet sich selbst Jesus Christus unter (vgl. 1 Kor 15,20-28).

Paulus kennt durchaus die Existenz verschiedener Götter und "Herren“; sie sind für ihn jedoch nur "sogenannte Götter“, also Götter, die von den Heiden für solche gehalten werden. Unklar ist, inwieweit diese "sogenannten Götter“ auch für Paulus real sind und inwieweit er sie für mächtig hält. Sicher ist, dass Paulus nur einen einzigen Gott verehrt, und zwar den Vater Jesu Christi, seines einzigen "Herrn“ (vgl. 1 Kor 8,4-6). Diesen Gott bezeichnet Paulus aber sicherlich nicht als "Gott dieser Weltzeit“, weil es sich bei diesem aus seiner Sicht auch um den Gott der kommenden Weltzeit handelt.

Aber um welchen Gott könnte es sich sonst handeln? Am ehesten ist an den Satan zu denken, der im NT den Gegenspieler Gottes darstellt. Für diesen findet sich im Johannesevangelium (12,31; 14,30; 16,11) die Bezeichnung "Herrscher dieser Welt“. Die Bezeichnung "Gott dieser Weltzeit“ findet sich allerdings für den Satan im NT sonst nirgends. Sollte tatsächlich der Satan gemeint sein, so wäre bemerkenswert, dass Paulus ihn als "Gott“ ansieht, was dafür ein Beleg wäre, dass Paulus kein Monotheist ist. Nicht der Monotheismus, der Glaube an die Existenz nur eines einzigen Gottes, wäre für ihn typisch, sondern die Monolatrie, also die Verehrung nur eines einzigen Gottes.

 

Der "Gott dieser Weltzeit“ ist durchaus handlungsfähig: Er hat die Gedanken der Ungläubigen geblendet. Die Folge dieser Blendung ist, dass die Ungläubigen das Leuchten des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi nicht sehen.

Es fällt auf, dass Paulus kognitive und sinnliche Aspekte miteinander verbindet. Die Gedanken gehören dem kognitiven Bereich an, das Sehen ist dem sinnlichen Bereich zuzuordnen. Die Blendung macht dementsprechend nicht nur das Sehen unmöglich, sondern auch die Erkenntnis. Folglich können die Ungläubigen das Leuchten des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi weder sehen noch erkennen. Die Verbindung kognitiver und sinnlicher Aspekte mag mit der persönlichen Erfahrung des Apostels zusammenhängen. Geht man davon aus, dass die Apostelgeschichte (9,1-19) die Bekehrung und Berufung zum Apostel in etwa so wiedergibt, wie Paulus sie selbst erlebt hat, dann verdeutlicht sie, was das Leuchten der Herrlichkeit Christi bzw. des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi bewirken kann: Es bewirkt zunächst die Erblindung der Augen. Mit dem Ende der Erblindung der Augen geht das Ende der Verstockung der Gedanken des Christenverfolgers einher, sodass Paulus mit dem heiligen Geist erfüllt wird, sich taufen lässt und das Evangelium von der Herrlichkeit Jesu Christi verkündigt.

 

Das Leuchten betrifft nicht nur das Evangelium selbst, sondern auch dessen Inhalt. So kann der griechische Begriff "doxa“ statt mit "Herrlichkeit“ auch mit "Ruhm“ oder "Glanz“ übersetzt werden. Ruhm und Glanz sind eng miteinander verbunden, wie prächtige Gewänder und prächtiger Schmuck von Herrschern zeigen.

 

Das Verb "augasai“ kann entweder "sehen“ oder "strahlen“ bedeuten. Hinsichtlich des von Nestle-Aland erstellten griechischen Textes kommt nur die Übersetzung "sehen“ in Frage (vgl. Übersetzung). Allerdings gehen einige Textzeugen auch von der Bedeutung "strahlen“ aus, wobei sie allerdings das Dativobjekt "ihnen“ ("autois“) einfügen müssen. Folgt man diesen Textzeugen, dann lautet die Übersetzung: "..., sodass ihnen das Leuchten des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, der (des) Gottes Abbild ist, nicht erstrahlt.“

 

Jesus Christus wird als "Abbild Gottes“ bezeichnet. Damit ist er zunächst einmal nicht von den anderen Menschen unterschieden, weil gemäß Gen 1,26 der Mensch nach dem Bilde Gottes gemacht wurde, als ein Abbild von ihm. Ein Abbild gleicht wie eine Kopie dem Original, ist jedoch mit ihm nicht identisch. Nun ist jedoch unklar, worauf sich genau die Gleichheit bezieht. In Frage kommen das Aussehen, das Wesen, bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten oder generell die Macht. Dass Jesus Christus nicht nur ein gewöhnlicher Mensch ist, wird schon durch die sündenvergebende Wirkung seines Kreuzestodes deutlich. Dementsprechend stellt ihn die Bezeichnung "Abbild Gottes“ vermutlich nicht mit den Menschen in eine Reihe, sondern hebt ihn vom gewöhnlichen Menschen ab. Inwiefern die gleiche Bezeichnung in Gen 1,26 und 2 Kor 4,6 jedoch unterschiedlich zu interpretieren ist, ist fraglich, weil ihre Bedeutung in beiden Fällen unklar ist. Es ist auf jeden Fall auffällig, dass Paulus zwischen Jesus Christus und Gott nicht streng unterscheidet. Eine solch strenge Unterscheidung ist schon deshalb nicht möglich. weil Paulus den Titel "Herr“ ("kyrios“), mit dem die griechische Übersetzung der Septuaginta den Gottesnamen JHWH der hebräischen Bibel wiedergibt, auf Jesus Christus überträgt. Mit der Übertragung des Titels auf Jesus Christus erfolgt zugleich eine Übertragung bestimmter Wesenszüge, Eigenschaften und Vollmachten (und auch des Aussehens?). Eine solche Übertragung findet sich beispielsweise in 1 Kor 15,24-25, wo nicht klar ist, ob Jesus Christus oder Gott die gottwidrigen Mächte unterwirft. Gleichheit besteht also hinsichtlich der Tatsache, dass sowohl Jesus Christus als auch Gott die gottwidrigen Mächte unterwerfen können. Dass Jesus Christus und Gott jedoch nicht identisch sind, geht schon daraus hervor, dass sich letztendlich gemäß 1 Kor 15,28 Jesus Christus, der Sohn, Gott, seinem Vater, unterwirft.

 

Weiterführende Literatur: G. Dautzenberg 2001, 333-344 diskutiert verschiedene Thesen bezüglich des religionsgeschichtlichen Hintergrundes der Vorstellung vom Gegenüber des "Gottes dieses Äons“ und des erhöhten Christus als des Bildes Gottes. Er selbst stellt den weisheitlichen Hintergrund heraus und weist auf Parallelen in der Qumran-Literatur (insbesondere 1QS 3,3-4,26) hin. Schließlich geht G. Dautzenberg noch auf das Evangelium von der Herrlichkeit des Christus ein. Bezüglich des Zweckes von V. 4 vertritt er folgende These: Die religionsgeschichtlichen Analogien zur zwei Geister-Lehre von 1QS 3-4 wie die theologische Verwandtschaft mit der Christologie von 1 Kor 2,8 ließen daran denken, dass 2 Kor 4,4 eine ausschließlich für die Gemeinde bestimmte und in diesem Sinne esoterische Belehrung bieten soll, auf der einen Seite über die Hintergründe des Widerstands gegen das Evangelium und auf der anderen Seite über die inhaltliche Bestimmtheit des Evangeliums durch den Christus als den Träger göttlicher Herrlichkeit.

 

E. Baasland 1994, 67-94 vertritt die These, dass der Begriff "noêma“ ("Gedanke/Gesinnung“), der nur in Phil 4,7 und in 2 Kor 2,11; 3,14; 4,4; 10,5 und 11,3 auftauche, irgendwie auf die Tradition von Gen 3 hinweise. Die Geschichte des Sündenfalls sei das Bindeglied zwischen der Auslegung von Ex 34 in 2 Kor 3,7-18 und von Gen 1 in 2 Kor 4,4-6. Somit habe der Begriff im Abschnitt 2 Kor 3,7-4,6 − vielleicht aber auch sonst im Zweiten Korintherbrief − eine gewisse Schlüsselstellung inne.

 

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V. 5

 

Beobachtungen: Paulus konkretisiert den Inhalt des Evangeliums, wobei er zunächst deutlich macht, dass er (und seine Mitarbeiter) sich nicht selbst verkündigt. Durch diese Aussage schimmert der Vorwurf durch, dass Paulus bei den anderen Gläubigen seinen eigenen Willen durchzusetzen versuche. Dies weist Paulus jedoch von sich: Nicht er selbst ist der "Herr“ und Predigtinhalt, sondern Jesus Christus, der einzige "Herr“ der Christen. Paulus und seine Mitarbeiter stehen nur in dessen Dienst.

Streng genommen besagt die Formulierung, dass Paulus nicht nur Jesus Christus als "Herrn“, sondern darüber hinaus auch sich als Sklave der Adressaten um Jesu willen verkündigt. Dass es sich bei dem Sklavendasein des Apostels um einen zentralen Bestandteil des Predigtinhaltes handelt, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist anzunehmen, dass es sich um eine Schlussfolgerung angesichts der Tatsache handelt, dass einzig Jesus Christus als "Herr“ verkündigt wird. Wenn Jesus Christus allein der "Herr“ ist, dann sind Paulus und seine Mitarbeiter nichts weiter dessen Diener/Sklaven. Sie sind in seinem Auftrag unterwegs und haben auch nichts weiter als ihn selbst zu verkündigen.

Nun schreibt Paulus jedoch nicht, dass er Christi Sklave ist, sondern er schreibt, dass er Sklave der Adressaten ist. Dieser Sachverhalt lässt sich damit erklären, dass es Paulus an dieser Stelle nicht nur um die Verdeutlichung des Predigtinhaltes geht, sondern auch um die Klärung seines Verhältnisses zu den Adressaten. Wenn ihm vorgeworfen wird, er spiele sich als "Herr“ über den Glauben anderer auf (vgl. 2 Kor 1,24), dann muss er klarstellen, dass dies nicht der Fall ist. Daher macht er unmissverständlich den Dienstcharakter seines Wirkens gegenüber den Adressaten deutlich. Wenn Paulus Sklave seiner Adressaten ist, dann ist daraus aber nicht umgekehrt zu folgern, dass diese über ihn herrschen. Eine solche Schlussfolgerung verbietet sich angesichts der Tatsache, dass Jesus Christus der einzige "Herr“ ist - ihm allein hat er zu gehorchen. Der Sklavendienst für die Adressaten dürfte im Wesentlichen darin bestehen, dass er ihre Rettung vor dem endzeitlichen Zorn Christi/Gottes gegenüber den Ungläubigen (vgl. 1 Thess 1,10; 5,9) bewirkt, indem er sie nicht nur zum christlichen Glauben bekehrt hat, sondern auch darauf achtet, dass sie im christlichen Glauben ihren Lebenswandel führen.

 

Weiterführende Literatur: R. Fabris 2002, 239-249 legt dar, dass die Verkündigung Jesu Christi als "Herrn“ nicht nur eine mündliche Aussage sei, sondern die existenzielle Darstellung des Übergangs vom Leben zum Tod, von der irdischen Bedrängnis zur Fülle des Lebens, wie sie als Geschenk Gottes durch Jesus Christus bezeugt ist.

 

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V. 6

 

Beobachtungen: Diese beiden Aspekte kommen auch in V. 6 zum Ausdruck: Das Zitat "Aus Finsternis erstrahle Licht!“ macht den Auftragscharakter des apostolischen Handelns deutlich: Die Heilsbotschaft von Jesus Christus soll sich nach dem (Schöpfungs-)Willen Gottes in der Welt des Unglaubens verbreiten. Wenn Paulus (und Timotheus) schreibt, dass "in unseren Herzen“ Gott erstrahlt ist, dass spielt er sicherlich zunächst auf seine eigene Bekehrung und auf diejenige des Timotheus sowie vermutlich auch anderer Mitarbeiter an. Nach der Bekehrung soll der Glaube fortdauern, zu einem entsprechenden Lebenswandel führen und nach außen hin ausstrahlen: "die Erkenntnis der Herrlichkeit (des) Gottes im Angesicht Jesu Christi“ soll leuchten. Daher verkündigen Paulus und seine Mitarbeiter. Durch die Mission kommen auch andere Menschen zum Glauben, der die Erkenntnis beinhaltet, dass sich in Jesus Christus - konkret sind wohl das Kreuzesgeschehen und die Auferweckung von den Toten im Blick - die Herrlichkeit Gottes zeigt (zur "Herrlichkeit“ vgl. die Beobachtungen zu V. 4). Auch die von den Missionaren Bekehrten sollen ihren Lebenswandel dem Glauben entsprechend führen; das ist Paulus’ Anliegen im Hinblick auf die korinthische Gemeinde.

 

Das Zitat ist nicht ausdrücklich als solches gekennzeichnet. Paulus setzt anscheinend voraus, dass die Adressaten es als solches erkennen. Offen ist, ob er davon ausgeht, dass sie wissen, aus welcher (biblischen) Schrift es entnommen ist, oder ob dies keine Rolle spielt. Das Zitat ist Gen 1,2-3 entnommen, wobei es sich nicht um eine wörtliche Übernahme handelt, sondern um eine Zusammenfassung des Inhaltes beider Verse: V. 2 spricht von der Finsternis der Erde zu Beginn der Schöpfungshandlungen Gottes, V. 3 enthält Gottes Befehl "Es werde Licht“ und die Scheidung des Lichtes von der Finsternis am ersten Schöpfungstag. Außerdem klingen Jes 9,1; 42,6-7 und 49,6.9 an. Ersterer Vers kündigt dem Volk Israel, das im Finstern wandelt, ein großes Licht (= der Messias) an, die anderen beiden Bibelstellen handeln vom "Gottesknecht“ als "Licht der Heiden“. Im Unterschied zu 2 Kor 4,6 leuchtet das Licht gemäß Jes 9,1 jedoch in der Finsternis auf, statt aus der Finsternis.

 

Weiterführende Literatur: C. K. Stockhausen 1989, 154-177 sieht einen engen Zusammenhang zwischen 4,1-6 und dem Vorhergehenden. 4,6 sei als Schlussfolgerung der Argumentation 3,1-4,6 zu verstehen.

 

E. Richard 1981, 340-367 geht davon aus, dass der paulinische Text auf der Septuaginta und ihren sprachlichen Eigenheiten basiere. Er weist darauf hin, dass Paulus in 2 Kor 3,1-4,6 nicht nur Ex 34 einbaue, sondern auch Passagen aus Ex 31 sowie aus den Büchern Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Sprüche und Weisheit Salomos. 2 Kor 3,1-18 beziehe sich nicht nur auf Ex 34, sondern erweitere, kommentiere und aktualisiere insbesondere die in Jer 31,31-33 (LXX: 38,31-33) gemachten Aussagen zum neuen Bund und zum Gottesvolk. 2 Kor 4,1-6 schließe die vorhergehenden Ausführungen ab, wobei V. 6 Jes 9,1 aufnehme.

G. Dautzenberg 2001, 325-344 behandelt das religionsgeschichtliche und theologische Profil des Abschnitts 2 Kor 4,1-6, das er für bisher nur ungenügend erfasst hält. G. Dautzenberg hält V. 6 für einen Verweis auf die Paulus bei seiner Berufung zuteil gewordene Erscheinung göttlicher Herrlichkeit. Im Rahmen seiner Begründung für diese These verweist er auch auf die Bilderreden des äthiopischen Henochbuches (45,3 [vgl. 62,5; 69,25]; 46,1; 49,1-2) über den Erwählten oder Menschensohn als die nächsten religionsgeschichtlichen Parallelen zu der engen Beziehung zwischen der Herrlichkeit Gottes und dem erhöhten Christus als ihrem Träger. In äthHen 46,1 werde die traditionsgeschichtliche Beziehung zur Thron- und Gerichtsvision von Dan 7,9-10 besonders deutlich. Und auch für 2 Kor 4,6 sei zu vermuten, dass die Schilderung eine Thronvision mit dem erhöhten Christus als Throngenossen Gottes voraussetzt. Zum Damaskusereignis, der Paulus bei seiner Berufung zuteil gewordenen Erscheinung göttlicher Herrlichkeit, als Basis für die Auslegung von 2 Kor 4,1-6 und insbesondere V. 6 siehe auch K. O. Sandnes 1991, 131-145.

 

J. A. Fitzmyer 1981, 630-644 legt dar, dass Paulus’ Sicht des Christusereignisses als Verwandlung des Christen auf verschiedenen Texten beruhe. So durchdringe er das griechisch-römische Motiv der Verwandlung mit einer midraschartigen Auslegung von Ex 34 und (in 2 Kor 4,6) mit einer Anspielung auf Gen 1,3. Darüber hinaus sei sein Denken auch von Qumran-Texten (1QH 4,5-6.27-29; 1QSb 4,24-28; 1QS 2,2-4) geprägt worden. Dort finde sich die Vorstellung, dass Gottes Herrlichkeit auf dem Gesicht des auferstandenen Christus glänze und auf dem Gesicht derjenigen, die sich zu ihm hinwenden, wiederscheine.

J. M. Vincent 2003, 14-15 liest 2 Kor 4,6 als Verbindung des Berichts von der Schaffung des Lichts (Gen 1,2-3), das die Sichtbarkeit der Welt begründe und das Sehen Gottes als Anblick und Erscheinung ermögliche, mit dem Bericht von der Offenbarung (Dtn 4,9-10) als gemeinschaftliches Phänomen der Erleuchtung des Herzens und der Einsicht, das durch die Erscheinung der Herrlichkeit Gottes, durch das Gegenüberstehen bewirkt werde.

 

 

Literaturübersicht

 

Avram, Wes; 2 Corinthians 4:1-18, Interp. 55/1 (2001), 70-73

Baasland, Ernst; Christus und das verlorene Paradies: noêma ein Schlüsselbegriff im 2. Korintherbrief?, in: A. Tångberg [Hrsg.], Text and Theology, FS M. Sæbø, Oslo 1994, 67-94

Dautzenberg, Gerhard; Überlegungen zur Exegese und Theologie von 2 Kor 4,1-6, Bib. 82/3 (2001), 325-344

Fabris, Rinaldo; “Noi annunziamo che Cristo Gesù è Signore”, StEc 20 (2002), 239-249

Fitzmyer, Joseph A.; Glory Reflected on the Face of Christ (2 Cor 3:7-4:6) and a Palestinian Jewish Motif, TS 42/4 (1981), 630-644

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